Burak Yalman (links) freut sich nach seinem Führungstor mit Lutonda Ntiti. Foto: Patricia Sigerist

Nach jeweils zwei Siegen zum Ligaauftakt 2019 stehen der SV Fellbach als Zweiter und der TV Oeffingen als Sechster prächtig da im Klassement. Andere hindert der Sturm am Kräftemessen mit der Konkurrenz.

Fellbach - Der Trainer des SV Fellbach ist ein bekennender Fan des Teams von Ajax Amsterdam, das da unlängst in der Champions League den Titelverteidiger Real Madrid in seine Einzelteile zerlegt hat. „Laufwege, Einsatzbereitschaft, Spielwitz und Spielfreude“ – Giuseppe Greco ist begeistert von der Hingabe und Eleganz des niederländischen Rekordmeisters. Das von ihm angeleitete Fußball-Team, klar, lässt sich jetzt nicht gut vergleichen mit der gerade vielleicht aufregendsten Profi-Mannschaft des Planeten. Aber es führt nicht zu weit, der Landesliga-Vertretung des SV Fellbach in puncto Laufwege, Einsatzbereitschaft, Spielwitz und Spielfreude ein Niveau zu attestieren, das so schon seit sehr, sehr vielen Jahren nicht mehr auf dem Sportgelände an der Esslinger Straße zu besichtigen war. „Wir wollen mutig auftreten“, hatte Giuseppe Greco, 39, vor dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall gesagt: „Ich spüre, wie jeder heiß drauf ist.“ Am Freitagabend waren die Gastgeber dann tatsächlich von Beginn an mutig und auf Betriebstemperatur. Giuseppe Grecos Gefolgschaft überzeugte in der Offensive wie in der Defensive, gewann nach den schnellen Treffern von Jens Strohm (2.) und Nikola Jelic (6.) mit 2:0 und logiert jetzt auf dem zweiten Tabellenplatz. Vor den Sportfreunden Schwäbisch Hall und vor dem TSV Schwaikheim, bei dem die Fellbacher um den rasenden Burak Sönmez, unseren Spieler des Tages unter vielen Guten, am nächsten Sonntag, 16 Uhr, das nächste Spitzenspiel bestreiten werden.

Der Landesliga-Verbund des TV Oeffingen ist als Tabellensechster auch dicht dran ander Spitze. Am Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellenführer TSV Heimerdingen, das die Platzherren dank der Tore von Burak Yalman, Emin Velic und Calvin Körner mit 3:1 gewannen, stimmten Ergebnis und Mannschaftsleistung. Die TVOe-Akteure hängten sich bei stürmischem Wetter voll rein. Auch diejenigen, die nur zu einem Kurzeinsatz kamen wie Daniel Juric. Der einzige Zugang der Oeffinger in der Winterpause, der eine Woche davor zum Auftakt 2019 gegen den SSV Gaisbach noch aus beruflichen Gründen gefehlt hatte, wurde in der 84. Minute erstmals beim TVOe eingewechselt. Und der Mittelfeldspieler, 20, war gleich mittendrin im Geschehen. Von Beginn an in Bestform war – wie schon zuvor beim 2:0-Sieg in Gaisbach – der Torwart Mario Peric. Der Kapitän hielt sein Team erst im Spiel, und am Ende hielt er die Führung fest. Dabei plagt sich Mario Peric derzeit mit einem Handicap herum. „Er hat seit Wochen einen Bluterguss am Oberschenkel, ich vermute, da sitzt ein tieferes Problem in der Muskulatur“, sagte Nina Vaut, seit Saisonbeginn Physiotherapeutin der Oeffinger Fußballer, durchaus sorgenvoll. Die weiten Abschläge überließ der 30-Jährige in Absprache mit der Fachfrau von der Bank deshalb Michael Schick. Ansonsten aber schonte er sich nicht. Mario Peric hechtete und tauchte nach den Bällen, vereitelte einige gute Torchancen des Tabellenführers und ist unser Spieler des Tages.

Bei jeder anderen Gelegenheit wäre der Ball von Genki Haraguchi wohl über die Torlinie gerollt. Doch am Sonntagabend waren die Wetterverhältnisse so widrig, dass er kurz vor dem Ziel auf dem schneebedeckten Rasen liegenblieb. Das Spiel musste mehrmals wegen heftigen Schneefalls unterbrochen werden, und der Angreifer von Hannover 96 musste im Bundesliga-Heimspiel gegen die Gäste aus Leverkusen auf den Torjubel verzichten. Im Bezirk Rems/Murr mussten einige Mannschaften gar ganz auf ihren Einsatz verzichten. Der Auftritt des SV Fellbach II in der Bezirksliga gegen den Tabellenführer SV Kaisersbach fiel am Sonntag aufgrund des Sturms aus. Auch die Fußballer des TSV Schmiden kamen nicht zum Einsatz, ihr Spiel in der Kreisliga A beim SC Urbach wurde abgesagt. Der Ligakonkurrent TV Stetten stand bei der SG Weinstadt bereits auf dem Platz, nach etwa zehn Minuten jedoch war die Begegnung beim Spielstand von 0:0 beendet. „Es war unmöglich, dort zu spielen, das waren irreguläre Verhältnisse“, sagte Adrian Schad, Spielertrainer des TV Stetten, über den Fußballplatz, der auf einer Anhöhe in exponierter Lage von den Sturmböen ganz besonders betroffen war. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

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