Gelingt Julia Maidhof in der Champions League der große Wurf? Foto: Baumann

Für die SG BBM Bietigheim ist die organisatorische Herausforderung bei den Frauen in der Champions League fast größer als die sportliche. Los geht’s am Sonntag (14 Uhr) gegen Esbjerg.

Bietigheim - Nach dem Saisonabbruch im Frauenhandball im März wegen der Corona-Pandemie hatte die SG BBM Bietigheim monatelang Pause, nun geht es dafür Schlag auf Schlag. Die Bundesliga startete vergangenes Wochenende und am Mittwoch folgte gleich das Spitzenspiel gegen den Thüringer HC, das – trotz einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung – mit einem etwas enttäuschenden 29:29 endete. Der Trainer Markus Gaugisch sagte: „Wir leisteten uns zu viele Fehler im eigenen Spiel. So kann man nicht gewinnen.“

Klappt das dafür in der Champions League, die am Sonntag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den dänischen Meister startet – und einem neuen Modus dazu? Ausgerechnet in Corona-Zeiten wurde das Pensum verdoppelt. Es starten nun zwei Gruppen mit je acht teilweise hochkarätigen Mannschaften. „Die organisatorische Herausforderung ist fast größer als die sportliche“, sagt Geschäftsführer Torsten Nick. Die beiden besten Clubs ziehen direkt ins Viertelfinale ein, die Mannschaften auf den Plätzen drei bis sechs ermitteln in zwei K.-o.-Spielen die beiden weiteren Teilnehmer. „Das muss auf jeden Fall unser Ziel sein“, betont Nick – auch wenn die Aufgabe schwer wird, angesichts der Klasse der Konkurrenz. Lesen Sie auch: Der Reiz des Frauenhandballs

Aus Bietigheimer Sicht der wohl interessanteste Gegner ist das ungarische Team von FTC Rail-Cargo Budapest, in dessen Reihen die Ex-Bietigheimerinnen Angela Malestein und Julia Behnke sowie die deutschen Nationalspielerinnen Emily Bölk und Alicia Stolle stehen.

Zunächst einmal geht es gegen das dänische Team Esbjerg los. „Das ist eine europäische Spitzenmannschaft mit einem sehr großen Repertoire an taktischen Besonderheiten“, sagt Gaugisch, „wir können aber befreit aufspielen, da die Favoritenrolle nicht bei uns liegt.“ Und Nationalspielerin Kim Naidzinavicius fügt hinzu: „Wir treffen auch auf Gegner, gegen die wir in den letzten beiden Jahren gespielt haben, da können wir auch sehen, wo wir mittlerweile stehen.“ So gab es gegen Esbjerg im Januar 2019 im EHF-Cup gleich zwei Niederlagen.

Spiele in der MHP-Arena

Doch nicht nur sportlich wartet eine Herausforderung. „Die Reisen bereiten schon ein wenig Kopfzerbrechen“, gibt Nick zu. Schließlich muss das Team auch nach Russland (Rostov) oder Norwegen (Kristiansand): „Wir werden wenn möglich den Bus nutzen.“ So wie zum ersten Auswärtsspiel in Metz. Nick: „Aktuell denken wir nur von Woche zu Woche.“ In der Hoffnung, dass das Programm wie geplant durchgezogen werden kann. Mit derzeit maximal 500 Besuchern bei den Heimspielen in der Ludwigsburger MHP-Arena.

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