Neue Geräte können vielfach 8K, also die achtfache HD-Auflösung – bei günstigeren Geräten ist zumindest 4K üblich. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Selbst ein großes Gerät muss nicht teuer sein – die besten Modelle bieten viel Bild und gute Qualität zu moderaten Preisen. Sparen lässt sich, wenn man auf Zusatzfunktionen verzichtet. Dazu kann man mit einfachen Tricks die Bildqualität verbessern.

Stuttgart - Corona und Weihnachten: Derzeit gibt es gleich zwei Gründe, sich über den Kauf eines neuen Fernsehers Gedanken zu machen. Und ein zweites Gerät könnte zudem für etwas weniger Stress in der Familie sorgen. Die Stiftung Warentest hat rechtzeitig zum Fest größere, aber dennoch preisgünstige Modelle geprüft und die Ergebnisse im Novemberheft „Test“ veröffentlicht. Wir geben Tipps, worauf man beim Kauf eines neuen Fernsehers achten sollte.

 

Wie entscheidend ist die Größe des Geräts?

Zuerst sollte man sich über die Größe klar werden. Die Entfernung zwischen Sofa und Fernseher soll etwa die eineinhalb- bis dreifache Bildschirmdiagonale ausmachen, das hängt aber auch von Pixelgröße und Sehvermögen ab. Dazu ist der zur Verfügung stehende Platz für das Gerät entscheidend. Auch sollte man sich vor dem Kauf überlegen, ob der Fernseher aufgestellt oder an der Wand befestigt werden soll. Wichtig ist zudem, welche externen Geräte in der Nähe unterzubringen sind – etwa eine Soundbar, also eine Lautsprecherleiste. Damit lässt sich ein preisgünstiges Gerät mit bescheidener Tonqualität aufwerten.

Wie viel Geld sollte man einplanen?

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom geben die Käufer in Deutschland im Durchschnitt 548 Euro für einen neuen Fernseher aus. Die Stiftung Warentest hat seit Juni diesen Jahres insgesamt mehr als 80 Geräte getestet. Aktuell hat sie die Ergebnisse für mittelgroße und große Modelle mit einer Bilddiagonale zwischen 61 und 147 Zentimetern – entsprechend 24 bis 58 Zoll – ausgewählt. Das Fazit der Tester: „Ein gutes Bild muss nicht teuer sein.“ Selbst ein 55-Zöller sei für weniger als 500 Euro zu haben.

Welche Geräte werden besonders empfohlen?

16 Geräte von 43 bis 58 Zoll erreichen bei Preisen bis 800 Euro die Note „gut“. Bei den 55-Zöllern liegt der Hersteller LG gleich mit zwei Geräten auf den beiden ersten Plätzen. Der 550 Euro teure LG 55SM8050PLC punktet mit gutem Bild und sehr guter Tonqualität. Rund 100 Euro günstiger ist der LG55UM7050 PLC, der „insgesamt und auch im Bild gut abschneidet“. Damit schlage er auch deutlich teurere Modelle, so die Tester. Testsieger bei den kleineren Fernsehern bis 50 Zoll (127 Zentimeter) Bilddiagonale ist der Samsung GQ50Q60T. Er kostet 725 Euro und bietet die Möglichkeit der Aufnahme. Ohne Aufnahmefunktion, dafür sogar mit besserem Ton und einem sehr guten Betrachtungswinkel, bietet der Samsung GU50TU7079 für circa 425 Euro ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Anzumerken ist, dass manche Online-Angebote noch deutlich günstiger sind. Und Restposten der 2018er und 2019er Modelle gibt es laut Warentest schon zur Hälfte des ursprünglich empfohlenen Preises.

Wie lässt sich die Bildqualität verbessern?

Oft zeigen Fernseher mit den Werkseinstellungen kein sonderlich gutes Bild. Meist lässt sich dies aber leicht verbessern. So ist beispielsweise häufig die Farbtemperatur falsch eingestellt. Ist sie zu warm, hat das Bild einen Rotstich. Bei einem Blaustich ist sie zu kalt. Damit die Details weder in ganz hellen noch in dunklen Bereichen untergehen, sollte man zunächst die Helligkeit und erst anschließend den Kontrast einstellen. Ein Tipp von Stiftung Warentest: „Stellen Sie die Hintergrundbeleuchtung etwas stärker ein als üblich. Das bringt mehr Leuchtkraft ins Bild.“

Worauf sollte man achten, wenn man gerne Sportsendungen im TV anschauen möchte?

Dann sollte man bei den Testberichten beim Urteil für das Bild genau auf die Details achten. Hier sollte das Einzelurteil „Bildqualität bei schnellen Bewegungen“ mindestens gut sein. Im aktuellen Test schwächelt hier vor allem Philips.

Wie wichtig ist der Betrachtungswinkel?

Für Menschen, die frontal vor dem Bildschirm sitzen, eignen sich auch Geräte mit einer schlechteren Note in dieser Kategorie. Schaut man regelmäßig in größerer Runde, etwa mit Freunden oder in der Familie, empfiehlt die Stiftung Warentest Fernseher, die mindestens die Note „gut“ im Prüfpunkt „Betrachtungswinkel“ haben. Denn beim Blick von der Seite schwinden ansonsten Farbe und Kontrast.

Wie unterscheiden sich LED und OLED?

Fernseher mit selbstleuchtenden Bildpunkten aus organischen Leuchtdioden sind unter „OLED“ auf dem Markt. Bei diesen Geräten ist ein großer Blickwinkel garantiert. Modelle mit klassischen Flüssigkristallen „LCD“ (auf dem Markt als „LED“, Nanocell oder „QLED“) bieten in der Regel kleinere Betrachtungswinkel. Von hinten werden sie mit LEDs beleuchtet.

Welche Anschlüsse sollte ein TV haben?

HDMI darf heutzutage nicht fehlen. Jeder neue Fernseher hat mindestens zwei HDMI-Anschlüsse, an die man neben DVD- oder Blue-Ray-Playern auch ein Streaminggerät wie Apple TV oder Amazon Fire anschließen kann, um Internetangebote nutzen zu können. Der Fernseher selbst muss dazu nicht internetfähig sein. Viele Fernseher ermöglichen auch Aufnahmen des laufenden Programms über USB. Eine der USB-Buchsen des Fernsehers trägt oft den Schriftzug „HDD“. Diese liefert mehr Strom als die anderen USB-Buchsen, was beim Anschluss einer klassischen externen Festplatte mit rotierendem Datenspeicher von Bedeutung ist.

Was ist ein smarter TV?

Die smarten, also schlauen Fernseher, ermöglichen Streaming und Surfen ohne Zusatzgeräte. Dazu benötigt man jedoch eine Verbindung vom Fernsehgerät zum Internet – entweder mit einem Netzwerkkabel (LAN) oder drahtlos via WLAN. So können beispielsweise Videos von Streamingdiensten wie Netflix oder Youtube auch ohne zusätzliches Gerät genutzt werden.

Was bedeutet Full-HD und UHD?

Immer öfter zeigen UHD-Fernseher mit acht statt zwei Millionen (Full-HD) Bildpunkten dank HDR-Technik bessere Bilder mit feineren Farbabstufungen und besserem Bildkontrast. Diese Geräte, oft auch 4-K-Fernseher genannt, haben ein Bild mit besonders hohem Dynamik-Umfang (HDR steht für High Dynamic Range). UHD-Fernseher sind insbesondere dann eine gute Wahl, wenn man häufig Streaming-Angebote mit hochaufgelöstem Bild nutzt. Im aktuellen Test haben alle Geräte UHD und HDR.