Das Hotel am Ebnisee hat sich in den vergangenen Monaten verändert. Foto: Gottfried Stoppel

Im Februar 2023 haben die Betreiber des Schwaben-Parks das einstige Schassberger-Hotel am Ebnisee übernommen. Wir haben uns angesehen, was sich seitdem geändert hat.

Vor einem guten Jahr hat die Familie Hudelmaier, die in Kaisersbach auch den Schwaben-Park betreibt, das einstige Naturparkhotel am Ebnisee gekauft. Auch wenn es bis zur kompletten Renovierung noch ein weiter Weg ist: Seit der Übernahme hat sich dort einiges getan. Davon konnten sich Besucher am Sonntag überzeugen. Zum Tag der offenen Tür kamen sogar mehr Leute als die Gastgeber vermutet hatten. In den Tagungsräumen, Speisesälen, auf den Gängen, im Wellnessbereich und auf jenen Zimmern, die zur Besichtigung freistanden, tummelten sich sowohl Familien mit Kindern – das klassische Schwaben-Park-Publikum – als auch Menschen aus der Umgebung, die das Hotel aus früheren Tagen kannten.

 

„Früher bin ich oft nach dem Tennis hierhergekommen und habe noch ein Bier getrunken“, erzählt im renovierten Kaminzimmer mit Steaklounge ein Senior aus Althütte, er ist schon gute 80. Seine Frau steht daneben und ist angetan: „Es ist richtig schön geworden, ich hoffe, dass jetzt auch genügend Leute kommen“, sagt sie.

Helles Holz statt 70er-Jahre-Chic

Auch die Zimmer werden nach und nach umgestaltet. Foto: Gottfried Stoppel

Der Hauptzweck des Hotelkaufs war es, die Übernachtungskapazitäten des Erlebnisparks zu erweitern. „Zur Hochsaison machen Parkbesucher schon 80 bis 90 Prozent der Gäste aus“, erklärt der Juniorchef André Hudelmaier. Dem trägt auch der neue Stil der Zimmer Rechnung: Statt nüchternem 70er-Chic warten dort nun hipp-rustikale, helle Holzmöbel auf die Besucher.

Klassische Zweibettzimmer gibt es nicht mehr, statt dessen sind vier Betten der neue Standard. Aber auch Firmenevents und Tagungen sind Einnahmequellen für das Hotel – wie auch der Wellnessbereich, der unabhängig von einer Übernachtung besucht werden kann.

Neu sind schwäbische Tapas

Das gilt auch für die Restaurants, derer es im Schwaben-Hotel gleich drei gibt: Sofort links neben dem Eingangsbereich, wo einst ein Frühstücksraum eingerichtet war, speist man jetzt beim „Schwaben-Wirt“ – zwischen Elementen aus Birkenholz und Dekoration, die Assoziationen zum Landleben und zur Landwirtschaft wecken soll. Dort werden „Schwapas“ gereicht – ein Wortspiel für Schwäbische Tapas. „Wir wussten erst nicht, wie das ankommt, schließlich mögen Schwaben ja tendenziell gerne große Portionen“, erzählt der Parksprecher Marcel Bender.

Doch die Häppchen wie Ochsenfleisch mit Meerrettich, Flädlesuppe oder flambierte Forelle werden beim Tag der offenen Tür begeistert verzehrt. Zusätzlich zur Steaklounge im Kaminzimmer, in der die Gäste jetzt zwischen Blattgold-verzierten Wänden essen und trinken, eröffnet im Hotel am 16. März zudem eine Pizzeria mit Steinofen. „Dann wird an jedem Tag der Woche eines unserer Restaurants geöffnet haben“, sagt Bender.

Die oberen Stockwerke des Hotels wurden bislang noch nicht renoviert. Auch in den Etagen darunter entdeckt man hier und da noch eine nackte Glühbirne oder ein aus der Wand ragendes Kabel. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir insgesamt hinwollen“, räumt Marcel Bender ein. Die Renovierung geschieht großteils im laufenden Betrieb, und da gelte es, die Belästigungen für die Gäste so gering wie möglich zu halten. Die Inhaber rechnen daher damit, dass die Renovierung frühestens im Jahr 2026 abgeschlossen sein wird.

Im Treppenhaus ist der Kontrast zwischen Alt und Neu aber schon deutlich zu erkennen: auf der einen Seite Stufen, die von einem Teppich bedeckt sind. Dunkler, abgetretener Stoff, der den Charme der 1970er Jahre atmet. Auf der anderen Seite Fliesen – heller, moderner, aber dennoch natürlich aussehend. „Das mit dem Teppich dürfte man heutzutage wohl auch wegen des Brandschutzes gar nicht mehr machen“, sagt Parksprecher Bender.

Künftig soll es auch Talkrunden im Schwaben-Hotel geben

Das Hotel verfügt auch über einen Wellnessbereich. Foto: Gottfried Stoppel

Am Sonntag hat auch der Kaisersbacher Bürgermeister Michael Clauss sich ein Bild von den Neuerungen im Hotel gemacht. „Auch für die Menschen aus Kaisersbach ist es eine tolle Erweiterung des gastronomischen Angebots“, meinte er anerkennend.

Bauliche Veränderungen sind aber nicht die einzige Neuheit im Schwaben-Hotel: Künftig soll es dort eine monatliche Talkrunde geben. „Schwapas und G’schwätz“ heißt das neue Format, mit dem die Inhaber die Gäste an jedem ersten Donnerstag im Monat zu schwäbischen Tapas und Vorträgen locken wollen. Die Talkrunden sollen „aktuelle Themen aus Politik, Finanzen, Kultur oder Sport“ zum Inhalt haben. Den Anfang macht am Donnerstag, 2. Mai, der Gmünder Steuerberater Sascha Matussek. Dieser ist unter anderem durch seine Beiträge in der „Bild“-Zeitung einem breiteren Publikum bekannt geworden.