Das verunglückte Ultraleichtflugzeug ist nicht mehr zu reparieren. Foto: Benjamin Beytekin

Ein junger Pilot befindet sich im Landeanflug auf einen kleinen Flugplatz. Als ein 83-Jähriger mit seinem Traktor durch die Einflugschneise fährt, kommt es zum Unglück mit drei Verletzten.

Großerlach - Beim Flugplatz Großerlach-Morbach ist am Dienstagmittag ein Ultraleichtflugzeug mit einem Traktor zusammengestoßen. Der Pilot und ein Passagier wurden dabei leicht verletzt. Der Traktorfahrer trug schwere Verletzungen davon und kam ins Krankenhaus. Fest steht bislang laut der Polizei, dass sich der ­29-jährige Pilot eines Ultraleichtflugzeugs des Typs Aerospool WT-9 Dynamic kurz vor 12 Uhr beim Landeanflug auf den Flugplatz Morbach befand. Mit an Bord war ein 60-jähriger Mann.

Zum selben Zeitpunkt fuhr auf einem Feldweg ein 83-Jähriger auf einem Traktor durch die Einflugschneise. Der Pilot schaffte es nicht mehr, den Anflug abzubrechen. Das Flugzeug prallte auf den Schlepper und kam nach einer Bruchlandung auf dem Wiesenlandeplatz zum Stehen. Beim Zusammenstoß wurde der Traktorfahrer schwer verletzt, er kam mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus. Auch die beiden Leichtverletzten kamen zur Untersuchung in eine Klinik. An dem Traktor und dem Flugzeug entstand Totalschaden, die genaue Höhe kann die Polizei noch nicht beziffern. Nachdem offenbar auch geringe Mengen Treibstoffs aus dem Fluggerät ausgetreten waren, wurde vorsorglich die örtliche Feuerwehr alarmiert. Am Nachmittag liefen die Untersuchungen der Kriminalpolizei noch.

Der Traktorfahrer erleidet schwere Verletzungen

Beim Flugplatz in Morbach handelt es sich um einen kleinen Rasenplatz mit nur geringem Flugbetrieb. Dort dürfen Kleinflugzeuge bis zu einem Gewicht von 472 Kilogramm landen. „Das Gelände ist öffentlich zugänglich, es stehen aber überall Warnhinweise, die auf den Flugbetrieb aufmerksam machen“, so eine Sprecherin des Deutschen Ultraleichtflugverbands, der seinen Sitz in Großerlach hat. Allerdings sei auch bekannt, dass besonders unter der Woche in Morbach nur sehr wenige Maschinen starten und landen würden.

Der 29-jährige Pilot gilt als erfahrener Flieger

Für den Flugplatz in Morbach gilt die Regel „PPR“ (Prior Permission Required). Dies bedeutet, dass vor der Nutzung eine Genehmigung eingeholt werden muss, weil nicht regelmäßig Personal auf dem Landeplatz einsatzbereit ist. „In der Regel reicht ein Tag im Voraus“, so die Sprecherin. Ob auch die Landung der Aerospool WT-9 Dynamic angemeldet gewesen sei, sei noch unklar. Und zum Flugunfall selbst könne sie angesichts der laufenden Ermittlungen noch nichts sagen.

Das verunglückte Flugzeug gehört der Segelfliegergemeinschaft Backnang (SFG). Deren Vorsitzender Hans-Peter Denz bestätigt, dass es sich auch bei den beiden Insassen des Flugzeugs um Mitglieder der SFG handelt. Bei dem 29-Jährigen am Steuerknüppel handle es sich um einen erfahrenen Piloten, der die Lizenz schon lange habe. Der Wert der Maschine liege bei ungefähr 130 000 Euro, so Denz. Warum das Flugzeug nach Morbach geflogen war, kann er am Dienstagnachmittag noch nicht sagen. Auch über die genaue Unglücksursache wolle er nicht spekulieren, sagt Denz.

Bei Ultraleichtflugzeugen sind sogenannte Gesamtrettungssysteme Vorschrift. Auch das verunglückte Flugzeug verfügte darüber. „Dabei handelt es sich um einen Fallschirm, der mit einer Rakete ausgeschossen wird und das Flugzeug und die Besatzung sicher zu Boden bringen kann“, erklärt Denz. Bei einer Situation wie in Morbach sei das System jedoch nutzlos: „Damit der Schirm sich öffnen kann, braucht man eine Flughöhe von schätzungsweise 150 Metern.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: