Förderung des Bundes für saubere Luft Knapp 1,9 Millionen Euro für bessere Luft in Stuttgart

Von Rainer Pörtner und Christopher Ziedler 

Luftmessstation am Stuttgarter Neckartor Foto: dpa
Luftmessstation am Stuttgarter Neckartor Foto: dpa

Ende 2017 versprach die Bundesregierung, mit einem Milliarden-Programm für bessere Luft in stark belasteten Städten zu sorgen. Nun fließen die ersten Gelder – aber Stuttgart bleibt hinter anderen Großstädten weit zurück.

Berlin/Stuttgart - Das Bundesverkehrsministerium überweist der Stadt Stuttgart rund 1,89 Millionen Euro zur Digitalisierung ihrer Verkehrssysteme. An diesem Freitag wird Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an insgesamt 33 Kommunen im gesamten Bundesgebiet entsprechende Förderbescheide übergeben. Das Gesamtvolumen beträgt rund 60 Millionen Euro . Die höchsten Zuwendungen gehen an Wiesbaden mit über 15 Millionen Euro, Köln (13 Millionen) und Hamburg (11 Millionen). Dahinter bleibt Stuttgart weit zurück.

Mit dem Geld für die baden-württembergische Landeshauptstadt sollen insgesamt acht Projekte gefördert werden. Mit 500000 Euro fließt die größte Summe in das Verkehrsmanagement in Zuffenhausen. 300000 Euro gehen in die Modernisierung der sogenannten „Netzbeeinflussungsanlage“, mit der in Stuttgart-Nord der Verkehr gelenkt wird. Zudem sollen unter anderem Informationstafeln an wichtigen Umsteigeorten des ÖPNV angebracht, automatische Zählstationen zur Ermittlung des Fahrradverkehrs eingerichtet und eine App rund die Buchung von Leihfahrrädern entwickelt werden.

Mehr „grüne Wellen“ und weniger Stau

Die Förderung erfolgt im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2010“, das die Bundesregierung im November vorigen Jahres wegen der vielfachen Überschreitung von EU-Grenzwerten beschlossen hatte. Damit soll vor allem in Städten, die von Diesel-Fahrverboten bedroht sind, für bessere Luft gesorgt werden. Mit dem Geld können die Kommunen E-Busse anschaffen, Ladestationen für E-Autos errichten oder die Abgase ihrer Dieselbusse verbessern. Am Ende soll das Programm eine Milliarde Euro umfassen.

Mit dem ersten Förderpaket bekommen die Städte Geld für die digitale Verkehrsdatenerfassung, die Vernetzung von Verkehrsträgern und Kundeninformationssysteme. „Intelligente Verkehrslenkung sorgt in unseren Städten für noch bessere Luft“, sagte Verkehrsminister Scheuer. Mit den 60 Millionen Euro können die Städte „Verkehrsströme optimieren und Mobilitätsangebote attraktiver machen. Wir brauchen mehr ‚Grüne Wellen‘ und weniger Stau, einfache Ticket-Buchung für Bus und Bahn sowie eine kurze Parkplatzsuche. Das sorgt für bessere Luft und stressfreie Fahrt im Stadtverkehr.“

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