Foto: Andreas Gorr

Der Fußball-Landesligist aus Rutesheim geht auf Rang vier in die Winterpause – eine bessere Platzierung haben das Verletzungspech und die Startprobleme verhindert.

Trainer Christopher Baake feiert Weihnachten als ein zufriedener Mann. Mit Tabellenrang vier ist seine SKV Rutesheim vollauf im Lot – vor allem nach der Horror-Saison in der vergangenen Verbandsliga-Runde, in der der Abstieg in die Landesliga angesichts von zwölf Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz quasi schon zur Winterpause feststand.

 

Die Umstellung auf die Spielweise in der Landesliga war zu Saisonbeginn nicht einfach. „In der Verbandsliga waren wir auf Balleroberungen aus und haben dann sofort umgeschaltet. In der Landesliga mussten wir zu 80 Prozent das Spiel selbst gestalten“, zeigt Baake die Unterschiede auf.

Zudem habe die Mannschaft in der ersten Saisonphase das vordere Drittel des Spielfeldes nicht gut bespielt. „Da hat uns ein Knipser gefehlt, wir haben viele Chancen vergeben“, erinnert sich der Coach. Kulminiert zeigte sich diese Problematik im ersten Heimspiel gegen den SV Breuningsweiler am zweiten Spieltag: Die Begegnung endete mit 0:3 – bei einem Chancenverhältnis von 9:3 für Rutesheim. „Es war ein Findungsprozess zu Saisonbeginn“, räumt der Cheftrainer der Rutesheimer ein.

Als zweites Problem, das sich weit in die Hinrunde hineinzog, stellte sich ein unglaubliches Verletzungspech dar: Insgesamt sechs Spieler fehlten über Wochen oder Monate schwer verletzt, darunter Leistungsträger wie Alexander Wellert, Tobias Weiß und Torjäger Janis Lamatsch. In Constantin Kogel und Yannik Walter standen zudem zwei weitere Akteure berufsbedingt wegen Auslandsaufenthalten nicht zur Verfügung. So kam es, dass Baake über Wochen Spieler ziemlich positionsfremd aufstellen musste.

Baake trauert vergebenen Punkten nach

Zum Dosenöffner der Hinrunde wurde dann der 4:2-Auswärtserfolg beim SV Schluchtern am dritten Spieltag, nachdem nach zwei Partien nur ein mickriger Zähler auf der Habenseite gestanden war. „Da hat die Mannschaft einen 0:1-Rückstand gedreht und gemerkt, dass sie schon ziemlich viel richtig macht“, sagt Coach Baake. Aus den dann folgenden sechs Begegnungen holte die SKV 14 von 18 möglichen Punkten und kletterte bis auf Rang vier.

Neben der absurden 0:3-Niederlage gegen den SV Breuningsweiler trauert Baake sonst nur noch den verpassten Zählern aus den Partien in Satteldorf (1:1) und gegen Pfedelbach (1:2) nach. „In Satteldorf haben wir in letzter Sekunde den Ausgleich kassiert und gegen Pfedelbach haben uns verletzungsbedingt die personellen Möglichkeiten gefehlt“, erläutert er. Die 1:3-Heimniederlage gegen den FV Löchgau kann er akzeptieren: „Da war Löchgau griffiger und fußballerisch mehr auf dem Platz“, räumt Baake unumwunden ein.

SKV freut sich über Neuzugang

Welche Qualität in der Mannschaft steckt, ließ sie bei den Heimsiegen gegen den Tabellenzweiten FSV Waiblingen (1:0) und den Dritten VfR Heilbronn (2:1) erkennen. Auch den 3:1-Heimsieg gegen Germania Bietigheim und das 6:1 in Kaisersbach stuft Baake als tolle Leistungen ein. „Gegen die spielstarken Bietigheimer waren wir über 90 Minuten dominant, und in Kaisersbach unglaublich effizient“, findet er und ergänzt: „In den Begegnungen mit den Top-Teams waren wir auf Augenhöhe und wurden von keinem geschlagen.“ Umso ärgerlicher seien die Punktverluste gegen schwächere Mannschaften.

Neuzugänge sind für die Rückrunde nicht geplant. Wenn Constantin Kogel und Yannik Walter von ihren Auslandsaufenthalten zurückkehren und Lukas Feigl seine Verletzung auskuriert hat, steht Baake ein vergrößerter Kader zur Verfügung. Einen Quasi-Neuzugang wird es dennoch geben: Lars Friedrich hat zwar in den vergangenen Wochen mittrainiert, konnte wegen einer fehlenden Spielberechtigung aber nicht eingesetzt werden. Der Rutesheimer Coach hält große Stücke auf den Innenverteidiger, der beim SC Freiburg und beim FC 08 Villingen in der Junioren-Bundesliga gespielt hat. „Er bringt körperlich und fußballerisch alles mit“, sagt er. Am 22. Januar beginnt die Vorbereitung für die Rückrunde bei der SKV.