Hochbeete im Garten und sogar auf dem Balkon liegen im Trend. Wo kommen sie am besten zum Einsatz und wie bekommt man damit hohe Ernteerträge? Ein Ratgeber
Früher sahen Hochbeete aus wie üppig begrünte Komposthaufen, und es gab sie meist nur in Gärten von Ökofreaks, die neue Anbaumethoden ausprobieren wollten. Heute sind solche Pflanzkästen fast schon Mainstream. Sie werden zwar vor allem für die Anzucht von frischem Gemüse und Kräutern genutzt, können dabei aber nicht nur nützlich, sondern auch dekorativ sein.
Das Gärtnern auf hohem Niveau liegt im Trend. Hochbeete haben sich zu einem vielseitigen Gestaltungsmittel im Garten mit „Wow-Effekt“ entwickelt – ganz gleich, ob sie aus rustikalen Holzbrettern selbst gezimmert oder kunstvoll und langlebig aus Ziegel- oder Natursteinen gemauert sind, ob sie als fertiger Bausatz aus dem Baumarkt stammen oder nach einer Anleitung aus dem Internet gebastelt werden.
Mit dieser Beetform lässt sich auch das grüne Refugium für Senioren und Rollstuhlfahrer bequemer gestalten, weil man hier ganz lässig ohne Bücken pflanzt, pflegt und erntet. Vor allem ermöglichen Hochbeete aber das Gärtnern auch dort, wo keine natürlichen Grünflächen vorhanden sind, etwa im gepflasterten Hinterhof, auf der Terrasse oder dem Balkon.
Hochbeete fürs Gärtnern in der Stadt
Beete in dicht besiedelten Innenstädten bei allen, die keinen „echten“ Garten haben, Hochkonjunktur. Sie sind überdies ein fester Bestandteil des Konzepts „Urban Gardening“, also beim Gärtnern mitten in der Stadt. Durch sie wird der betonlastige urbane Lebensraum lebendiger, grüner, bunter.
Hochbeete bieten durch den besonderen Aufbau der Substratschicht einige Vorteile gegenüber dem Gärtnern auf Bodenniveau. Zunächst wird ein ausreichend großer und tiefer Kasten gebraucht. Etwa ein mal zwei Meter Breite und Länge sowie etwa 75 bis 80 Zentimeter Höhe sind erfahrungsgemäß ideal.
Bei der Befüllung wird zuunterst eine etwa 30 Zentimeter hohe Schicht aus Gehölzschnitt eingebracht. Darauf wird eine etwa 20 Zentimeter dicke Schicht aus Laub, Rasenschnitt, reifem Kompost oder abgelagertem Stallmist gepackt. Die oberste, etwa 25 Zentimeter hohe Schicht besteht aus normaler Garten- oder handelsüblicher Einheitserde, in die gesät und gepflanzt wird.
Kein zusätzliches Düngen nötig beim Hochbeet
Durch die Verrottungsprozesse des organischen Füllmaterials entsteht aufsteigende Wärme, die zu einem schnelleren Wachstum der Kulturen führt. Zudem werden die Pflanzen von unten mit nahezu allen nötigen Nährstoffen versorgt. Zusätzliches Düngen erübrigt sich daher. So lässt sich auf relativ kleiner Grundfläche ein Maximum an Erträgen erzielen.
Wird am oberen Beetrand umlaufend ein nach außen umgebogenes Blech angebracht, sind die Kulturen zuverlässig gegen Schneckenfraß geschützt. Und mit einer transparenten Abdeckung (alte Fensterscheiben, Plexiglashauben oder Folien) wird so ein Hochbeet vorübergehend in den ersten Monaten des Jahres zum Frühbeet. Das kann für Aussaaten und Anzüchte genutzt werden, bevor die eigentlichen Kulturen folgen.
Im Idealfall ist so ein Hochbeet für die optimale Sonneneinstrahlung in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Die Seitenwände sollten so stabil sein, dass sie dem nicht unerheblichen Druck der eingebrachten Substratschichten standhalten können.
Damit keine Wühlmäuse in das Hochbeet einwandern, kann vor dem Befüllen auf dem Boden des Hochbeetes, eng abschließend von Rand zu Rand der Seitenwände, ein engmaschiges Drahtgeflecht ausgebreitet werden.
Sollen Nutzpflanzen angebaut werden, wird selbstverständlich nur unbehandeltes Holz für den Bau verwendet. Weil die Befüllung durchs Verrotten der organischen Materialien mit der Zeit zusammensackt, muss jedes Jahr nachgefüllt werden.
Dazu wird die oberste Schicht Gartenerde abgetragen und die mittlere Schicht mit Gartenabfällen, reifem Kompost oder abgelagertem Mist aufgefüllt. Danach wird die zuvor abgetragene Gartenerde wieder aufgebracht. Alle fünf bis sieben Jahre sollte das Hochbeet komplett entleert und die Befüllung von Grund auf erneuert werden.
Ideal für Naschgemüse
Auch wenn der Ernteertrag bei Hochbeeten wegen der höheren Bodenfruchtbarkeit und der Wärme von unten meist reicher als in konventionellen Beeten ausfällt, lohnen sich diese Pflanzkisten im Maxiformat nicht für die Produktion großer Gemüsemengen. Doch für den Anbau von Naschgemüse wie Radieschen, Snackgurken, Cocktailtomaten, Chilis oder Pflücksalaten sind sie geradezu ideal.
Viele Kräuter gedeihen im Hochbeet bestens, etwa Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel und Basilikum. Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei sind von Natur aus eher Hungerkünstler und eignen sich weniger gut für das nährstoffreiche Substrat im Hochbeet.
Besonders hübsch sieht es aus, wenn das Nützliche mit dem Schönen verbunden wird. Dazu können Kräuter und dekorative Gemüse (etwa Rote Bete, die buntblättrige Mangoldsorte „Bright Lights“ oder der rotstielige Mangold „Vulkan“) sowie Sommerblumen wie Kapuzinerkresse oder Ringelblumen als fröhliche Mischung zusammen auf das Hochbeet gepflanzt werden. Eine Kombination aus aufrechten und hängenden Pflanzen (letztere werden natürlich am Rand platziert!) lässt das Hochbeet noch üppiger und anziehender aussehen.