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Trainer Labbadia lobt sein Team nach dem 2:2 bei Bayer Leverkusen. Bobic kritisiert Schiedsrichter.

Leverkusen - Der VfB Stuttgart feierte das 2:2 beim deutschen Vizemeister Bayer Leverkusen wie eine Wiederauferstehung. „Uns fehlte zwar die Leichtigkeit, aber die Art und Weise wie die Mannschaft aufgetreten ist, hat mir gefallen“, lobte VfB-Trainer Bruno Labbadia die vielversprechende Generalprobe vor dem Knüller im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Bayern München. „Wir haben zu alter Geschlossenheit zurückgefunden.“ Bei zuvor vier Niederlagen in Serie in der Fußball-Bundesliga war davon nämlich nichts zu sehen.

„Alle haben eine gute Körpersprache gezeigt, waren sehr griffig. Das ist der Weg, wo die Mannschaft hin muss“, sagte Stuttgarts Sportmanager Fredi Bobic. „Wenn die Mannschaft so kompakt ist, kann sie jeden schlagen.“ Auch den FC Bayern im Pokal? „Das ist ein Bonus-Spiel, da können wir nur gewinnen“, meinte Bobic nach dem „wichtigen Sieg für das Selbstvertrauen“ am Rhein.

"Mein Gott, müssen wir körperlos spielen?"

Die Freude über den auch glücklichen Punktgewinn verdrängte den Ärger über Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Nach dem 1:0 durch Bayer-Stürmer Stefan Kießling (11. Minute) und dem Ausgleich durch ein Freistoßtor von Julian Schieber (23.) gab der Referee nach der Halbzeitpause einen Foulelfmeter, den Simon Rolfes (47.) verwandelte. VfB-Profi Serdar Tasci hatte Lars Bender geschubst.

Die "Bruno sieht rot"-Folge zum 20. Spieltag

„Der Elfmeter war ein Genickschlag. Mein Gott, müssen wir körperlos spielen?“, schimpfte Bobic. Dass Kinhöfer fünf Gelbe Karten zückte und Bayer-Verteidiger Michal Kadlec (Gelb-Rot/63.) sowie Stuttgarts Cristian Molinaro (Rot/92.) rauswarf, verstärkte seinen Unmut. „Da war mir angst und bange, dass überhaupt noch jemand auf dem Platz war“, meinte Bobic. Zum Glück gehörte Martin Harnik dazu, dem kurz nach seiner Einwechslung das Joker-Tor zum 2:2 (89.) gelang.

"Die Mannschaft hat die richtige Mentalität"

„Das ist eine gefühlte Niederlage“, sagte Leverkusens Innenverteidiger Daniel Schwaab enttäuscht. „Wir dürfen uns dadurch aber nicht unruhig machen lassen“, forderte Torwart Bernd Leno mit Blick auf den immer kniffliger werdenden Kampf um einen Europacup-Platz. „Die Mannschaft hat die richtige Mentalität und wird dem Druck standhalten“, sagte Chefcoach Robin Dutt, der die Eiszeit zwischen Werksclub und Altstar Michael Ballack beendete.

„Bei mir wird es so bleiben, dass ich die Entscheidungen sportlich treffe“, sagte Dutt, der den in Ungnade gefallenen 98-maligen Nationalspieler allerdings erneut auf die Bank verbannte. „Im Lauf des Spiels hat es keine Position gegeben, ihn einzuwechseln.“

Nach dem von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler angedrohten Stadionverbot für Ballack-Berater Michael Becker („Bauernopfer Ballack“) saß dieser demonstrativ auf der Tribüne - und fror. Völler und Clubchef Wolfgang Holzhäuser hielten Abstand und schauten der Partie in einer warmen Stadionloge zu. Derweil schweigt Michael Ballack weiter zum Zerwürfnis. Wortlos verließ er die BayArena.