Ob im neuen Imbiss in der Uhlandstraße in Backnang auch vegane Burger verkauft werden, ist noch nicht bekannt (Symbolbild). Foto: dpa

Weniger Besucher und Leerstände in der Fußgängerzone: die Geschäfte in der Backnanger Uhlandstraße kämpfen. Eine kurdische Familie plant die Eröffnung eines Feinkost-Imbiss mit Außenbewirtschaftung.

Backnang - Vor nicht allzu langer Zeit war in der Fußgängerzone in Backnang, speziell in der Uhlandstraße, gefühlt mehr los. Diese subjektive Einschätzung von vielen Beobachtern scheint zu stimmen. „Die Frequenz hat spürbar nachgelassen“, sagt der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt. Noch vor rund eineinhalb Jahren indes hatte Ralf Binder in einen Interview mit dieser Zeitung erklärt, die Backnanger Innenstadt sei für viele Kunden – auch aus dem Umland – sehr interessant, denn „es gibt viele inhabergeführte Fachgeschäfte“. Es sei zudem gelungen, mitten in der City „große Verkaufsflächen hinzubekommen, zum Beispiel H&M in der Grabenstraße“.

„Eine praktisch überhaupt nicht frequentierte Bank“

Zwischenzeitlich habe sich der Wind aber gedreht. Es sei, sagt er, „eine echte Herausforderung“ den Einzelhandel in Mittelstädten wie Backnang am Leben zu erhalten. In der Uhlandstraße gebe es zwar nach wie vor „wichtige und starke Einzelhändler sowie sehr gut besuchte Gastronomie und den Wochenmarkt“. Nachdem ein Immobilienbesitzer seine Flächen an eine „praktisch überhaupt nicht frequentierte Bank“ vermietet habe, sei die Zahl der Menschen in der Fußgängerzone zurückgegangen. Vorher waren in der Immobilie mit einem Blumenladen und einer Tchibo-Dependance „echte Frequenzbringer“. Dieser Mieterwechsel strahlt offenbar negativ auf die Uhlandstraße aus.

Zurzeit stehen laut Binder drei Geschäfte in der Uhlandstraße „zur Vermietung an“ – sprich sie stehen leer. Die Nachfrage nach Flächen habe sowohl seitens größerer Filialisten als auch seitens inhabergeführter Geschäfte abgenommen. „Im Einzelhandlesbereich liegt es mehr denn ja an den Eigentümern und deren Aktivitäten, Mieter zu finden.“ Ein Vermieter hat jetzt für die leer stehende ehemalige Apotheke in der Uhlandstraße Interessenten: Die kurdische Familie Özkan will in den Räumen einen Feinkost-Imbiss eröffnen.

Der Backnanger Gemeinderat hat kürzlich nach längerer Diskussion den Weg frei gemacht für die Eröffnung des Lokals. Die Kommunalpolitiker befreiten die künftigen Mieter von der Verpflichtung, einen Stellplatz nachzuweisen, die Familie Özkan muss dafür 9000 Euro bezahlen. Binder hatte gefragt: „Braucht Backnang noch einen Imbiss?“ Und selbst geantwortet: „Es kommt darauf an.“ Die Özkans hätten bereits im Kaufland in Backnang ihr Können unter Beweis gestellt. Heinz Franke (SPD) sprach mit Blick auf Binders Einlassungen zwar von einem „Werbeblock“. Er sagte indes, das künftige Lokal mit Außenbewirtschaftung sei „ein Mehrwert für die Uhlandstraße“. Und das sahen alle Stadträte so, der Beschluss fiel einstimmig. Binder sagt jetzt mit Blick auf den Feinkost-Imbiss: „Ich bin überzeugt, dass die Frequenz mit der Neuvermietung wieder anzieht“.

„Braucht Backnang noch einen Imbiss?“

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