Denis Berger (vorne) traf in der Partie gegen den SV Bonlanden zum 2:3 für N.A.F.I. Stuttgart. Doch der Ausgleichtreffer blieb dem Tabellenersten verwehrt. Foto: Yavuz Dural

Der Spitzenreiter verliert mit 2:3 beim SV Bonlanden, doch auch der zweitplatzierte Türkspor unterliegt.

Stuttgarter Norden - Es wäre für die Kicker N.A.F.I. Stuttgart der vorentscheidende Schritt in Richtung Bezirksligameisterschaft gewesen, wenn das Team von Trainer Damir Bosnjak das Spitzenspiel gegen den Verfolger SV Bonlanden gewonnen hätte. Doch stattdessen tritt der Tabellenführer auf der Stelle, denn gegen den einstigen Oberligisten aus Bonlanden musste sich N.A.F.I. zum zweiten Mal in der laufenden Runde geschlagen geben. Kleiner Trost für Bosnjaks Truppe: Auch der Zweitplatzierte Türkspor Stuttgart patzte. Doch auch auf anderen Plätzen gab es reichlich Unterhaltsames zu sehen: Der MTV Stuttgart beendete mit einem 5:0-Kantersieg über die TSVgg Plattenhardt sein Zwischentief und vergrößerte den Abstand zur Gefahrenzone. Das gilt auch für die Sportvg Feuerbach, die gegen Sillenbuch einen 5:3-Erfolg feierte. Croatia Stuttgart bezwang im vierten Versuch und nach einer hochgradig unterhaltsamen Partie seinen Angstgegner VfB Obertürkheim durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 4:3. Dagegen können der SSV Zuffenhausen und der FC Stuttgart-Cannstatt, die beide sieglos blieben, langsam für die Kreisliga planen.

Im übertragenen Sinne ist N.A.F.I. Stuttgart mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar hat der Spitzenreiter mit 2:3 beim SV Bonlanden verloren und es damit verpasst, für sich die Hinspielniederlage zu revanchieren. Aber das ist für den Tabellenführer zu verschmerzen: „Es hat sich für uns nicht viel geändert“, sagt N.A.F.I.-Coach Damir Bosnjak, das nach dem zeitgleichen Patzer von Verfolger Türkspor nach wie vor drei Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten und vier Punkte Vorsprung auf die Bonlandener hat. Dass es überhaupt zu der Niederlage kam, begründet Bosnjak so: „Der Gegner war cleverer, und wir hatten Pech im Abschluss.“ Allerdings hatten die Bonlandener von Beginn an viel Leidenschaft in die Waagschale geworfen und machten den Gästen mit ihrer Lauf- und Zweikampfstärke das sportliche Leben schwer. Zudem verbuchten sie in Durchgang eins drei Treffer, hätten aber noch einige Tore mehr machen können. N.A.F.I. wiederum zeichnete sich durch Effizienz aus: Ein Freistoßtor von Erdal Koyuncu sorgte für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich, ein Treffer von Denis Berger brachte den Spitzenreiter noch vor der Pause auf 2:3 heran. Das sollte es dann aber gewesen sein. Denn obwohl N.A.F.I. im zweiten Spielabschnitt mehr Ballbesitz hatte, ließ die beste Offensive der Liga die Durchschlagskraft vermissen.

Francesco Mazzella di Bosco traut dem Frieden zwar noch nicht, aber eines ist klar: Am Sonntag konnte der Trainer des MTV Stuttgart mit dem 5:0 über eine ziemlich indisponierte TSVgg Plattenhardt das Ende einer Serie feiern, in der seine Mannschaft zuletzt fünf Unentschieden in Serie abgeliefert hatte. Schon in der 9. Minute landete ein noch leicht abgefälschter Schuss von Haralampos Cechagias zum 1:0 für den MTV im Plattenhardter Tor. Und beim 2:0 profitierte Raphael Hahn von einem groben Abwehrschnitzer der TSVgg. Die Elf vom Kräherwald ließ sich auch nicht bremsen, als sich Jan Zajfert in der 52. Minute Gelb-Rot und damit einen Platzverweis einhandelte. In der 65. Minute baute Hahn den Vorsprung auf 3:0 aus und holte auch den Elfmeter heraus, der eine knappe Viertelstunde später das 4:0 durch Willie Sauerborn bringen sollte. Den Schlusspunkt zum 5:0 setzten die Gäste selbst: TSVgg-Torwart Daniel Wagner wehrte einen Schuss von Edga Tchokoteu Goundjo so ab, dass der Ball den Kopf von Wagners Teamkollegen Michael Müller traf und von dort in Tor prallte.

