Kaum genesen, schon wieder verletzt: Dem Weilimdorfer Cesur Sevimli (Mitte) droht eine längere Zwangspause. Foto: Günter Bergmann

Der FC Stuttgart-Cannstatt hat seit einger Zeit zwei Ausfälle zu beklagen – woran sich in absehbarer zeit wenig ändern wird. Doch auch etliche Rivalen in der Bezirksliga haben mit dem Verletzungspech zu kämpfen.

Stuttgarter Norden - Zwar sind derzeit erst etwa zwei Drittel der Fußball-Bezirksligasaison absolviert. Aber bei dem einen oder anderen Club zeigen sich schon Verschleißerscheinungen. Wobei hiermit nicht etwa die Wechsel auf der Trainerbank gemeint sind, sondern die Ausfälle in den Spielerkadern. So muss beispielsweise der FC Stuttgart-Cannstatt schon seit Wochen ohne sein Herzstück im Mittelfeld auskommen – was auch noch ein Weilchen so bleiben wird. Beim TSV Weilimdorf fällt ein erst kürzlich wieder genesener Leistungsträger erneut aus, und auch beim SC Stammheim steht einem Stammspieler eine wochenlange Zwangspause bevor.

Es war ein richtig guter Lauf, den Cesur Sevimli, Spielgestalter beim TSV Weilimdorf, gehabt hatte. Doch dann setzte ihn nach der Winterpause eine schwere Erkältung außer Gefecht. Kaum war Sevimli wieder fit, folgte der nächste Rückschlag. Am vergangenen Spieltag musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Erste Diagnose: Bänderriss und eventuell eine Knochenabsplitterung im Knöchel. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, trifft der Tabellenzweite am Sonntag doch auf Croatia Stuttgart und damit just auf jene Mannschaft, gegen die sich der TSV zuletzt sehr schwer getan hat. Von den vergangenen vier Pflichtspielen gegen das Team von Trainer Igor Ilicic gewannen die Weilimdorfer nur eines. Dass sich der Ex-Landesligist gegen seine Mannschaft so schwer tut, kann Ilicic einfach begründen: „Bei uns ist die Motivation gegen die guten Teams einfach eine andere als gegen die vermeintlich schwachen“, sagt der Croatia-Coach. Allerdings hat auch er einen Ausfall zu beklagen: Abwehrspieler Andreas Fröhlich zog sich einen Kreuzbandanriss zu und fällt mehrere Wochen aus. Außerdem ist der Einsatz von Jan Zajfert fraglich. Dass die verletzungsbedingten Ausfälle auf die lange Saison zurückzuführen sind, glaubt Ilicic allerdings nicht: „Das liegt meines Erachtens mehr an mangelhafter Trainingsleistung.“

Der FC Stuttgart-Cannstatt gehört zu den Mannschaften, die sich in der Rückrunde eher schwer getan haben. Gerade einmal vier Zähler holte der FC, der am Sonntag beim MTV Stuttgart gastiert. Und der Club, bei dem nach den Rücktritten von Recep Yildiz und Gökhan Dogan inzwischen Isa Topac die sportlichen Geschicke lenkt, muss weiterhin auf sein Herzstück, die beiden Routiniers Adjmal Hakimzade und Halil Özel, verzichten. Özel weilt noch in den Flitterwochen, Hakimzade – erst kürzlich nach längerem Heimataufenthalt wieder zum Kader gestoßen, zog sich eine schwere Knöchelverletzung zu. Doch FC-Spielleiter Erol Sivka kann auch gute Nachrichten vermelden: Saban Erdogmus und Gökhan Kocabas sind wieder einsatzfähig. Beim MTV muss sich Trainer Francesco Mazzella di Bosco weniger Gedanken um sein Personal machen als um das, was besagtes Personal auf dem Platz tut. „Wir müssen unseren Plan durchziehen, und zwar länger als zuletzt in Stammheim.“ Denn dort hatte das Team vom Kräherwald eine 2:0-Führung verspielt. Aus ähnlichen Gründen ging auch das Hinspiel gegen den FC Stuttgart-Cannstatt schief. Schnell hatte der MTV seinerzeit mit 1:0 geführt. „Da hat mein Team wohl gedacht, dass es so locker weitergeht“, sagt Mazzella di Bosco – der nun von seinen Kickern fordert, die Scharte wieder auszuwetzen.

