Noch ist Martina Koederitz IBM-Chef für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Foto: IBM

Die Managerin Martina Koederitz übernimmt die Leitung des Industriesektors weltweit. Ihr Nachfolger Matthias Hartmann, der selbst 25 Jahre bei IBM tätig war, war zuletzt GfK-Chef. Er soll am 15. Januar vom Aufsichtsrat IBM Deutschland gewählt werden.

Ehningen - Martina Koederitz gibt die Leitung bei IBM für den Raum Deutschland, Österreich und Schweiz an Matthias Hartmann ab. Das teilte IBM am Montag mit. Koederitz, 1964 in Sindelfingen geboren, übernimmt als „Global Industry Managing Director“ die Führung des Bereichs Industrial und Automotive. Ihr Ziel sei, „Unternehmen der Automobil- und Industriebranche mit innovativen IT-Lösungen ins digitale und kognitive Zeitalter zu führen“, heißt es.

Der langjährige IBM-Mitarbeiter Hartmann, der Ende 2016 als Vorstandsvorsitzender des Nürnberger Markforschungsunternehmens GfK zurückgetreten war, solle „das Wachstum von IBM in den deutschsprachigen Märkten durch Einsatz von IBMs innovativen kognitiven Lösungen weiter beschleunigen“, heißt es weiter. Hartmann soll demnach am 15. Januar vom Aufsichtsrat von IBM Deutschland gewählt werden.

Seit 1987 arbeitet Koederitz bei der IBM Deutschland

Martina Koederitz gilt als eine der wichtigsten Managerinnen in Deutschland. Seit 1987 arbeitete sie bei der IBM Deutschland, zunächst als Systemberaterin, dann im Vertrieb. Seit 2011 war sie Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM in Deutschland und hatte seit 2013 zusätzlich Gesamtverantwortung für den Raum Deutschland, Österreich und Schweiz.Unter ihre Führung fällt der Ausbau von Produkten mit künstlicher Intelligenz und die zunehmende Vernetzung der Industrie, auch Industrie 4.0 genannt. In diesem Zusammenhang eröffnete IBM in Deutschland im vergangenen Jahr in München das weltweite Forschungszentrum „Watson“, für das 200 Millionen Euro investiert wurden. Allerdings baut IBM seit Jahren in Deutschland Stellen ab und lagert Dienstleistungen aus. Offizielle Mitarbeiterzahlen nennt IBM nicht.

IBM versucht auch seit Jahren, sich als Dienstleister für Miet-Dienstleistungen im Internet, Datenanalysen, künstliche Intelligenz und Sicherheitslösungen neu auszurichten, leidet aber noch immer unter der Schwäche im traditionellen Computer-Geschäft. Weltweit sind die Erlöse bereits im 22. Quartal hintereinander geschrumpft. Im dritten Quartal 2017 betrug der Umsatz noch 19,2 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro). Die Zahlen für das vierte Quartal 2017 werden am 18. Januar bekannt gegeben. Zahlen für Deutschland teilt IBM auch hier nicht mit. Offensichtlich ist, dass Hartmann daran gemessen wird, wie sich das Wachstum von IBM in den Märkten Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt. Hartmann arbeitete bereits 25 Jahre für IBM, so war er von 2005 bis 2009 Geschäftsführer von IBM Deutschland. 2011 verließ er den IT-Konzern. Als GfK-Chef versuchte er fünf Jahre lang, eine stärkere digitale Neuausrichtung des Marktforschungsunternehmens. Nach enttäuschenden Zahlen trat er 2016 wegen des zunehmenden Drucks auf ihn zurück. Hartmann ist derzeit unter anderem Mitglied im Digitalen Beirat der Postbank tätig.

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