Wenn nach der Winterpause alles so gekonnt aussieht wie bei Thomas Babel, dann hat der TSV Merklingen nichts zu befürchten Foto: Andreas Gorr

Das Rutesheimer U 23-Team führt die Altkreis-Wertung in der Bezirksliga Enz-Murr deutlich an. Aufsteiger TSV Flacht steht in der Tabelle noch vor dem TSV Merklingen.

Leonberg - In der Defensivarbeit haben der TSV Flacht und der TSV Merklingen noch Nachholbedarf. Beide Mannschaften müssen sich für den Klassenerhalt noch ordentlich ins Zeug legen.

SKV Rutesheim II

Es gehört zum Alltag der Rutesheimer U 23-Mannschaft, dass vor jeder Runde ein großes Kommen und Gehen herrscht. Schließlich versteht sich das Team als Ausbildungseinheit für den Landesliga-Kader. Dessen Coach Rolf Kramer integriert regelmäßig aus dem eigenen Lager nachrückende junge Spieler. Eine Etage tiefer nimmt Alexander Ziegler die Youngster aus der A-Jugend bei sich auf. Dementsprechend brauchen seine Schützlinge und er in der Regel eine Weile, bis sie sich gefunden haben. Nicht so in dieser Runde. Zwar gab es da den 0:4-Ausrutscher im ersten Heimspiel gegen den TSV Grünbühl, danach landete die zweite Mannschaft aber sieben Siege in Folge und etablierte sich in der Spitzengruppe der Liga.

Weil im Gegensatz zur Vorsaison, als einige Akteure studienbedingt nicht vor Ort waren, in dieser Runde ein geregelter Trainingsbetrieb möglich ist, haben die Mechanismen schon früher gegriffen. Die ehemaligen A-Junioren wie Patric Vaihinger, Axel oder Max Weeber haben sich auf Anhieb einen Platz unter den ersten Elf erkämpft. Externe Neuzugänge wie Marwin Wingert oder Michael Bednarschik kommen immer wieder zu Einsätzen. Zudem kann Alexander Ziegler eben auch mit Unterstützung von oben rechnen, wenn Landesligaakteure Spielpraxis in der zweiten Mannschaft sammeln sollen. Frech und unbekümmert ist das Team oftmals aufgetreten und hat diese Eigenschaften zu seinen Stärken gemacht. Nach der Winterpause (Trainingsauftakt 25. Januar, erster Spieltag 6. März), wartet eine neue Herausforderung. Dann gilt es, das Erreichte zu bestätigen.

TSV Flacht

Der Aufsteiger sorgt in der Liga für Furore, ist immer für Spektakel gut. Siehe letzter Spieltag vor der Winterpause, als sich das Team mit einem 5:4 gegen Benningen verabschiedete. Ergebnisse wie das 8:0 gegen Pleidelsheim, 7:1 gegen TKSZ Ludwigsburg oder das 5:5 gegen Germania Bietigheim belegen die Spielphilosophie von Trainer Thorsten Talmon und seiner Mannschaft. „Ich sage den Jungs immer, sie sollen mutig sein. Wir wollen offensiv spielen“ (Talmon). Dass 48 geschossenen Toren – hinter Pflugfelden und Hellas Bietigheim sind das die drittmeisten – auch 37 im eigenen Netz gegenüberstehen, erfreut den Übungsleiter dagegen weniger. Er wird aber weiter am Spiel mit der Dreierkette in der Abwehr festhalten. An ihr, so Talmon, lag es nicht. „Wir machen noch extrem viele individuelle Fehler.“

Lukas Schramm (10), Jan Jessberger (7) und Florian Metzulat (7) haben den Weggang von Torjäger Patrick Mertas mehr als kompensiert. Dazu kommt mit Sven Gritsch ein Mittelfeldspieler auf der Zehnerposition, der torgefährlich ist (neun Treffer), aber auch schon 14mal vorbereitet hat. Neben Metzulat haben die Neuzugänge Tarik Ören, Erdi Kocaoglu, Manuel Rünz und Patrick Essig voll eingeschlagen. Potenzial ist ausreichend vorhanden, um sich im Tabellenmittelfeld zu etablieren. Wenn am 26. Januar das Training beginnt, wird Tim Seethaler nicht mehr dabei sein. Er kehrt zurück zur Spvgg Weil der Stadt, Martin Schöpfer steht vor einem Wechsel zum TSV Malmsheim.

TSV Merklingen

Mit Uwe Eberhard haben die Merklinger einen Volltreffer gelandet. Der ehemalige Rutesheimer bestritt als einziger im Team nicht nur alle 16 Partien, sondern führt auch noch die interne Torschützenliste mit zehn Treffern an. Dahinter klafft jedoch eine Lücke. Thomas Hampel und Tolga Camlice haben es auf jeweils vier Treffer gebracht. So ganz hat es also nicht geklappt, die Abgänge zu ersetzen. Mit Marcus Bofinger (13 Tore) und Leo Saku (11) hatten sich zwei torgefährliche Offensivkräfte verabschiedet, Kai Woischiski (22) fällt zudem immer noch verletzungsbedingt aus.

Doch es sind nicht nur die Tore, die fehlen. Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison hatte der TSV Merklingen ein Torverhältnis von 53:19. Bofinger und Saku zählten genauso zu den erfahrenen Kräften wie der ehemalige Spielertrainer Wolfgang Buck, Jan Schumacher und Schlussmann Marc Wellinger, die alle nicht mehr zur Verfügung stehen. „Das Problem ist nicht die spielerische Qualität. Wir haben einfach gebraucht, um uns als Mannschaft zu finden. Die Hierarchie hat gefehlt. Ich hätte nicht gedacht, dass der Umbruch solche Auswirkungen hat“, sagt Trainer Christian Steidle, der im Sommer Wolfgang Buck beerbt hat. Der Übungsleiter ist sich sicher, die Trendwende geschafft zu haben. Eine gute Vorbereitung (Start 26. Januar) vorausgesetzt mit entsprechendem Start Anfang März, sollte sich der TSV von der Abstiegszone noch deutlich absetzen.

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