Flughafendirektor Fundel, Minister Hermann und Co-Direktor Schoefer beim Neujahrsempfang am Flughafen Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

So deutlich wie nie zuvor hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Donnerstag signalisiert, dass er beim Projekt Stuttgart 21 auf den Fildern eine bessere Planung anstrebt. Das tat er dann aber beim Neujahrsempfang der Flughafen Stuttgart GmbH.

Stuttgart - So deutlich wie nie zuvor hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Donnerstag signalisiert, dass er beim Projekt Stuttgart 21 auf den Fildern eine bessere Planung anstrebt. In den nächsten Wochen werde er sich als Minister und Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats für eine Verbesserung einsetzen und eine „vernünftige“ Lösung suchen, sagte Hermann beim Neujahrsempfang der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) vor mehreren Hundert Gästen.

Dabei nannte er namentlich die Besorgnis in der Region, dass die Antragstrasse der Bahn für die Anbindung des Flughafens zum Nachteil für den künftigen S-Bahn-Verkehr werden könnte, weil zu der derzeitigen S-Bahn-Station zum Nahverkehr künftig auch Regionalzüge kommen würden. Aber nicht nur die verschiedentlich geforderte Trennung dieser Verkehre hatte Hermann bei seiner Ansprache im Auge, sondern auch das Ansinnen, den geplanten Flughafenbahnhof für Fernzüge durch einen veränderten Standort kundenfreundlicher zu gestalten. Am Alternativstandort wäre er weniger tief im Boden und näher beim S-Bahn-Halt.

Das Thema sei aber nicht nur komplex, sondern wegen der Finanzierungs- und Vertragsfragen auch heikel, sagte Hermann: „Eine bessere Lösung ist leicht gefordert, aber schwer bezahlt.“

Für den Flughafen, sagte Hermann, sei 2014 „in der Summe ein erfolgreiches Jahr gewesen“. Geschäftsführer und Mitarbeiter der FSG hätten ihre Sache gut gemacht. Der Flughafen sei auf dem Weg, zum nachhaltigsten Airport in Europa zu werden. Wichtig sei die „nachhaltige Anbindung“ am Boden durch Schienen und den neuen Fernbusbahnhof. Hermann: „Der Flughafen wird zur Mobilitätsdrehscheibe entwickelt.“

FSG-Direktor Georg Fundel kündigte an, dass der Flughafen 2015 vermutlich wieder wie 2007 über zehn Millionen Fluggäste kommen werde. Jetzt gehen auch die Billigfluganbieter Ryanair und Easyjet in Stuttgart an den Start. 2014 hatte man 9 728 710 Passagiere – 1,5 Prozent mehr als 2013. Der Gewinn nach Steuern werde voraussichtlich über dem Ergebnis von 2013 (23,8 Millionen Euro) liegen. Die durchschnittliche Zahl der Passagiere pro Flugzeug (102 Personen) und die durchschnittliche Auslastung (76,1 Prozent) seien so hoch wie nie zuvor.

Fundel und Co-Geschäftsführer Walter Schoefer forderten, Stuttgart 21 nicht mehr infrage zu stellen und beim Bau endlich voranzukommen. Beim derzeitigen Stand der Dinge sei die Grundstücksvermarktung am Flughafen blockiert.

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