Des einen Freud, des anderen Leid: Der TSV Münchingen kommt beim SV Leonberg/Eltingen nach zweimaligem Rückstand doch noch zu einem 4:4. Der TSV Merklingen verpasst mit 1:0 ein Schützenfest.
Dank großer Moral hat der TSV Münchingen einen weiteren Punkt im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bezirksliga ergattert. Das Kellerkind schien beim SV Leonberg/Eltingen gleich zweimal aussichtslos im Rückstand zu liegen, am Ende stand jedoch ein 4:4. Die Gastgeber nutzten insbesondere Schwächen auf der rechten Abwehrseite der Münchinger zum Erfolg. Dreimal brach Marco Seufert durch, zweimal legte er auf Ennio Ohmes ab (6., 14.), einmal vollendete er selbst zum 3:0 nach 17 Minuten. „Wir haben dem Gegner zu Beginn viel zu große Lücken angeboten und sind klassisch ausgekontert worden“, kritisierte TSV-Coach Ahmet Yenisen seine Elf.
Ivan Percobic, den Yenisen aus der zweiten Mannschaft hochgezogen hatte, hauchte den Gästen mit einem Schlenzer aus 22 Metern in den Winkel zum 3:1 nur eine Minute später wieder Leben ein. „Die hohe Führung hat uns nicht gut getan, wir sind nachlässig geworden“, bemängelte SV-Trainer Benjamin Schäffer. Münchingen hielt den Druck hoch, zwei Minuten später traf erneut Percobic zum 3:2. „Damit war bei uns wieder der Glaube, was mitnehmen zu können“, sagte Yenisen. Der aufgerückte Etienne Stadler verpasste vor der Pause per Kopf das 3:3.
Als Ennio Ohmes mit seinem dritten Treffer (57.) das 4:2 erzielte, schien die Partie erneut entschieden. Coach Yenisen erhöhte den Offensivdruck nochmal und bot in den letzten 25 Minuten vier nominelle Stürmer auf. Zum Punktgewinn führten aber zwei Standardsituationen: In der 78. Minute traf Stadler per Kopf zum 4:3, zwei Minuten später verlängerte Felix Öhrlich eine Ecke zum 4:4 in die Maschen. „Danach hatten beide Teams noch die Chance zum Sieg. Aber für uns fühlt sich das Unentschieden wie ein Sieg an“, zeigte sich Yenisen zufrieden. Schäffer sah das naturgemäß anders. „Bei uns war Frust da. Zweimal darf man einen Vorsprung nicht abgeben“, kritisierte er.
TSV Merklingen: Zwölf Chancen, ein Tor
Ein Schützenfest hat der TSV Merklingen im Duell der Aufsteiger gegen TASV Hessigheim verpasst. „Wir hatten zwölf 100-prozentige Chancen, vor dem gegnerischen Tor waren wir richtig kläglich“, haderte Merklingens Coach Gianluca Crepaldi. Schon zur Pause hätten die Merklinger 3:0 führen können. Doch nur Ioannis Savvoulidis (27.) traf. Er lief allein aufs Tor zu, nachdem die zu weit auseinanderstehenden Innenverteidiger der Gäste mit einem Chipball in die Nahtstelle überrascht worden waren.
„Ein 1:0 gab es mit mir als Trainer noch nie“, wunderte sich Crepaldi, der mit ansehen musste, wie allein der sonst so treffsichere Kai Woischiski vier Topchancen liegen ließ. Immerhin verhinderte die Merklinger Defensive im Verbund in der letzten Minute den Ausgleich der Gäste nach einem Eckball. „Das mit dem Ball aufs Tor schießen werden wir am Dienstag noch einmal verstärkt üben“, meinte Crepaldi schmunzelnd.
Konditionsmängel beim SV Perouse
Mit einer 3:5-Niederlage beim VfB Neckarrems ist der SV Perouse ins neue Bezirksliga-Jahr gestartet. „Wir haben es unserem Gegner bei den Gegentoren viel zu einfach gemacht“, kritisierte SV-Trainer Erkan Kilic, der in Dardan Veseli einen Feldspieler ins Tor stellen musste, da sein etatmäßiger Torhüter beruflich verhindert war. Bereits nach sieben Minuten nutzten die Gastgeber eine Lücke auf der Außenbahn des SV zum 1:0. Mustafa Avci glich zwar nach 29 Minuten nach schöner Vorarbeit von Tarik Ören aus, doch Grigorios Moissiadis sorgte mit einem Doppelschlag (34., 36.) für den 3:1-Pausenstand für den VfB aus Neckarrems.
Die guten Vorsätze für die zweite Hälfte waren nach vier Minuten obsolet, als Max Stumm das 4:1 für die Gäste erzielte. Weder das 4:2 durch Samuel Esfahanian (59.) noch eine Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (65.) brachten Neckarrems in echte Bedrängnis. Erst als Mustafa Avci einen Freistoß in den Winkel zirkelte (83.), wackelte der VfB fünf Minuten lang – ehe Elmedin Sovtic für den 5:3-Endstand (88.) sorgte. „Wir haben die Überzahl nicht gut genutzt, und Neckarrems ist kompakt gestanden“, bedauerte SV-Coach Kilic. Man habe aber auch gemerkt, dass viele Spieler nicht in der Lage gewesen seien, die nötigen Wege zu gehen, um die Überzahl konsequent auszunutzen. „Das hat mich nach der Trainingsbeteiligung während unserer Rückrundenvorbereitung aber auch nicht gewundert“, stellte der Perouse-Coach klar.