Ungewohnte Glückwünsche: Rani Khedira (Zweiter von rechts) Foto: dpa

Der Oeffinger Rani Khedira trifft für den FC Augsburg in der Bundesliga. Diar Shammak vom TV Oeffingen kann sich über sein Tor weniger freuen, auch weil er sich nach starker Leistung eine Bänderverletzung zuzieht.

Fellbach - Beim SV Fellbach haben sie am Samstag etwas länger warten müssen, ehe das Aufeinandertreffen mit dem TV Pflugfelden beginnen konnte. Der Schiedsrichter Tobias Brand war im Stau gestanden, weshalb die Partie mit einer zehnminütigen Verspätung angepfiffen wurde. Auch während des Spiels (2:2) gab es auf der Tribüne des Max-Graser-Stadions diversen Gesprächsstoff bezüglich des Unparteiischen. Begünstigt von dessen großzügiger Regelauslegung, viele umkämpfte Situationen weiterlaufen zu lassen, entwickelte sich ein mitunter hitziges Landesliga-Duell. Mitte der zweiten Hälfte kam allerdings auch Tobias Brand nicht mehr herum, einem SVF-Fußballer die Gelbe Karte zu zeigen. Jens Strohm hatte Rui Tiago Caldas De Carvalho bei einem aussichtsreichen Konter unsanft von den Beinen geholt. Der Schiedsrichter zögerte eine Weile und hatte wohl kurzzeitig überlegt, die Rote Karte zu zeigen. Eine jedenfalls reichlich unästhetische, für die aufgerückte Fellbacher Defensive gleichwohl nicht unbedeutende Aktion, wofür es für Jens Strohm lobende Worte von Giuseppe Greco gab. Der Fellbacher Trainer war in der Folge gefordert, seinen „Antreiber“ (Greco) auszuwechseln, um einen Platzverweis zu verhindern. Zuvor hatte Jens Strohm dabei gefallen, als einer der wenigen Akteure der Gastgeber das Spiel zu beschleunigen und mit seiner engen Ballführung sowie schnellen Wendungen Räume zu schaffen. Zudem glänzte der Spieler des Tages mit dem Ausgleichstreffer zum 2:2 unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff.

Diar Shammak fällt bis auf Weiteres wegen Verletzung aus

Keine guten Nachrichten hatte Diar Shammak für seinen Trainer. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass beim 24-jährigen Oeffinger das vordere Außenband ab- und das hintere angerissen ist. „Für ihn ist die Hinrunde gelaufen“, sagte Haris Krak, der den Landesligisten vom Tennwengert anleitet. Diar Shammak hatte vor seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der 73. Minute das Tor zum 2:2 erzielt, viel gearbeitet, viele Bälle verteilt und war in viele Zweikämpfe gegangen, weswegen er unser Spieler des Tages ist. Nicht nur wegen des Ausfalls eines ihrer besten Akteure war der Ausflug nach Allmersbach für die Oeffinger keine schöne Landpartie. Die Gäste fühlten sich von Schiedsrichter David Modro benachteiligt. „Gelb-Rot für Mario Mutic geht in Ordnung, aber der Elfmeter zum 3:2 für den SV Allmersbach war keiner, während wir in der Nachspielzeit noch einen Strafstoß wegen Handspiels hätten bekommen müssen“, sagte Haris Krak. Thomas Sommer, der Trainer des erstmals siegreichen Aufsteigers, kann den Ärger seines Kollegen von der gegnerischen Bank verstehen. „Es gab einige strittige Szenen, die der Unparteiische zu unseren Gunsten entschieden hat. Dazu zähle ich auch den nicht gegebenen Handelfmeter für den TVOe. Diesmal hatten wir das Glück, das uns bisher häufig gefehlt hat, auf unserer Seite.“

Rani Khedira ist beim FC Augsburg im Mannschaftsrat

Er ist der Jüngste des Quintetts, das beim FC Augsburg mehr Verantwortung übernimmt. Vor dieser Saison hat Manuel Baum neben den etablierten Daniel Baier, Alfred Finnbogason, Jeffrey Gouweleeuw und Philipp Max auch Rani Khedira mit einer Rolle im Mannschaftsrat bedacht. Auf das fußballerische Engagement des 24-Jährigen aus Oeffingen hatte der Trainer schon in dessen erster Spielzeit nach dem Wechsel von RB Leipzig im Sommer 2017 nur ungern verzichtet. Auch in dieser Runde möchte der Ideengeber die Expertise des Defensivspezialisten nicht missen. Zuverlässig schränkt Rani Khedira mit seinen Nebenleuten die Freiräume der Bundesliga-Konkurrenten ein. Am Samstag verleitete er etwa Waldemar Anton mit seiner Beharrlichkeit zu einem Fehler – nicht jedoch wie so häufig in der eigenen Hälfte, sondern im gegnerischen Strafraum. So bot sich dem jüngeren Bruder des deutschen Nationalspielers – und Weltmeisters – Sami Khedira eine ungewohnte Chance, die er beim 2:1-Auswärtssieg gegen Hannover 96 zum 1:0 nutzte und im 58. Bundesliga-Spiel sein zweites Tor erzielte. Mehr als ein Treffer pro Saison war Rani Khedira, der mit seinen Teamgefährten an diesem Dienstagabend, 20.45 Uhr, in der zweiten Runde des nationalen Pokalwettbewerbs den FSV Mainz 05 erwartet, zuletzt mit den B-Junioren des VfB Stuttgart gelungen. In der Spielzeit 2010/2011 traf er zehnmal, auch damals hatte er schon mehr Verantwortung übernommen – als Kapitän.

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