Ein Mitarbeiter der Schuler AG reinigt eine Antriebsspindel für eine Schmiedepresse. Das Göppinger Unternehmen hat im Coronajahr Verluste eingefahren. (Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Ein Fünftel weniger Aufträge verzeichnete der Maschinenbauer mit Stammsitz in Göppingen im vergangenen Jahr. Die Bänder waren aufgrund der Pandemie monatelang still gestanden.

Göppingen - Der Pressenhersteller Schuler hat infolge der Corona-Krise erneut Verluste gemacht. Der Auftragseingang sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Göppingen mit. Grund sei unter anderem, dass das Geschäft wegen der Pandemie monatelang weitgehend zum Stillstand gekommen sei. Die Automobilbranche, für die Schuler ein wichtiger Zulieferer ist, sei von der Krise besonders betroffen gewesen.

Geholfen habe dem Unternehmen der Wandel in der Automobilbranche hin zur Elektromobilität, sagte der Vorstandsvorsitzende Domenico Iacovelli. Das Unternehmen stellt etwa auch Gehäuseteile für Elektromotoren her. Durch die Gewinne im Bereich Elektromobilität und Einsparungen durch bereits erfolgte Stellenstreichungen wolle Schuler 2021 wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Abbau weiterer Arbeitsplätze sei nicht geplant.

Schuler setzt weiterhin auf Kurzarbeit

Um Verluste während der Krise zu verringern, setzt das Unternehmen demnach weiterhin auf Kurzarbeit. Zwischen 10 und 15 Prozent der Belegschaft arbeiteten nicht in vollem Umfang, so Iacovelli. Bis 2021 solle es keine Kurzarbeit mehr geben.

Das weltweit agierende Maschinenbau-Unternehmen will Iacovelli zufolge künftig noch stärker auf das Geschäft im Bereich Elektromobilität setzen und mittelfristig auch im Bereich der Wasserstofftechnik tätig werden. Bislang ist Schuler vor allem für seine Spitzentechnologien in der Umformtechnik zur Produktion von Karosserien und Zulieferteilen bekannt.

Seit der Übernahme durch die österreichische Andritz-Gruppe gibt Schuler keine Geschäftszahlen mehr bekannt. Im Jahr 2019 war das Konzernergebnis von plus 13,5 Millionen auf minus 121,9 Millionen Euro gesunken.

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