Der Schwäbisch-Fränkische Wald steht dem Indian Summer in Kanada in (fast) nichts nach. Foto: Archiv (Stoppel

Ob bei Sonnenschein oder Mistwetter: Der Rems-Murr-Kreis bietet im Herbst für jeden Geschmack und bei jeder Witterung Erlebenswertes. Freizeittipps für Kulturfans, Sportliche und Familien.

Die Tage sind schon ziemlich kurz geworden, die Bäume färben sich bunt und vor allem morgens und abends wird es schon ziemlich kalt: Der Herbst ist da. Reisefans schwärmen vom Indian Summer in Kanada – wir sind aber der Meinung: Der Schwäbisch-Fränkische Wald und das Remstal brauchen sich dahinter nicht zu verstecken. Hier gibt es jede Menge Ausflugstipps für jeden Geschmack und jedes Wetter, bei denen ein Besuch sich lohnt. Unsere Übersicht zeigt einige davon.

 

Prächtige Herbstfarben betrachten An vielen Aussichtspunkten im Rems-Murr-Kreis bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf herbstlich gefärbte Bäume, so weit das Auge reicht. Da wären zum Beispiel die Burg Waldenstein, der Welzheimer Weiler Obersteinenberg oder Aussichtstürme wie den Riesbergturm in Murrhardt. Knapp hinter der Grenze zum Landkreis Heilbronn liegt Löwenstein mit einem wunderschönen Ausblick über Wälder und Weinberge, Schafweiden und Streuobstwiesen. Ebenfalls sehenswert sind die vielen Seen im Rems-Murr-Kreis: Wer zum Beispiel um den Ebnisee zwischen Kaisersbach und Althütte einen Spaziergang unternimmt, kann das Farbenspiel genießen, wenn sich das bunte Herbstlaub im Wasser spiegelt.

Abenteuer wie bei den Alten Römern Eine professionell geführte Herbstwanderung gibt es schon am Dienstag, 31. Oktober. Der Naturparkführer Walter Hieber nimmt die Teilnehmer von 10 bis 13.30 Uhr mit auf ein „Herbstwald-Abenteuer“ mit. Der Startpunkt ist an der Touristinfo in Murrhardt, von dort aus führt der Weg durch den herbstlich gefärbten Wald, über den Alleensee hinauf auf den Linderst. Dort erwartet die Wanderer eine Überraschung aus der Zeit der Alten Römer – und ein Grillplatz, an dem sie ihr mitgebrachtes Grillgut garen können. Danach geht es über den Maienplatz zurück. Wer mitmachen möchte, sollte sich per Mail an info@waldentdecker oder bei der Stadt Murrhardt anmelden. Die Teilnahme kostet für Erwachsene fünf Euro, für Kinder 2,50 Euro. Grillgut, Getränke und Taschenmesser sollte jeder selbst mitbringen.

Naturkino-Abend in den Weinbergen Aber auch auf eigene Faust lässt sich der Rems-Murr-Kreis hervorragend entdecken. So bietet zum Beispiel eine kleine Wanderung zum Remstalkino einen spektakulären Ausblick über das Remstal und die Weinberge. Beim Remstalkino handelt es sich um eine Aussichtsplattform über den Ortsteilen Beutelsbach und Schnait, die zur Remstalgartenschau 2019 als Bürgerprojekt entstanden ist. Unser Tipp: Wer abends dorthin geht, kann einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten und den Tag ausklingen lassen. Passende Kleidung, Kuscheldecken für die Kinositze und ein Heißgetränk nicht vergessen – fertig ist das Naturkino.

Sterne bewundern im Wald Etwas zu sehen gibt es auch in Welzheim: Die Luft im Schwäbischen Wald ist so klar, dass das Planetarium Stuttgart in Welzheim eine Außenstelle eingerichtet hat. Und für Sternengucker ist es ein Glück, dass die Sonne nun so früh untergeht. In Städten mit stetem Kunstlicht sind die Beobachtungsbedingungen zudem wesentlich schlechter – und so lohnt sich ein Blick durch die Hochleistungsteleskope der Sternwarte um so mehr. Noch bis zum März werden montags, mittwochs und samstags um 20 Uhr kostenlose Führungen angeboten. Diese dauern rund 90 Minuten, eine Anmeldung unter www.sternwarte-welzheim.de ist erforderlich.

