Runter vom Gas! In Ludwigsburg wurde vor weiteren Schulen und Kindergärten Tempo 30 angeordnet. Foto: dpa-Zentralbild

Um die Sicherheit für Kinder und Senioren zu erhöhen, wurden in Ludwigsburg noch mehr Tempolimits angeordnet. Autofahrer müssen vor Kindergärten und Altenheimen langsamer fahren.

Ludwigsburg - War die Ludwigsburger Kurfürstenstraße die meiste Zeit des zweiten Halbjahrs 2017 wegen Bauarbeiten in Fahrtrichtung Innenstadt komplett gesperrt, so mussten viele Autofahrer kurz vor Jahresende überrascht feststellen, dass es dort erneut ein Hindernis gibt: Sie dürfen zwar weiterfahren, aber sobald sie die Rundsporthalle passiert haben nur noch deutlich langsamer: Von der Einmündung der Kaiserstraße an bis etwa 20 Meter in die Martin-Luther-Straße reicht eine neue Tempo-30-Anordnung des Rathauses. Sie ist Teil eines flächendeckenden Programms, das die Sicherheit in den Bereichen vor Kindergärten, Schulen und Altenheimen erhöhen soll. Ein altes Vorhaben, das in Etappen umgesetzt worden ist.

„Wir hatten eine Liste mit 100 Stellen in der Stadt, an denen sich Schulen oder Kindergärten befinden, die meisten davon sind schon lange abgearbeitet worden“, sagt Heinz Mayer, der Leiter des Ludwigsburger Fachbereichs Sicherheit und Ordnung. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss, dass Autos im Stadtgebiet vor Einrichtungen für Kinder und Senioren langsamer fahren sollen, sei schon vor Jahren gefasst worden.

Im Sommer vergangenen Jahres erinnerte die Fraktion der Grünen im Gemeinderat daran, dass noch exakt zehn kritische Bereiche offen waren. Nach eingehender Prüfung wurde für sechs davon Tempo 30 angeordnet. An den übrigen vier Standorten wurde darauf verzichtet. Entweder weil eine Umsetzung für unnötig gehalten wurde, da sich vor einer Kita ohnehin eine Wendeplatte befindet, der Verkehr also auch so schon gedrosselt ist, oder weil die Schule – wie im Fall der Carl-Friedrich-Gauss-Schule – geschlossen worden ist.

Bejaht wurde das Tempolimit vor der Gänsfußallee 20 (Kindergarten St. Johann), im Bereich der Abelstraße 11 (Kinderhaus Wurzelkinder), der Uhlandstraße 20 (Kinder und Familienzentrum St. Martin), am Hohenzollernplatz 7 (Seniorenresidenz Anna Maria), im Bereich der Leonberger Straße 14 (Städtische Kita) sowie eben im Bereich der Kurfürstenstraße 2 wegen des evangelischen Kinder- und Familienzentrums Kindertagesheimat.

Ist es schon schwierig, in Verkehrsadern wie der Kurfürstenstraße das Tempo zu beschränken, so wäre eine Durchsetzung von Tempo 30 an der Schlossstraße (also einem Teilstück der B 27) sicher von der Aufsichtsbehörde abgelehnt worden. An der Hausnummer 25 befindet sich die Kinderkrippe Uki, doch hier konnte man sich darauf einigen, dass die Kinder über einen Zugang zum Holzmarkt gebracht und abgeholt werden. Beschlossen waren die sechs Maßnahmen, mit denen die lange Liste nun angeschlossen ist, schon seit Sommer. Bei einigen hat es jedoch gedauert, bis auch die Verkehrsschilder dafür installiert waren.

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