„Nur noch Endspiele“: VfB-Manager Fredi Bobic (re., mit Trainer Schneider). Foto: dpa

Frankfurt, Braunschweig, Bremen, Hamburg, Nürnberg: Die nächsten Gegner des VfB Stuttgart sind direkte Abstiegskonkurrenten. Da muss ein Punktepolster her, sonst kommt es wohl zu einer harten Landung – in Liga zwo.

Frankfurt, Braunschweig, Bremen, Hamburg, Nürnberg: Die nächsten Gegner des VfB Stuttgart sind direkte Abstiegskonkurrenten. Da muss ein Punktepolster her, sonst kommt es wohl zu einer harten Landung – in Liga zwo.

Stuttgart - Chance oder Risiko? Als Tabellen-Fünfzehnter hat der VfB sein Schicksal selbst in der Hand, zuletzt ist die Mannschaft trotz der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC zusammengerückt, jeder, so scheint es zumindest, hat den Ernst der Lage begriffen, und die nächsten Gegner scheinen durchweg machbar: Kommt jetzt also endlich die sportliche Wende? Oder nimmt der eine oder andere Profi die Lage doch zu leicht und denkt, gegen die anderen Kellerkinder werde sich der eine oder andere Sieg schon einstellen? „Es wäre fatal, wenn wir unsere Einstellung an der jeweiligen Tabellensituation des Gegners festmachen würden“, sagt Trainer Thomas Schneider, „egal, gegen wen es geht, es sind immer nur Nuancen, die über Sieg und Niederlage entscheiden.“

Das bedeutet: Volle Konzentration ist angesagt. „Wir können mit einem Sieg die Wende für die restlichen Spiele einleiten“, sagt Sportdirektor Fredi Bobic. Wie das gehen soll? Ähnlich wie gegen Hertha BSC. „Da haben wir uns den Hintern aufgerissen. Genau so muss das in den kommenden Wochen weitergehen“, sagt Kapitän Georg ­Niedermeier.

Was möglich ist, macht zurzeit der 1. FC Nürnberg vor. Nach vier Siegen in fünf Rückrundenspielen haben sich die Franken, die in der Winterpause noch auf Platz 17 lagen, Luft verschafft. Andere Teams im Tabellenkeller holen im neuen Jahr mal hier, mal da Punkte – Eintracht Braunschweig und der SC Freiburg je vier, Werder Bremen und der Hamburger SV je drei. Nur ein Club steht mit leeren Händen da – der VfB. Deshalb sagt Bobic: „Wir haben nur noch Endspiele vor der Brust.“ Immerhin: Der Kampfgeist lässt hoffen. „Wir kommen da unten raus“, versichert Stürmer Cacau, ohne eine genauere Handhabe dafür zu liefern. „Wir hatten sieben Nackenschläge, aber wir stehen wieder auf“, verspricht auch Timo Werner. Das klingt zumindest optimistischer als das, was Freiburgs Trainer Christian Streich am Samstag nach dem 2:4 gegen Augsburg (nach 2:1-Führung) von sich gab: „Nach dem Tor zum 2:1 hatten unsere Jungs offensichtlich etwas zu verlieren. Da ist Angst aufgekommen.“ Und Angst, weiß Niedermeier, „ist kein guter Begleiter“.

Damit geht jeder auf seine Weise um. Der VfB startet eine Kampagne („Zusammenhalten“) und sucht so den Rückhalt der Fans. Der Hamburger SV lässt rund 100 blaue Vereinsfahnen mit der HSV-Raute aus den Bürofenstern in der Arena wehen. „Damit wollen wir unseren Zusammenhalt demonstrieren“, teilt der Verein mit. Werder Bremen verschickt Briefe an 700 Vip-Kunden mit der Botschaft, dass Abonnements für die Business-Seats nicht in der zweiten Liga gelten.

Ob das die richtige Einstimmung für das Nordderby gegen den HSV an diesem Samstag ist? Fünfmal trifft der HSV in den nächsten fünf Spielen auf Teams aus dem Tabellenkeller, so häufig wie der VfB. Es sind die Wochen der Wahrheit. „Es ist wichtig, dass wir schnell Punkte machen, damit der Druck nicht noch größer wird“, sagt Thomas Schneider. Das ist umso wichtiger, weil zum Saisonende dicke Brocken warten: Schalke, Wolfsburg, der FC Bayern. Bis dahin muss der VfB weitgehend die Punkte zusammenhaben, die zum Klassenverbleib reichen.

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