Tobias Flitsch und der SC Geislingen wollen nach oben. Foto: Archiv Baumann

An diesem Wochenende beginnt in der Landesliga die neue Saison. Wer startet als Favorit? Warum droht das nächste harte Jahr? Wir beleuchten die Ausgangssituation.

Filder - Das Stadion liegt am Jürgen-Klinsmann-Weg. Für Sponsoren gibt es nun eine eigene Business-Lounge. Und Häppchen und Getränke werden nebenan in der „Karl-Allgöwer-Lounge“ kredenzt. Der Namenspate war zur Eröffnung unlängst selbst dabei. Allein diese Begebenheiten sagen einiges aus. Ein Hauch von großer Fußballwelt in Deutschlands siebthöchster Spielklasse.

 

Eben die große Fußballwelt peilt der SC Geislingen nicht gleich an. Nach oben gehen, das soll es aber definitiv. Daran lässt der Traditionsclub mit nichts einen Zweifel. Auch die Verpflichtung des aus dem Profibereich kommenden Trainers Tobias Flitsch im vorigen Jahr war ein Zeichen – nicht minder die aktuelle Vertragsunterschrift der vormaligen Profikicker Dominik Mader (zweite Liga in Koblenz) und Lukas Kling (Regionalliga in Nürnberg, Illertissen und Schweinfurt).

13 Stimmen für Geislingen

Wer also der Favorit ist vor der an diesem Wochenende beginnenden Landesliga-Saison? „Wenn die nicht aufsteigen, dann haben sie etwas falsch gemacht“, findet der Bonlandener Trainer Klaus Kämmerer. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Unter den Meistertipps taucht vor allem ein Name auf: SC Geislingen. 13 von 18 Konkurrenten der Hochgewetteten haben eben jene auf ihrem Zettel. Mit Abstand, nämlich sieben Stimmen, folgt der TSGV Waldstetten.

Freilich, eines ist diesmal allen gemein: Es ist ein Schritt ins Ungewisse. Ein kollektiver Neuanfang. Hinter sich haben die Mannschaften eine Rekordpunktspielpause von neun Monaten – Corona sei Dank. Wer danach tatsächlich auf welchem Leistungsstand ist, wird sich erst zeigen müssen. Und damit auch, wer alles in der Tabelle in die andere Richtung schauen muss. Dass es viele sein werden, dass steht fest. Möglich sind schließlich bis zu acht (!) Absteiger.

Was bleibt, ist die Corona-Sorge

Hinzu kommt eine Sorge, die sich unverändert über das komplette Starterfeld legt. Auch wenn der Verband gerade erst in einem Schreiben betont, dass eine neuerliche Unterbrechung oder Aussetzung des Spielbetriebs kein Thema sei – wird es dabei auch bleiben können? Was, wenn die Inzidenzzahlen im Herbst wieder in die Höhe schießen und Corona doch erneut einen Strich durch die Pläne macht? Es ist ein Schreckensszenario, das sich nach zuletzt zwei Saisonabbrüchen keiner ausmalen mag. Schon gar nicht in Geislingen.