Kevin Sessa aus Fellbach (links) ist seit dem Sommer 2017 beim 1. FC Heidenheim. Foto:  

Der Fellbacher Jungprofi Kevin Sessa, 19, will sich beim 1. FC Heidenheim für weitere Auftritte in der zweiten Bundesliga empfehlen. Bald trifft er wohl seinen Bruder Nicolas in Aue.

Fellbach/Heidenheim - Für die Fußball-Zweitligisten stehen am Wochenende keine Pflichtspiele auf dem Programm, befinden sie sich doch – wie auch die Kollegen eine Stufe höher – in der Länderspielpause. Für den Fellbacher Kevin Sessa in Diensten des 1. FC Heidenheim ist diese Woche freilich trotzdem höchst interessant, denn sein Team bestreitet am Donnerstag ein Freundschaftsspiel beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen, in dem sich der 19-Jährige noch einmal für einen Einsatz in den nächsten Wochen, beispielsweise im Heimspiel gegen Holstein Kiel (14. September), empfehlen kann. Zuletzt, wie beim 2:2 am vergangenen Freitag in Nürnberg, stand der junge Deutsch-Argentinier zwar stets im Spieltagsaufgebot des Proficlubs von der Ostalb, für einen Einsatz hat es in der laufenden Zweitliga-Saison aber nur in der ersten Runde des nationalen Pokalwettbewerbs gereicht, in der die Heidenheimer beim SSV Ulm mit 2:0 gewannen. „Ich bin sehr entspannt und warte geduldig, weil ich weiß, dass ich sehr nah dran bin und dass meine Chance schon kommen wird“, sagt Kevin Sessa.

Vier Einsätze in der zweithöchsten nationalen Spielklasse hat der Jungprofi vom Kappelberg bereits im Trikot der Mannschaft um den Cheftrainer Frank Schmidt absolviert. Im März 2018 durfte er, damals noch als 17-Jähriger, über 90 Minuten bei der 1:2-Niederlage in Kiel mitmischen. Zwei Wochen später gab es noch einen 74-Minuten-Auftritt beim 1:2 gegen den FC Ingolstadt. In der vergangenen Runde kamen dann noch einmal 75 Minuten gegen den SV Sandhausen (2:3) und eine Einwechslung in der Nachspielzeit in Duisburg beim 4:3-Sieg hinzu. „Es ist ja nicht so, dass ich im Mittelfeld ohne interne Konkurrenz wäre, ich habe da auf meiner Position zwei gestandene Profis mit mehr Erfahrung vor mir“, sagt Kevin Sessa. So hat Niklas Dorsch, 21, sämtliche Jugend-Nationalmannschaften von der U15 bis aktuell zur U21 durchlaufen und sogar schon ein Bundesliga-Tor im Trikot des FC Bayern erzielt, während Sebastian Griesbeck, 28, bereits 160 Zweitliga-Spiele für die Heidenheimer hinter sich hat. „Ich fühle mich zu 100 Prozent in der Mannschaft akzeptiert, und die Stimmung ist super. Gerade von den älteren Spielern gibt es wertvolle Tipps“, sagt Kevin Sessa, der seinen Kapitän und Anführer Marc Schnatterer nur deshalb noch nicht auf einen Kaffee eingeladen hat, „weil ich selber gar keinen Kaffee trinke“, wie der Teenager mit südamerikanischen Wurzeln mit einem Lachen verrät.

Nicht nur im Club, auch in der 50 000 Einwohner-Stadt fühlt sich der jüngste der drei fußballspielenden Brüder pudelwohl. Im Sommer 2017 war er nach Jugendstationen beim VfB Stuttgart, beim FSV Waiblingen und bei den Stuttgarter Kickers ins Heidenheimer Internat gewechselt; an der neuen Wirkungsstätte war er zwei Jahre lang hauptsächlich als Stammkraft in der U-19-Bundesliga aktiv. „Wir sind ein sehr familiärer Verein. Hier hilft dir jeder, wenn du ein Problem hast, so kommt gar kein Heimweh auf“, sagt Kevin Sessa, der deshalb nur noch selten die 90 Kilometer nach Hause zurücklegt.

Viel häufiger fährt der Vater Marcelo aus Fellbach ins Training oder zu den Punktspielen auf die Ostalb, genauso wie er seit Saisonbeginn die 400 Kilometer zum Ligarivalen FC Erzgebirge Aue abreist, wo Kevins Bruder Nicolas im Sommer vom VfR Aalen hin gewechselt ist. Auch der 23-Jährige (der Älteste, Dominic Sessa vom SSV Reutlingen, kuriert derzeit einen Kreuzbandriss aus) wartet – in Sachsen – noch vergeblich auf den ersten Zweitliga-Einsatz der Saison. Das soll sich bis zum 3. November ändern, denn dann wollen sich Nicolas und Kevin Sessa in Aue erstmals überhaupt auf dem Spielfeld gegenüberstehen. „Ich liebe meine Brüder, aber wenn wir tatsächlich beide spielen dürfen, dann sind wir professionell genug, dies 90 Minuten lang ausblenden zu können“, sagt Kevin Sessa.

Und das Familienoberhaupt Marcelo Sessa wird auf der Tribüne seine Sympathien wohl gleichmäßig aufteilen müssen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: