Ein spätes Gegentor zum 1:1 (1:0) bringt Landesliga-Primus TSV Heimerdingen beim FSV Waiblingen um den Sieg. Der Ärger hält sich einigermaßen in Grenzen, nur Trainer Daniel Riffert grantelt.
So ein Ausgleichstreffer in den letzten zehn Minuten tut weh. Innerhalb von wenigen Sekunden bleibt von drei Punkten nur noch einer übrig. Der Punkteräuber aus Sicht des TSV Heimerdingen hieß Robin Binder, der sieben Minuten vor Spielende einen weiten, hohen Ball mit der Wucht eines kräftigen Hammerschlag eines muskulösen Zimmermanns unter die Latte des TSV-Gehäuses setzte – der junge Heimerdinger Schlussmann Tom Kaczmarek (20) war geschlagen.
Nachdem der erste, schnelle Frust beim Gäste-Anhang verflogen war, kamen sich die Beteiligten schnell überein: Dieses 1:1 zwischen dem FSV Waiblingen und dem TSV Heimerdingen war ein salomonisches Urteil des Fußball-Gottes. „Die Partie hat wirklich keinen Verlierer verdient“, meinte Uwe Sippel, der Abteilungsboss des TSV, „denn es war ein von beiden Seiten mit hohem Niveau geführtes Spiel – ich kann mich nicht erinnern, ein besseres Landesliga-Match gesehen zu haben.“
Durch den Verlust der zwei Punkte ist der VfR Heilbronn den Heimerdingern wieder auf einen Zähler auf den Pelz gerückt in der Tabelle – der Verfolger hatte dabei das Quäntchen Glück, das dem TSV in Waiblingen fehlte. In der vierten Minute der Nachspielzeit traf Adrian Nicolae Radu zum 3:2-Auswärtssieg beim FV Löchgau.
Heimerdingen lässt zwei Großchancen liegen
Es hätte auch mehr sein können als eine Punkteteilung. TSV-Trainer Daniel Riffert fand das Remis zwar auch „okay“, aber er haderte damit, dass seine Mannschaft den Sack nicht schon vor der 83. Minute so geschnürt hatte, dass die drei Punkte darin sicher verstaut waren. Rudolf Buxmann etwa köpfte nach der Pause freistehend aus vier Metern neben das Tor, Furkan Yumurtaoglu schob später den Ball aus acht Metern am verwaisten Waiblinger Tor vorbei. „Wenn wir da das 2:0 machen“, ist Riffert überzeugt, „ist der Fisch geputzt und wir gewinnen.“ So blieb das 1:0 durch Pascal Dos Santos Cuelho das einzige Tor für die Gäste, der spielende Co-Trainer des TSV traf mit dem ersten Torschuss aus 16 Metern ins Schwarze (8.).
Es gehört aber auch zur Wahrheit dieser Partie vor der Kulisse von mehr als 400 Zuschauern, dass die Heimerdinger mit ganz leeren Händen hätten heimfahren können. In der 90. Minute sprang der Ball im eigenen Strafraum an die Hand von TSV-Kapitän Sebastian Bortel, Schiedsrichterin Daniela Kottmann wertete die Aktion als angelegter Arm und blies nicht in ihrer Pfeife. „Wir hätten uns aber nicht beschweren können, wenn es Elfmeter gegeben hätte“, räumt Daniel Riffert ein. Ob der Strafstoß dann auch verwandelt worden wäre? Wer weiß.
Torhüter Emmrich mit Mittelhandanbruch
Vielleicht hätte Ersatztorhüter Tom Kaczmarek seinen großen Augenblick bekommen – der 20-Jährige war gegen den FSV in den Kasten gerückt, weil sich die Nummer eins, Lukas Emmrich, im Training den Mittelhandknochen angebrochen hatte. Die Gipsschiene kommt nach Ostern schon wieder weg, Riffert geht fest davon aus, dass Emmrich bereits im Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen den GSV Pleidelsheim auf seinem angestammten Posten stehen wird. Dann sollten auch die noch angeschlagenen Martin Kuchtanin und Robin Reichardt wieder zur Verfügung stehen.
Kasimir Lauber feiert TSV-Debüt
Sein Debüt im TSV-Trikot gab Kasimir Lauber, der 23-Jährige stammt aus Freiburg, trat einen Job in Ditzingen bei Trumpf an – und fand den Weg an die Weissacher Straße zum TSV. 1:1 in Waiblingen, damit konnten, damit mussten die Heimerdinger leben. Wer Daniel Riffert kennt, weiß, dass der Punktverlust ihn wohl auch über Ostern schmerzen wird. „Die Leistung war gut, dennoch bin ich enttäuscht“, stöhnt der 35-Jährige, „wir hätten uns belohnen müssen.“ Wie der VfR Heilbronn in Löchgau in der Nachspielzeit. TSV Heimerdingen: Kaczmarek – Fota, Geppert, Bortel, Pellegrino – Milos, Dos Santos Coelho, Stagel Alberto, Ulici (65. Lauber) – Yumurtaoglu (71. Gudzevic), Buxmann