In fünf Jahren wird das Projekt Pipeline noch mal geprüft. Foto: dpa

Das Vorhaben, das Kerosin künftig mit der Pipeline an den Stuttgarter Flughafen anzuliefern statt mit Tanklastzügen, hat vorerst keine Zukunft. Doch ganz gibt der Aufsichtsrat das Projekt nicht auf.

Stuttgart - Das Kerosin für die Flugzeuge am Stuttgarter Flughafen wird weiterhin mit Tanklastzügen angeliefert werden, nicht durch eine Kerosinpipeline unter der Erde. Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hat jetzt beschlossen, das bei den betroffenen Grundstückseigentümern auf Widerstand gestoßene Projekt mit Kosten von mindestens zehn Millionen Euro „bis auf Weiteres nicht weiterzuverfolgen“. Allerdings wolle man immer wieder prüfen, ob sich die Rahmenbedingungen geändert hätten, erstmals in fünf Jahren.

Pipeline könnte Transport auf der Straße ersetzen

Angestrebt war eine rund 19 Kilometer lange Pipeline als Verbindung zwischen dem Tanklager des Flughafens und der sogenannten Nato-Pipeline auf der Strecke Kehl–Tübingen–Aalen. Durch sie sollten pro Tag bis zu 1,5 Millionen Liter Kerosin zum Flughafen fließen, pro Jahr mehr als 270 Millionen Liter. So könnten Transporte auf der Straße, besonders zwischen Plochingen und dem Flughafen, ersetzt werden. Da geht es nach Auskunft der Flughafenpressestelle um rund 7500 Fahrten pro Jahr, bei denen die Lkw jährlich 750 Tonnen Kohlendioxid ausstoßen.

Bau bedarf der Mitwirkung von 700 Grundstückseigentümern

Für den Bau der Pipeline rund eineinhalb Meter unter der Erde wäre die Zustimmung von rund 700 Grundstückseigentümern nötig gewesen. Manche verweigerten sie. Auch der Gemeinderat von Unterensingen bei Wendlingen lehnte das Projekt auf der ursprünglich vorgesehenen Trasse entlang der A 8 ab. Gegen eine alternative Trasse durch ein Naturschutzgebiet gab es Bedenken bei der Naturschutzbehörde.

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