Klare Ansagen: 1899-Trainer Markus Gisdol. Foto:  

Trainer Markus Gisdol fordert ein besseres Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Trainer Markus Gisdol fordert ein besseres Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Zuzenhausen - 1899 Hoffenheim feierte den ersten Erfolg schon vor dem Beginn der Rückrunde. Die Kraichgauer sind Tim Wiese los – 1899 einigte sich mit dem ausgemusterten Ex-Nationaltorhüter auf die Auflösung seines Vertrags. Wiese bekommt offenbar eine Abfindung in Höhe von rund sechs Millionen Euro. Und Hoffenheim hat das leidige Dauerthema endlich vom Tisch.

Ein anderes wird die Nordbadener allerdings wohl noch ein Weilchen beschäftigen. In der Offensive hui, in der Defensive pfui – so könnte man das Hoffenheimer Auftreten in der Hinrunde beschreiben. Nun soll in der Rückrunde endlich so etwas wie Stabilität her. Die Balance zwischen Abwehr und ­Angriff war das Problem – als Sinnbild stand das spektakuläre 4:4 gegen Werder Bremen am 14. Spieltag, als es die Kraichgauer mal wieder schafften, einen eigenen Vorsprung nicht ins Ziel zu bringen.

Trainer Markus Gisdol arbeitete in der Winterpause gezielt an den Schwächen im Defensivverhalten – und das letzte Testspiel vor dem Rückrundenauftakt an diesem Samstag beim 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr/Sky) gab Anlass zur Hoffnung. Mit 4:1 fegte 1899 den türkischen Erstligisten Kasimpasa Istanbul vom Platz, und Gisdol sah sein Team da auf einem guten Weg – vor allem in der Abwehr. „Es hat vieles gut gepasst. Vom Gefühl her sind wir stabiler geworden als in der Vorrunde“, sagte der Coach.

Später ergänzte er aber, dass das alles noch nicht viel bedeuten müsse. Was wohl heißt: Seine Mannschaft ist weiter so etwas wie die Wundertüte der Liga.

Denn Gisdols Jungs befinden sich noch immer in einem Lernprozess. „Wir müssen weiter im Detail daran arbeiten, wer im Defensivverhalten wann gegen den Ball wohin laufen muss“, sagt der Trainer, der auch im Offensivverhalten Verbesserungsbedarf sieht: „Wir wollen bestimmen, wann wir das Tempo anziehen. Aber das gelingt selbst großen Mannschaften oft nicht – so etwas kann man nicht in kurzer Zeit hinbekommen.“

Fakt ist: Falls Hoffenheim seine Probleme in der Abwehr in den Griff bekommt, ist ­einiges drin in der Rückrunde. Womöglich sogar der große Wurf im DFB-Pokal, wo das Team im Viertelfinale am 12. Februar den VfL Wolfsburg empfängt. Für die Liga gibt Gisdol ein bescheidenes Ziel aus: „Wenn wir es schaffen, am Ende den Tabellenplatz zu belegen, den wir jetzt haben, wäre es eine fantastische Saison für uns.“

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