In Welzheim gibt es eine Sternwarte und einen Planetenweg. Foto: Gottfried Stoppel/Gottfried Stoppel

Eindrucksvolle Pilzmotive Richtig in Herbststimmung kommt man auch beim Besuch der Freiluft-Ausstellung „Pilzreich“ in Großerlach und Welzheim. Die Besucher erwarten riesige Bildplanen in der freien Landschaft mit eindrucksvollen Großaufnahmen aus dem Reich der Pilze. Während die Ausstellung in Großerlach, entlang des Geh- und Radwegs zum Limesturm, nur noch bis zum 30. Oktober läuft, ist sie im Welzheimer Stadtpark noch bis zum 9. November zu sehen. An beiden Orten lässt sich ein Besuch gut mit einem Spaziergang verbinden: Während sich in Großerlach ein Besuch beim Limesturm lohnt, ist die Ausstellung in Welzheim ganz in der Nähe des Premium-Spazierwegs „Römerwald“.

In Welzheim und Großerlach gibt es Pilzfotos zu sehen. Foto: Schwäbischer Wald

Klettern wie ein Ninja-Warrior Wenn der ganzen Familie die Decke auf den Kopf fällt und ans Rausgehen wegen des Schmuddelwetters nicht zu denken ist, hilft oft nur noch Eines: Austoben. Damit daheim nicht das gute Porzellan zu Bruch geht, empfehlen wir dafür einen Ausflug in die beiden „Active Gardens“ in Korb und Waiblingen. Dort können die Besucher klettern, bouldern oder sich – zumindest in Waiblingen – wie Ninja-Kämpfer durch einen Parcours hangeln. Für Kinder gibt es separate Bereiche. Ein Active-Garden-Tagesticket kostet in Korb 11 Euro, in Waiblingen 13 Euro. Tickets lassen sich online unter der Adresse www.active-garden.de buchen.

Jede Menge für Kulturfreunde Wenn das Wetter zu schlecht für Aktivitäten im Freien ist, gibt es auch jede Menge anderer Dinge, die man im Rems-Murr-Kreis tun kann. So zeigt die Galerie Stihl in Waiblingen noch bis zum 12. Februar die Ausstellung „Colani – Popstar des Designs“. Der visionäre Designer Luigi Colani, der 2019 verstorben ist, ließ sich von den Formen der Natur inspirieren, wenn Brillen, Teeservices, Sitzmöbel oder aerodynamische Autos und Flugzeuge entwarf. Zu sehen sind nicht nur Zeichnungen und Skizzen, sondern auch von Colani designte Möbel und Objekte, darunter ein Colani-GT-Sportwagen. Die Galerie Stihl am Eva-Mayr-Stihl-Platz 1 ist von dienstags bis sonntags geöffnet, meist von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.

Luigi Collani mit einer seiner Kreationen, einem Motorrad. Foto: dpa/Horst Ossinger

Die Q-Galerie für Kunst in Schorndorf zeigt noch bis zum 5. November eine Fotoausstellung, die durch den Krieg in Israel und dem Gazastreifen noch an Aktualität gewonnen hat: Der vielfach ausgezeichnete Fotojournalist Kai Wiedenhöfer hat sich für die Ausstellung „Confrontier“ dem Thema „Grenzen“ gewidmet. Wiedenhöfer hat beispielsweise den Fall der Berliner Mauer, aber auch die Grenzmauern in Europa, dem Nahen Osten und in den USA dokumentiert. „Frieden beginnt dort, wo Mauern fallen, nicht, wo sie errichtet werden“, ist der gebürtige Schwenninger überzeugt. Die Q-Galerie ist mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei Euro für Erwachsene, ermäßigt einen Euro.