Sonja Mailänder (links), zeichnet für die inhaltliche Gestaltung der neuen Tafel verantwortlich.Christa und Konrad Auwärter haben diese finanziert. Foto: Alexandra Kratz

Am Probstsee informiert eine Schautafel über die Geschichte der Firma Gottlob Auwärter in Stuttgart-Möhringen. Sonja Mailänder (links) zeichnet für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich. Christa und Konrad Auwärter haben die Tafel finanziert.

Möhringen - Für Konrad Auwärter ist es eine Zeitreise in die Vergangenheit. Vor 80 Jahren kaufte sein Vater Gottlob Auwärter das Gelände der alten Ziegelei Probst. Dort entstand eine Werkstatt für den Karosseriebau. Später konzentrierte sich Gottlob Auwärter auf den Bau von Omnibussen. Unter dem Namen Neoplan wurden diese weltweit bekannt.

Heute erinnert kaum noch etwas an diese Geschichte. Doch wenn Konrad Auwärter am Probstsee sitzt, dann wird das ein oder andere wieder lebendig. Er wuchs in einem Haus auf dem einstigen Firmengelände auf. Im Sommer fuhr er mit seinen Freunden auf selbst gebauten Flößen auf dem See, im Winter liefen sie Schlittschuh. Als die Jugendjahre vorbei waren, stieg er in die Firma des Vaters ein.

Die Finanzierung war eine Selbstverständlichkeit

Kein Wunder also, dass dem 75-Jährigen die Geschichte des Familienbetriebs bis heute am Herzen liegt. Diese ist seit Anfang November auf einer Schautafel am südlichen Ufer des Probstsees nachzulesen, in unmittelbarere Nähe zu den einstigen Firmengebäuden. Die Diplom-Geografin und Ortshistorikerin Sonja Mailänder hat recherchiert und den Text verfasst. Der Diplom-Biologe Wolfgang Lang zeichnet für die Gestaltung, Bildbearbeitung und Umsetzung verantwortlich. Die Erbengemeinschaft des Unternehmens hat das Projekt finanziert. Für das Ehepaar Auwärter ist das eine Selbstverständlichkeit gewesen: „Es ist unsere Geschichte“, sagt Christa Auwärter.

Zu dieser Geschichte gehört auch der Niedergang der Firma am Standort Möhringen. Auch das ist auf der Schautafel nachzulesen: Anfang der 1990er-Jahre geriet das Unternehmen unter Druck. Die Folgen der Globalisierung machten sich bemerkbar. 2001 verkaufte die Familie schließlich an MAN. Diese fertigt immer noch Busse der Marke Neoplan. 2006 gaben die Auwärters den Standort Möhringen auf und verkauften das Gelände an eine Immobilienfirma. Um Platz für etwa 500 Eigentums- und Mietwohnungen zu schaffen, wurden alle ehemaligen Werksgebäude abgerissen. „Das war auch für viele Möhringer ein Trauma“, sagt Mailänder.

Bereits die dritte Schautafel am Probstsee

Die Schautafel mit der Geschichte des Familienunternehmens ist bereits die dritte am Probstsee. Seit dem Sommer 2013 gibt es dort Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt sowie über die Geschichte der Ziegelei Probst, die dem See seinen Namen gab. Geschaffen wurden die Tafeln ebenfalls von Mailänder und Lang.

Schon damals habe der Wunsch bestanden, das Projekt fortzuführen, sagt Mailänder und ergänzt: „Die Geschichte endet ja nicht mit der Firma Probst.“ Die Ortshistorikerin freut sich, dass sie das Informationsangebot mit einer dritten Tafel habe vervollständigen können. Das begrüßt auch der Möhringer Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann, der auch bei der Standortsuche half. Allerdings hat Konrad Auwärter gleich zwei Tafeln drucken lassen. Für die zweite wird noch der passende Platz gesucht. Denkbar ist, dass diese in der Nähe des Auwärter-Museums an der Vaihinger Straße 151 aufgestellt wird.

Unternehmen und Organisationen, die Interesse an einer Schautafel haben, können sich bei Sonja Mailänder unter Telefon 71 11 50 melden. Anrufen kann auch, wer einen Vorschlag für einen geeigneten Standort für die zweite Auwärter-Tafel hat.

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