Ioannis Tsapakidis spielte als Innenverteidiger in der Oberliga. Foto: Patricia Sigerist

Ioannis Tsapakidis hatte andere Pläne als Co-Trainer des SV Fellbach zu werden. Jetzt kümmert er sich um die Weiterentwicklung der Spieler durch Videoanalysen.

Fellbach - Der Anpfiff ist nah, per Handzeichen prüft der Schiedsrichter die Bereitschaft der Torhüter. Auf der Lehne der Bank sitzt der Fußballtrainer des SV Fellbach, Giuseppe Greco, unter ihm auf der Sitzfläche sein Co-Trainer Ioannis Tsapakidis. Es könnte das Sinnbild für den Umgang innerhalb des Trainerteams beim Verbandsligisten sein – ist es aber nicht. Denn diese beiden Macher begegnen sich seit Jahren auf Augenhöhe. Obwohl der 42-jährige Ioannis Tsapakidis dem Trainer erst seit dieser Saison assistiert.

„Wir kommen aus derselben Generation von Fußballern“

Schon zwischen 2004 und 2006 spielten Giuseppe Greco und Ioannis Tsapakidis zusammen für den SSV Reutlingen in der Oberliga. Giuseppe Greco der Stürmer, Ioannis Tsapakidis der Innenverteidiger. Ohne den jeweils anderen wurde es nichts mit dem Mannschaftserfolg. Ioannis Tsapakidis sagt: „Wir haben dieselbe Idee vom Fußball.“ Eigentlich hatte er gar nicht geplant Co-Trainer zu sein. Nach zehn Jahren als Chef-Trainer, unter anderem bei der zweiten Mannschaft des SSV Reutlingen, hatte Ioannis Tsapakidis vor eine Pause einzulegen um seinen A-Trainerschein fertig zu machen. Daraus wurde nichts, denn ein drei Jahre vorher besprochenes Vorhaben wurde umgesetzt. Seit Jahren trugen die jeweiligen Mannschaften von Giuseppe Greco und Ioannis Tsapakidis, die damals noch bei verschiedenen Vereinen waren, Testspiele in der Sommer- und Winterpause gegeneinander aus. Erst als Spieler, später als Trainer. Hier entwickelte sich die Idee zusammen zu arbeiten. „Wir kommen aus derselben Generation von Fußballern, haben dieselben Erfahrungen gemacht“, erklärt Ioannis Tsapakidis den Willen zur Zusammenarbeit.

Die Videoanalyse beim SV Fellbach ist seine Passion

Gelernt hat der gebürtige Nürtinger von den besten: Als Spieler unter Trainer-Größen wie Ralf Rangnick, Armin Veh und Benno Möhlmann nahm er deren Wissen auf. Noch während der Spieler-Karriere, die ihn bis in die 2. Bundesliga führte, entschied er sich für den fließenden Übergang zum Spieler-Trainer. Nach einer Karriere zwischen Profi- und Amateurfußball erschien ihm das als der nächste logische Schritt. Und den Weg ging er konsequent weiter Richtung Seitenlinie – und in Richtung Bildschirm. Die Videoanalyse beim SV Fellbach ist seine Passion. Er schwärmt von „Data-Overview“, Datenübersicht, und „Heatmap“, einem Diagramm zur Visualisierung von Daten. Für jeden Spieler bereitet er individuelle Videosequenzen auf und scoutet die Gegner. „Die Aufgaben sind klar verteilt: Ich bereite alles vor, liefere Daten und Fakten. Giuseppe plant darauf basierend das Training und die Spiele“, sagt Ioannis Tsapakidis.

Der Klassenerhalt ist das Ziel

Neben dem Job als Trainer, arbeitet er als Teamleiter bei einer Firma die Großbildleinwände herstellt. „Azubis zu entwickeln ist wie Spieler im Fußball zu entwickeln, das hat sehr viele Ähnlichkeiten“, sagt Ioannis Tsapakidis. Das war auch ein großer Anreiz für ihn, zum SV Fellbach zu wechseln. Am kommenden Freitag geht es für den SVF in der Liga weiter, Clacio Leinfelden ist zu Gast. „Eintagsfliege“, nennt Ioannis Tsapakidis solche Vereine wie den kommenden Gegner, die schon in der Verbandsliga Spieler mit Geld locken. Der SVF ist das Gegenbeispiel, was Ioannis Tsapakidis stolz macht: „Wir haben eine ausbaufähige, junge Mannschaft. Selbst wenn wir nicht die Klasse halten sollten, ist es mir wichtig, dass sich jeder einzelne Spieler entwickelt“. Der Klassenerhalt ist das Ziel, denn: „Wenn sich jeder einzelne weiter entwickelt, kommt der Erfolg von ganz alleine“.

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