An dieser Stelle in Steinheim soll ein Aldi-Markt entstehen. Foto: Werner Kuhnle

Erst blockierten Eidechsen die Planung für einen Aldi in Steinheim, jetzt stellt sich heraus: Eine Schallschutzwand für ein Altenheim verlängert das Bauverfahren erneut.

Das Warten auf den Aldi-Markt in Steinheim ähnelt immer mehr dem Warten auf Godot, beschrieben im gleichnamigen Stück des irischen Dramatikers Samuel Becket. Ob das Warten in Steinheim am Ende genauso vergeblich sein wird wie im Stück, darf man bezweifeln – doch dreht das Projekt in der Planung seit etwa drei Jahren eine Schleife nach der anderen. So stellte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung heraus: Der Aldi-Markt braucht einen ganz neuen Satzungsentwurf. Ein Altenheim in der Nähe hat Anspruch auf eine Schallschutzwand.

 

Die Steinheimer Bahnhofstraße liegt in einem Gewerbegebiet in zentraler Lage. Die Stadträte stehen hinter dem Projekt, das auf 1000 Quadratmetern den fußläufig erreichbaren Einzelhandel im Zentrum der 12 000-Einwohner-Stadt stärken soll. „Jeder Monat und jedes Jahr, in dem nichts passiert, ist traurig, aber letztlich brauchen wir bei der Bauplanung Rechtssicherheit“, sagt der Bürgermeister Thomas Winterhalter.

Lärm durch Müllentsorgung bei Aldi

Frustrierend genug war schon der Zeitverlust durch das Vergrämen von Eidechsen auf dem Industriegelände. „Das ist inzwischen erfolgt“, berichtete der Planer Andreas Tiefau vom Ludwigsburger Büro KMB im Steinheimer Gemeinderat. Er brachte aber auch die schlechte Nachricht mit, dass aufgrund geänderten Rechtes nun der Schallschutz verstärkt werden müsse. Die Müllentsorgung im geplanten Aldi-Markt sowie die Geräuschkulisse der viergruppigen Kita im Obergeschoss würden dem benachbarten Seniorenheim des Arbeiter-Samariter-Bundes zu sehr zusetzen. Deshalb müsse eine Schallschutzwand gebaut werden. Dies sei nicht zuletzt durch entsprechende Urteile unter anderem beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim zu berücksichtigen.

Viel Zeit ging im Verfahren ins Land

Die Klärung der damit verbundenen Rechtsfragen habe so lange gedauert, sagte Andreas Tiefau, als der Grünen-Fraktionschef Rainer Breimaier nachhakte, warum denn seit Mai vorigen Jahres, als der Entwurf vorgestellt worden war, so viel Zeit ins Land gegangen sei. Nun müssen die Steinheimer Stadträte in den sauren Apfel beißen und einen neuen Entwurf für die Öffentlichkeit auslegen, bevor sie mit dem Satzungsbeschluss einen Knopf dran machen können. „Nichts zu machen“, heißt es ja auch immer wieder in Beckets Stück „Warten auf Godot“.

Und wann nimmt das Warten auf den Aldi-Markt ein Ende? Der Bürgermeister Thomas Winterhalter glaubt, der Neubau könnte im Laufe des Jahres 2024 beginnen und in neun bis zwölf Monaten fertig sein. Die Kita bräuchte dann noch etwas länger. Zielpunkt wäre das zweite Halbjahr 2025. Das deckt sich in etwa mit den Angaben von Aldi-Süd am Freitag: „Sollten sich keine weiteren Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren ergeben, planen wir den Baubeginn im vierten Quartal 2024 und halten somit eine Eröffnung im vierten Quartal 2025 für realistisch.“