Nicht gerne ganz im Vordergrund: Christoph Nau Foto: Eibner-Pressefoto/Sandy Dinkelacker

20 Jahre lang war Christoph Nau in Ehningen Rektor – nun hat er eine neue Aufgabe als Gemeinschaftsschulrat am Staatlichen Schulamt Tübingen.

Eine Girlande aus blauen, weißen und silbernen Ballons und die Zahl 20 in Form von zwei großen Luftballons auf der linken Seite rahmten die Bühne in der Mensa der Friedrich-Kammerer-Gemeinschaftsschule am Mittwochabend ein. Sie bildeten den Rahmen für eine besondere Abschiedsfeier: Mit etlichen Emotionen, zahlreichen Redebeiträgen, jeder Menge Musik sowie tosendem Beifall im Stehen verabschiedete die Schulgemeinschaft ihren Rektor Christoph Nau nach 20 Jahren.

 

„Sie beenden Ihre Schulzeit und wechseln als Gemeinschaftsschulrat ans Staatliche Schulamt in Tübingen“, gab Carmen Rückert, Schulamtsdirektorin am Staatlichen Schulamt Böblingen, die Zukunftspläne des 56-Jährigen bekannt. Im November 2003 war er nach Ehningen an die Friedrich-Kammerer-Schule als Rektor gekommen, die damals noch Grund- und Hauptschule war. Neue Herausforderungen zu suchen und Erfahrungen zu machen, ziehe sich durch Naus berufliche Laufbahn, stellte Rückert fest.

Gemeinsam gegen Corona

Diese hatte ihn nach dem Studium (unter anderem Deutsch und Musik) an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg zuvor an die Grund- und Hauptschule Goldberg und an die Herrenberger Vogt-Heß-Schule geführt, bevor er als Rektor an die Schule zurückkehrte, an der er einst selbst Grundschüler war.

„Heute geht in Ehningen eine Ära zu Ende“, betonte Bürgermeister Lukas Rosengrün. Dessen gemeinsamer Weg mit Christoph Nau begann erst nach der Bürgermeisterwahl 2020. Aber mit der Coronapandemie hätten beide „eine große Schlacht gemeinsam geschlagen“, befand er.

Wichtig? Was das Beste für die Schülerinnen und Schüler ist

Weiter zurückblicken auf Christoph Naus Wirken kann Rosengrüns Stellvertreterin Uta Stachon. Denn diese hat den Rektor nicht nur in ihrer jetzigen Funktion erlebt, sondern bereits als Elternbeiratsvorsitzende und Fördervereinsvorsitzende. Daher war es an ihr, auf die 20 Jahre „geprägt von großem Vertrauen und Verlässlichkeit“ zurückzublicken – unter anderem auf die Gründung des Vereins im Jahr 2004, die Weiterentwicklung der Grund- und Hauptschule über den Zwischenschritt Werkrealschule zur Gemeinschaftsschule im Jahr 2013 sowie das „Großprojekt“, den Erweiterungsbau, der 2016 fertiggestellt wurde.

Dass die Frage, was das Beste für die Schülerinnen und Schüler ist, für Christoph Nau stets im Zentrum seines Engagements stand, zog sich wie ein roter Faden durch diese sowie die weiteren Reden von Schuldekanin Christine Werner, der Elternbeiratsvorsitzenden Anne Jüngert, den SMV-Vertretern Luis Henne und Emelie Maselli sowie der musikalischen Laudatio des Fördervereinsvorsitzenden Christian Möller.

Konrektorin und Konrektor müssen kommissarisch ran

So im Vordergrund zu stehen sei gar nicht seine Sache, bekannte der Gelobte in seinem Schlusswort. Viel wichtiger sei ihm die funktionierende, intakte Gemeinschaft – sowohl in der Schule als auch in der Ortsgemeinschaft. Das dorthin geknüpfte Kooperationsnetzwerk sei tragfähig, betonte Lau zudem. Daher sieht er die „besten Voraussetzungen“ für die Schule, um den eingeschlagenen Weg auch ohne ihn weiterzugehen.

Konrektor Martin Hofmann, der in seiner Abschiedsrede das Bild vom Kapitän, der von Bord geht, verwendete, drückte dies so aus: „Die FKG ist gut versorgt mit Seekarten und modernen Navigationsgeräten“, befand er. Gemeinsam mit seiner Konrektor-Kollegin Sylvia Girnt wird er die Schule mit den fast 700 Schülerinnen und Schülern und dem rund 60 Köpfe zählenden Kollegium im nächsten Schuljahr kommissarisch leiten.