Keine Chance für die MHP Riesen Ludwigsburg. Foto: AFP/CHRISTOF STACHE

Alba Berlin setzt sich beim Finalturnier in München mit 75:74 auch im zweiten Endspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg durch und gewinnt die Basketball-Meisterschaft. Einen anderen Titel sicherte sich aber der Vizemeister.

München  - Das Warten hat ein Ende: Nach einer Durststrecke von zwölf Jahren ist Alba Berlin wieder die Nummer eins im deutschen Basketball. Der einstige Seriensieger gewann beim Endturnier der Bundesliga (BBL) in München dank einer über weite Strecken souveränen Vorstellung mit 75:74 (42:35) auch das zweite Finalspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg und holte sich mit einem Gesamtvorsprung von 24 Punkten seine neunte deutsche Meisterschaft. Erstmals seit 2003 dürfen die Berliner damit auch das Double feiern.

„Ich brauche noch ein paar Momente, um das zu realisieren“, sagte Berlins Nationalspieler Johannes Thiemann bei MagentaSport: „Es ist eine verdammt komische Situation, aber wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben. Unglaublich, dass wir das Double geholt haben.“ Der Ludwigsburger Jonas Wohlfarth-Bottermann war trotz des Scheiterns „sehr stolz. Keiner hatte auf dem Zettel, dass wir nochmal so zurückkommen. Alba war das Maß der Dinge.“

Marcos Knight zum MVP gewählt

Den Pokal hatte sich Alba zum zehnten Mal bereits im Februar gegen die EWE Baskets Oldenburg gesichert, vor allem in den beiden Endspielen um die deutsche Meisterschaft demonstrierte der Vierte der abgebrochenen Hauptrunde dann seine derzeitige Ausnahmestellung: Dem glanzvollen 88:65 gegen die Riesen am Freitag folgte am Sonntag ein weiterer überzeugender Auftritt gegen die erneut geschwächten Riesen: Wie bereits im ersten Spiel fehlte Topscorer und Antreiber Marcos Knight wegen einer Verletzung am rechten Knöchel. Der US-Amerikaner wurde von den Kapitänen der zehn teilnehmenden Teams zum wertvollsten Spieler (MVP) des Turniers gewählt.

„Titel sind das Salz in der Suppe, es ist eine totale Freude, Titel zu gewinnen“, hatte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi bereits vor den letzten 40 Minuten der Saison gesagt. Und diese Freude wollte sich Alba nach dem Spiel am Freitag auch nicht mehr nehmen lassen. Nach einem fehlerhaften Beginn beider Finalisten riss die Mannschaft des spanischen Trainers Aito Garcia Reneses das Spiel gegen Ende des ersten Viertels an sich: Zu diesem Zeitpunkt betrug der Gesamtvorsprung bereits 33 Punkte, zur Halbzeit 30 Punkte, nach drei Vierteln 36 Punkte.

Erster Meistertitel nach zwölf Jahren

In den beiden vergangenen Jahren hatte Alba, Dauermeister in der BBL von 1997 bis 2003, jeweils die Finalserie um die Meisterschaft gegen Bayern München verloren. In eigener Halle schied der Titelverteidiger allerdings schon im Viertelfinale gegen Ludwigsburg aus. Die Berliner mit ihrem gut besetzten Kader präsentierten sich im Audi Dome dagegen als homogene Mannschaft, die ihrer Rolle als Mitfavorit mit zehn Siegen aus zehn Spielen jederzeit gerecht wurde.

Mit dem ersten Meistertitel seit zwölf Jahren zahlt sich auch die Beharrlichkeit von Marco Baldi aus. Mit Leidenschaft und Hingabe hatte er in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, die dominierenden Bamberger (Meister 2010 bis 2013 und 2014 bis 2017) und Münchner (Meister 2014, 2018, 2019) wieder zu überflügeln. In der Coronakrise gelang es ihm - gegen eine Ludwigsburger Mannschaft, die nach den Kraftakten im Viertelfinale gegen den FC Bayern und im Halbfinale gegen ratiopharm Ulm am Ende ihrer Kräfte war.

Seit mittlerweile drei Jahren arbeitet Baldi zusammen mit Aito an der Entwicklung des Großprojektes Alba: Dieses ist in erster Linie auf die Förderung der Jugend ausgerichtet. Die Finalteilnahme in München war dennoch bereits die siebte von insgesamt acht möglichen unter dem spanischen Trainer. „Diese Konstanz hat kaum ein Team in Europa - oder nur ganz wenige“, sagte Baldi. Und in Deutschland derzeit keines.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: