Foto: Baumann

Denis Holzer vom Stuttgarter Team Die 7 Schwaben hat den Dreh raus - U-17-WM in Heilbronn.

Stuttgart - Die Erde ist nachgewiesenermaßen keine Scheibe. Doch vom 2. bis zum 7. August wird sich die Welt in Heilbronn um ein rundes Wurfplastik drehen. Das Frankenstadion ist Austragungsort der Junioren-WM der U-17-Mannschaften im Ultimate Frisbee. Mit dabei: Denis Holzer vom Stuttgarter Team Die 7 Schwaben.

Denis Holzer liebt diesen Moment, wenn der 175 Gramm leichte Schwebedeckel mit genau dem richtigen Kick aus dem Handgelenk flutscht, mächtig ins Rotieren gerät und in einem weiten Bogen über das Spielfeld schwebt. Der junge Mann hat den Dreh raus. Der Trick ist, beim Wurf ein bisschen in die Knie zu gehen und der Scheibe wirklich Rotation zu geben. Nur wenn es ihm gelingt, die Kraft auf den Rand der Scheibe zu bringen, fliegt sie fast von alleine. Mehrmals hat sich Denis beim Training kompromisslos auf den Boden geschmissen.

Nassgeschwitzt sitzt der 19-Jährige aus Korntal später auf dem Rasen der Sportanlage der Universität Stuttgart in Vaihingen. Trainer Philipp Haas hat wieder einmal alles aus seinen Spielern rausgeholt. Rennen muss man können, über Sprungkraft, einen schnellen Antritt und über Spielverständnis verfügen, wenn man in die Hochleistungsbereiche des Ultimate Frisbee vordringen will. Denis Holzer hat den ersten Schritt geschafft und darf sich Junioren-Nationalspieler dieser actionreichen Sportart nennen.

Frisbee ist eine der fairsten Sportarten überhaupt

Begonnen hat alles mit einer Arbeitsgemeinschaft Ultimate Frisbee, die Philipp Haas am Gymnasium von Denis in Markgröningen geleitet hat. Denis Holzer investierte viel Zeit ins Werfen, machte schnell Fortschritte und rückte auf - in das Stuttgarter Team Die 7 Schwaben, das hauptsächlich aus Studenten besteht.

Ultimate Frisbee, das klingt ein bisschen martialisch, nach Kampf und Verletzungen. Dabei gilt Frisbee als eine der fairsten Sportarten überhaupt und ist die einzige Mannschaftssportart, die ohne Schiedsrichter gespielt wird. Jeder Körperkontakt ist ein Foul. Ziel des Spiels ist, die von einem Mitspieler geworfene Frisbeescheibe in der gegnerischen Endzone des 35 Meter breiten und 110 Meter langen Feldes zu fangen, ähnlich wie beim American Football. Dafür erhält die Mannschaft einen Punkt. Wenn doch mal jemand den anderen foult, zeigt er das selbst an. "Spirit of the game" sagen sie dazu.

Denis, ein ehemaliger Handballer, tat sich damit am Anfang schwer. "Ohne Schiri, das war am schon komisch", sagt Denis. Inzwischen hat er ein Gespür für die Scheibe und die Regeln entwickelt. Und er bekam in den vergangenen Monaten auch mal schulfrei, wenn er von Junioren-Bundestrainer Matthias Brucklacker zu einem Lehrgang oder einem Vorbereitungsturnier nach Amsterdam eingeladen wurde.

Das Schöne: Die Schule hat unter dem Sport nicht gelitten - Denis Holzer legte vor kurzem ein gutes Abitur hin.

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