Fünf Tore durfte sich auch die Sportvg Feuerbach aus der Partie gegen den SV Sillenbuch gutschreiben lassen. Vor allem durfte sich Interims-Spielertrainer Roland Filipovic darüber gefreut haben, dass sein Team für die ersten vier Treffer nicht einmal eine halbe Stunde an Zeit benötigte. In der 4. Minute traf Anton Zovko, in der 20. Vaidas Rocys, der kurz darauf nur durch ein Foul gebremst werden konnte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Amir Limani zum 3:0, ehe Marc Rössner den vierten Streich für die Feuerbacher folgen ließ. Die Vorentscheidung? Mitnichten, denn noch vor der Pause schlugen die Gäste zurück und verkürzten auf 1:4. „Da war in der zweiten Hälfte schon etwas Verunsicherung bei uns zu spüren“, sagt der Feuerbacher Abteilungsleiter Robert Junak. Denn die Sportvg kam zwar durch Limani noch zum fünften Treffer, musste dann aber zwischen der 77. und 78. Minute noch zwei Gegentore schlucken. Doch dabei sollte es bleiben – auch wenn die Gäste bis zum Schluss mit Macht, aber ohne die nötige Durchschlagskraft das Tor der Sportvg berannten.

Croatia Stuttgart machte es noch ein bisschen spannender. Denn der wieder erstarkte Club bekam es mit dem VfB Obertürkheim und damit seinem Angstgegner schlechthin zu tun – was der Begegnung zweier abstiegsgefährdeter Vereine noch einen zusätzlichen Reiz verlieh. Zunächst waren die gastgebenden Kroaten das bessere Team, das in der 11. Minute durch Pero Mamic in Führung ging. „Leider haben wir da nicht nachgelegt“, sagt Croatia-Coach Branimir Bresic. Und so kam der VfB nach und nach immer besser ins Spiel. Die Folge: Das 1:1 nach einer halben Stunde Spielzeit. Es sollte der Startschuss für eine Stunde Fußball sein, die Zuschauer begeistert und Trainer verzweifeln lässt. Denn in dem nun folgenden offenen Schlagabtausch produzierten die beiden Rivalen so viele Fehler, dass sich automatisch Chancen im Minutentakt ergaben. In der 66. Minute gingen die Obertürkheimer mit 2:1 in Front. Franc Cagalj egalisierte sechs Minuten später, während dem Gast in der 79. Minute das Tor zum 3:2 glückte. Zwei Minuten vor dem Ende traf Kristijan Cagalj zum erneuten Ausgleich, ehe Mamic mit seinem 15. Saisontor die Partie endgültig zugunsten der Kroaten entschied.

Mit einem 2:2-Remis endete das Derby zwischen dem SC Stammheim und dem SSV Zuffenhausen. Ein Resultat, mit dem die Stammheimer zwar gut leben können, die abstiegsgefährdeten Zuffenhäuser aber nicht. „Wenn man sich die Ergebnisse unserer Konkurrenten im Abstiegskampf anschaut, hilft uns der eine Punkt nicht weiter“, sagt SSV-Trainer Emrah Uyar. Dessen Team hatte in der ersten Hälfte die Tugend an den Tag gelegt, die den Stammheimern fehlte: Effektivität. Die erste Möglichkeit für die Gäste verwertete Martin Mataija in der 34. Minute zum 1:0 für den SSV. Zu Beginn von Hälfte zwei beendete Rick Hachenbruch einen Konter mit dem 2:0. Doch direkt nach Wiederanstoß verkürzte Tobias Oesterwinter auf 1:2. Armando Barbieri gelang kurz darauf der 2:2-Ausgleich. Bei diesem Stand blieb es – auch, weil die Grätsche von Dennis Neumann gegen Sergio Mavinga in der 88. Minute nicht mit einem Strafstoß geahndet wurde.

Anno 2014 ist der FC Stuttgart-Cannstatt in die Bezirksliga aufgestiegen. Doch die Zeit in dieser Spielklasse scheint für den FC nach dem 1:4 bei der Spvgg Cannstatt abgelaufen „In den vergangenen Wochen haben wir zweigleisig geplant. Ich denke, ab jetzt können wir für die Kreisliga A planen“, sagt FC-Trainer Ali Souli. Zwar hatte sein Team die frühe Führung der Spvgg durch Saban Erdogmus noch ausgleichen können, dann aber durch Ömer Sahin und Konstantin Junakow zwei gute Chancen ausgelassen. Das sollte sich rächen, denn die Platzherren legten im zweiten Spielabschnitt noch drei Tore nach.

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