Verletzungspech, der nächste Teil: Beim SC Stammheim hat es Umut Karlikli erwischt. „Grob gefoult und blöde gefallen“, sagt SC-Coach Thomas Oesterwinter, der Karlikli am vergangenen Wochenende schon nach 25 Minuten auswechseln musste. Der Stammheimer Spieler zog sich mehrere Bänderrisse in der Schulter zu – die Saison ist für ihn gelaufen. Zwar ist der Kader des SC, der am Sonntag bei der abstiegsgefährdeten Sportvg Feuerbach gastiert, verhältnismäßig breit. „Aber einen Linksfuß wie Umut Karlikli haben wir eben nicht mehr“, sagt Oesterwinter. Seinem Amtskollege von der Sportvg, Kosta Choudiakis, wäre es wohl egal, ob Links- oder Rechtsfuß – so lange der Inhaber der Gliedmaßen zu den Übungseinheiten erscheint. „Ich hatte am Dienstag elf Mann im Training, das ist nicht ausreichend“, sagt Choudiakis, der sich damit just mit demselben Problem konfrontiert sieht wie sein Vorgänger Peter Secker. „Die Trainingsbeteiligung ist die Grundvoraussetzung, sonst kann das mit dem Klassenverbleib nicht funktionieren.“

Womit auch schon die Überleitung zu den beiden Zuffenhäuser Clubs geschaffen wäre, die sich wie die Feuerbacher in akuter Gefahr befinden, die kommende Runde in der Kreisliga A antreten zu müssen. Da wäre zunächst der SSV Zuffenhausen, der sich zwar seit zwei Spieltagen auf einem Nichtabstiegsplatz befindet, es aber vor Wochenfrist beim 3:3 gegen die Spvgg Möhringen verpasste, sein Punktepolster zu vergrößern. Das kann die Mannschaft von Trainer Ingo Ramljak nun nachholen – sie gastiert bei der SG Untertürkheim, die einen Rang und einen Punkt hinter den Zuffenhäusern im Klassement angesiedelt ist. „Ein angeschlagener Gegner – das wird ein zähes Spiel“, vermutet Ramljak. Denn während die Zuffenhäuser im Fußballjahr 2015 noch ungeschlagen sind, gelang der SGU erst ein Sieg – und der war ein knappes 2:1 zum Rückrundenauftakt gegen das Tabellenschlusslicht SKV Palästina Al Q’uds Stuttgart. Übrigens: Beim SSV gibt es keinerlei Ausfälle zu verzeichnen.

Auch Trainer Marco Scheel kann vor der Partie beim SKV Palästina Al Q’uds Stuttgart auf das Stammpersonal des TV 89 Zuffenhausen zurückgreifen – zumindest den Teil, der noch übrig ist. „Drei Mann auf der Bank“, ist die Ansage, die Scheel machen muss, nachdem Stürmer Maximilian Eisentraut noch gesperrt ist und sich in Nachwuchsspieler Gerrit Phillips eine weitere Alternative studienbedingt abgemeldet hat. Nun gibt es zwar noch den reaktivierten Colin Schmidt, aber der hat nach mehrmonatiger Pause noch Trainingsrückstand. Doch dass es auch ohne eine voll besetzte Ersatzbank geht, haben die Zuffenhäuser ja mit dem 3:0 gegen die Sportvg Feuerbach bewiesen. Durch die drei Punkte ist die Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen auf einen Zähler geschrumpft. „Wir müssen unbedingt nachlegen“, fordert der Zuffenhäuser Trainer von seinem Team. „Sonst waren die gegen Feuerbach geholten Punkte wertlos.“

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