Ziehen an einem Strang: Die Freiwilligen vom Technischen Hilfswerk sind im Saarländischen Blieskastel im Einsatz. Foto: privat

Ein Quartett des Leonberger THW-Ortsverbandes ist gemeinsam mit weiteren Helferinnen und Helfern ins Katastrophengebiet nach Blieskastel gereist. Dort lösten sie die bisherigen Freiwilligen ab.

Um sieben Uhr am Dienstagmorgen ging es los für die vier Männer. Das Quartett aus dem Leonberger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) reiste gemeinsam mit weiteren Helferinnen und Helfern aus Baden-Württemberg in die besonders vom Starkregen und Hochwasser betroffene Region im Saarland, genauer gesagt nach Blieskastel. Die 42 Personen starke Delegation löste die rund 80 Ehrenamtlichen ab, die seit Samstag im Katastrophengebiet mit angepackt hatten. Gemeinsam mit Helferinnen und Helfern aus Ludwigsburg, Böblingen, Stuttgart, Backnang, Widdern und Künzelsau bildeten die Leonberger einen sogenannten Fachzug, der unter anderem drei große Pumpen sowie Stromaggregate mit sich führt.

 

Ein Leonberger hat die Führung des Fachzugs inne

Die Führung des Zuges hatte der Leonberger Stefan Neininger inne. Er schildert seine Eindrücke aus Blieskastel: „Der Fluss Blies ist hier über die Ufer getreten und hat die ganze historische Altstadt unter Wasser gesetzt.“ Auch einen Erdrutsch habe es gegeben. Die Freiwilligen, die man abgelöst habe, „hatten ordentlich was zu tun“. Seine Wahrnehmung vom Dienstagmittag: Die Menschen seien aktuell damit beschäftigt, ihre Keller trocken zu legen. Vom Wasser sehe man nicht mehr so viel.

Seit dem vergangenen Samstag haben allein die beiden baden-württembergischen Fachzüge „Wasserschaden-Pumpen“ bereits rund 100 Millionen Liter Wasser bewegt – was dem Inhalt von etwa 40 olympischen Schwimmbecken entspricht. So brachten sie Hand in Hand mit den Kräften der anderen Katastrophenschutzorganisationen die Hochwasserlage im Saarland und in Rheinland-Pfalz unter Kontrolle. Die Helferinnen und Helfer waren dafür Tag und Nacht im Einsatz und haben mit ihren Hochleistungspumpen nicht nur Keller, sondern teils ganze Viertel des 23 000-Einwohner-Städtchens trockengelegt.

Ein anderer Ortsverband liefert fünf mobile Hochwasserpegel

Nun gehen die Pegel zurück. Laut Stefan Neininger sei auch der für Dienstag angekündigte, erneute Regen nicht so stark wie befürchtet ausgefallen. Die Situation habe sich etwas entspannt. Um die Pegelstände jedoch genau überprüfen zu können, hat der Ortsverband Offenburg am Dienstag fünf mobile Hochwasserpegel in die Region geliefert. Per Mobilfunk senden diese mobilen Messstellen den genauen Wasserstand von Flüssen oder anderen Gewässern an eine Zentrale. So lässt sich die Entwicklung des Hochwassergeschehens überwachen und auch der Erfolg der Pumparbeiten überprüfen.

Für den Zug unter Neiningers Führung – der in einer Turnhalle untergebracht und der örtlichen Einsatzabteilung der Feuerwehr unterstellt war – dauerte der Aufenthalt im Überflutungsgebiet angesichts der etwas entschärften Situation schließlich auch nur bis zum Mittwochmorgen. „Für die drei Großpumpen gab es schon am Dienstagnachmittag keine Einsatzstellen mehr“, so Neininger, der die Rahmenbedingungen für den Einsatz lobt: „Hier ist man wirklich auf Zack, das war erstklassig.“

THW – wo und wie viele?

THW in Deutschland
 Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88 000 Freiwilligen ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz.

THW in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg engagieren sich rund 10 000 Ehrenamtliche in 93 Ortsverbänden. Das THW ist gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere.

THW in der Welt
Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.