Rien ne va plus in Perouse: Der SV zieht sich wegen Personalmangels aus der Bezirksliga zurück – Trainer Erkan Kilic (re./mit Mustafa Avci) hoffte bis zuletzt. Foto: Andreas Gorr

Der Fußball-Bezirksligist kann auch für die Nachholpartie am Donnerstagabend gegen den TSV Benningen kein Team stellen und steht nach der dritten Spielabsage als erster Absteiger fest.

„Gekämpft, gehofft und doch verloren“ oder „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ – es gäbe zahlreiche Zitate aus dem Repertoire der Trauer- und Kalendersprüche, die auf die Fußballer des SV Perouse passen würden.

 

Fakt ist: Am Dienstagabend fanden sich nur acht Spieler zum Training ein. Die Vereinsverantwortlichen entschlossen sich, das Nachholspiel gegen den TSV 1899 Benningen am Donnerstagabend abzusagen – da dies nach der Absetzung der Partien beim SV Leonberg/Eltingen und gegen den TSV Merklingen zuvor die dritte Absage in dieser Saison ist, wird der SV Perouse automatisch aus der Wertung genommen und steht nach den Statuten des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) als Absteiger fest.

Bis zuletzt hatten sie im Club gehofft, dieses Szenario abwenden zu können. Noch am Montag hatte Trainer Erkan Kilic erklärt, die Saison solle auf jeden Fall zu Ende gespielt. Zwei Tage später musste er resigniert bekennen: „Es macht keinen Sinn mehr. Ich bin mir auf Dauer zu schade, den Spielern hinterherzulaufen und zu betteln.“ Zwölf Spieler hätten den Verein ohne plausible Erklärung verlassen, manche auch ganz ohne ein Wort. Lediglich den Abgang von Altin Maliqi zum A-Ligisten Spvgg Renningen kann er nachvollziehen. „Er will mit seinem Bruder zusammenspielen. Und sportlich steht Renningen als Tabellenführer auch gut da“, sagt Kilic.

Trainer Kilic entschuldigt sich bei Gegnern

Ausdrücklich nimmt der Coach das letzte verblieben Häuflein in Schutz. „Die Spieler, die noch da sind, können am wenigsten was dafür“, betont er. Er hoffe, dass alle Spieler, die gegangen seien, ein gutes Gewissen hätten. Ausdrücklich entschuldigt sich Kilic bei den Verantwortlichen der betroffenen Vereine in der Liga. „Ich bedauere es zutiefst, dass es zu diesem Schritt gekommen ist“, erklärt der SV-Trainer. In diesem relativ frühen Stadium der Saison habe der Rückzug des Vereins noch keine allzu großen Auswirkungen, hofft er.

Tatsächlich bietet die Tabelle ein etwas krummes Bild: Durch die Annullierung der Spiele gegen den SV Perouse haben die Bezirksligisten derzeit rechnerisch zwischen 16 und 19 Spielen absolviert. Besonders betroffen sind Teams, die bereits zweimal gegen Perouse gespielt und gewonnen haben wie Croatia Bietigheim. Nur um drei Zähler trauern muss hingegen der VfB Neckarrems, der als einziges Team der Liga gegen den SV Perouse eine Niederlage hinnehmen musste.

Neustart in Kreisliga A ist unsicher

Beim SV Perouse hofft man, in der kommenden Saison in der Kreisliga A einen Neuanfang mit einer schlagkräftigen Truppe starten zu können. Dies war laut Spielleiter Heinz Bündert auch der Grund, warum eine Abmeldung der Mannschaft vom Spielbetrieb – was sich viele Bezirksliga-Konkurrenten gewünscht hätten, um früher Klarheit zu haben – nie ein Thema war. „Dann wären alle unsere Spieler sofort frei gewesen, und wir hätten in der Kreisliga B wieder neu anfangen müssen“, erläutert er.

Dieses Szenario kann dem SV Perouse allerdings dennoch drohen. In welcher Liga der Club in der neuen Saison antritt, entscheidet der Verbandsspielausschuss. „Das hängt auch davon ab, wie ein Verein insgesamt dasteht“, erläutert José Macias, der Abteilungsleiter Spielbetrieb beim WFV. Es ist noch nicht sicher, ob der Schrecken beim SV Perouse wirklich ein Ende hat.