Bei Nürtingen war am Sonntag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Foto: SDMG

Nach zwei Flugzeugabstürzen am Sonntag in Baden-Württemberg haben Experten die ersten Untersuchungen der Wracks abgeschlossen. Ob die Piloten alle nötigen Lizenzen hatten, wird noch geprüft.

Nürtingen/Mosbach - Nach dem Absturz von zwei Kleinflugzeugen am Sonntag innerhalb weniger Stunden haben Ermittler die Untersuchungen an den Wracks abgeschlossen. In Nürtingen sei ein Sachverständiger der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen bis Mitternacht an der Absturzstelle gewesen, teilte ein Sprecher der Polizei am Montag mit. Die Flugzeuge waren in Nürtingen (Kreis Esslingen) und Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) abgestürzt. Beide Piloten kamen ums Leben. Gutachten sollen nun neue Erkenntnisse liefern. Allerdings kann das nach Angaben der Polizei einige Wochen dauern.

Der Pressesprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), Germout Freitag, stellte eine Häufung tödlicher Flugunfälle fest - das sei jedoch ein Zufall. „Das hat nichts mit dem Wetter oder schlecht ausgebildeten Piloten zu tun“, sagte Freitag. Häufungen bei Flugunfällen habe es auch schon in anderen Bundesländern gegeben, im vergangenen Jahr etwa in Niedersachsen. „Im Luftsport sind die Anforderungen anders, als wenn jemand Golf spielt.“ Deshalb müssten Piloten regelmäßige Gesundheitstests machen. „Wir schauen, ob sie die passenden Lizenzen hatten und ob die gesundheitliche Eignung gegeben war.“ Ob die erforderlichen Dokumente in den aktuellen Fällen vorlagen, dazu konnte er noch keine Angaben machen.

Zum Absturz in Nürtingen sagte ein Polizeisprecher, dass der Pilot sehr erfahren gewesen sei und ein neues Flugzeug geflogen habe. Auch für gesundheitliche Probleme habe es zunächst keine Anzeichen gegeben.

16 Flugunfälle mit tödlich Verletzten

Im Jahr 2017 sind der BFU zufolge in Deutschland 16 Flugunfälle mit tödlich Verletzten passiert. Zahlen für Baden-Württemberg liegen nicht vor. In diesem Jahr sind im Südwesten schon mehrere Flugzeuge abgestürzt und die Insassen tödlich verletzt worden. Ende April war in Obersontheim (Kreis Schwäbisch Hall) ein Ultraleichtflugzeug verunglückt. Der 66 Jahre alte Pilot kam ums Leben. Kurz zuvor waren Nahe Schwäbisch Hall ein Sportflugzeug und ein Ultraleichtflugzeug in der Luft zusammengeprallt. Beide Piloten starben. In Metzingen (Kreis Reutlingen) war ein 60 Jahre alter Pilot gestorben, als der Segelflieger nach dem Start mit der Seilwinde auf eine Waldlichtung krachte. Sein 21 Jahre alter Flugschüler wurde lebensgefährlich verletzt.

Leichtere Unfälle ereigneten sich in Rickenbach (Kreis Waldshut), wo ein 66-Jähriger mit seinem Flugzeug beim Start verunglückte, aber unverletzt blieb. Anfang Mai waren zwei Segelflugzeuge unweit von Hausen am Tann auf der Schwäbischen Alb zusammengestoßen, die Piloten konnten sich mit Fallschirmen retten, Trümmerteile trafen aber einen Jugendlichen am Boden.

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