Die Kindergruppe des Vereins Kolobok singt bei der Feier ein russisches Lied. Foto: Klein

Ein Grund zum Feiern: Vor zehn Jahren ist das M 9 nach dem Umbau wieder-eröffnet worden.

Freiberg/Mönchfeld - Ronja tanzt über die Bühne. Ihr Auftritt ist Teil der Feier zur Wiedereröffnung des Kinder- und Jugendhauses M 9 am Makrelenweg vor zehn Jahren. Während Ronja tanzt, passt ihre Schwester Mia genau auf. Sie steht neben einem Stapel Kartons. Fällt ein Begriff im Lied, trägt Mia den Karton mit der Aufschrift herbei. Zu lesen ist von Liebe, Hoffnung, Glück, Friede, Harmonie, Versöhnung, Nachbarn und Familien.

In ihrer Festrede geht die Leiterin des Kinder- und Jugendhauses, Marita Perschke, am Donnerstag auf die Begriffe ein: „Die Worte zeigen, wie hier die Konzeption aussieht.“ Sie sollen das tägliche Leben im M 9 abbilden. „Wir wollen Brücken in die Stadtteile bauen“, sagt Perschke. Wie das geht, ist dort zu sehen, wo Ronja tanzt. An runden Tischen sitzen junge und alte Menschen aus dem Stadtteil. Vor zehn Jahren ist hier ein Stadtteilcafé entstanden. Der Umbau und die Modernisierung sind im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms Soziale Stadt Freiberg/Mönchfeld initiiert worden. Wo heute das Café ist, war früher ein Innenhof. Das Kinder- und Jugendhaus selbst gibt es schon seit 40 Jahren. Dieses Jubiläum wurde bereits im Juli mit einer Festwoche gefeiert.

Als das Gebäude vor zehn Jahren wiedereröffnet wurde, half Nadine Graf hinter der Theke mit. Dieses Mal ist die nun 24-Jährige als Gast gekommen. „Ich habe viele Erinnerungen an das M 9. Wir hatten hier Partys, Schüler-Diskos und Treffen vom Jugendrat“, sagt Graf. Sie ist in der Nachbarschaft aufgewachsen und lebt mittlerweile in Stuttgart-Ost. Mit ihrer Tochter kommt sie manchmal ins M 9. Als Graf selbst klein war, spielte sie hier Tischtennis und Fußball. „Meine Freundinnen und ich haben uns auch einfach zum Quatschen getroffen.“ Graf kam gerne ins M 9.

Auf der Bühne steht jetzt die nächste Kindergeneration. Fünf Mädchen und Buben vom deutsch-russischen Kunst- und Kulturverein Kolobok singen ein russisches Lied. „Es handelt davon, dass wir Besuch bekommen. Dafür haben wir Piroggen mit verschiedenen Füllungen gebacken“, übersetzt die Vorsitzende Valentina Berg. Die Gruppe hat das Ständchen im M 9 geprobt. Der Verein nutzt die Räume. „Wir fühlen uns hier zu Hause“, sagt Berg. „Die Mitarbeiter sind so flexibel, dass auch spontane Pläne umgesetzt werden können.“ Was die Zukunft für das M 9 bringen soll, dafür gibt es schon Pläne: „Wir wollen 2013 die Themen Chancengleichheit und Kinderarmut aufgreifen“, sagt Perschke.

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