Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Helmut Schleweis, treibt die Bündelung der Kräfte in der Gruppe voran. Foto: dpa

Auch in der Sparkassengruppe müssen die Kräfte gebündelt werden. Jetzt bietet sich dazu eine Gelegenheit, meint Redakteur Klaus Dieter Oehler.

Frankfurt - Helmut Schleweis war bis Dezember 2017 noch Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Heidelberg. Zwar war der heute 64-Jährige schon in diversen Ausschüssen der Sparkassenorganisation aktiv, dass er aber am 1. Januar 2018 Präsident des mächtigen Sparkassenverbandes werden würde, hatte er nicht wirklich auf dem Plan. Nur gelegentlich schnupperte er an der Luft der „ganz großen Finanzwelt“, etwa auf den Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds in Washington. Dafür kennt sich Schleweis bestens mit den Strukturen seiner Organisation aus. Und so kam er schon kurz nach seinem Amtsantritt zu der Erkenntnis, dass die Sparkassen für die Zukunft nicht richtig aufgestellt sind. Da er aber auch die Basis kennt, weiß der gebürtige Heidelberger, wie schwer es sein wird, diese Strukturen zu verändern.

Die NordLB braucht dringend einen Investor

Nun aber bietet sich eine Gelegenheit, weil mit der NordLB eine der Landesbanken in eine Schieflage geraten ist und dringend einen Investor braucht. Interessenten gibt es durchaus, bis hin zur Commerzbank, wie zu hören ist. Aber die Sparkassen möchten „ihre“ Landesbank am liebsten in ihrem Lager behalten. Dabei ist die Idee nicht schlecht, denn ob Banking 4.0, Digitalisierung oder die hohe Exportorientierung der deutschen Wirtschaft – das alles kann eine einzelne Sparkasse nicht mehr für ihre Kunden alleine bewältigen und die Unterstützung durch Partner in der Organisation ist nicht immer der schnellste Weg. Allein die Zahl der Finanzinstrumente, die jeder gute Berater kennen sollte, ist im siebenstelligen Bereich angekommen. Auch die Genossen, die Volks- und Raiffeisenbanken, haben lange gebraucht, bis sie zu der Erkenntnis gekommen sind, dass eine Bündelung der Kräfte mehr Sinn macht. Bei den Sparkassen und Landesbanken spielt noch viel mehr Politik und Machterhaltung mit, das macht es nicht einfacher.

Der Wettbewerb im Finanzsektor ist in Deutschland so ausgeprägt wie in kaum einem anderen Land. Daher sind auch die Margen eher niedrig und so manche „Fintechs“ laufen den etablierten Instituten inzwischen auf dem einen oder anderen Gebiet den Rang ab. Früher oder später wird auch die von Schleweis 15 Jahre lang geführte Sparkasse in Heidelberg sehen, an welche Grenzen sie stößt. Handeln ist daher nötig – aber es wird ein langer und komplizierter Weg werden.

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