Am Wochenende haben viele Schlittschuhfans die Gelegenheit genutzt, auf dem dick zugefrorenen Feuersee einige Runden zu drehen. Foto: Martin Stollberg

Während einige Passanten sich am Feuersee mit Glühwein und Zuschauerrolle begnügen, drehen am Wochenende auf der fürs Fahren freigebenden Eisfläche einige Dutzend Schlittschuhfahrer ihre Runden.

Welzheim - Na, das ist doch Klasse, dass das endlich mal wieder klappt“, sagt der ältere Herr, der am Rand des Welzheimer Feuersees mit einem Becher Glühwein beim Gleiten über die dick zugefrorene Seeoberfläche zuschaut. Und nein, er selbst sei einst zwar auch schon über den See gerutscht, aber heute würde er sich vor einem neuerlichen Versuch hüten: „“Nur alte Esel, denen zu wohl ist . . . , lacht er.

Drei Eishockeyfans sind mit dabei

Lachen schallt auch vom Eis, dort wo unter strahlender Wintersonne neben einigen wenigen älteren Semestern tatsächlich eher der Nachwuchs Bahnen über die endlich wieder einmal korrekt zugefrorene Natureisfläche zieht. Knapp drei Dutzend Schlittschuhfreunde sind es am frühen Sonntagnachmittag. Ein bunter Haufen auf dem See mit der Fläche eines Kleinspielfeldes. Mittendrin versuchen sich drei junge Eishockeyfreunde mit Plastikausrüstung und lautstarkem Hallo an der Kunst des gegenseitigen Puck-Abjagens.

Während rundum Welzheim auch die Loipen und Lifte laufen, ist heuer zum ersten Mal seit neun Jahren das Eis auf dem Feuersee mitten in der Stadt wieder so dick und fest, dass der zugefrorene See als Eislauffläche freigegeben werden könne, hat die Stadtverwaltung rechtzeitig zum sonnig-kalten Wochenende bekannt gegeben. Und die weiterhin angekündigten Minusgrade lassen darauf hoffen, dass das Schlittschuhvergnügen auch noch einige Zeit andauern könnte.

Glühwein und Punsch am Seehäusle

Die auch weiterhin von der Stadtverwaltung vorgenommenen Messungen hätten ergeben, dass keine Gefahr bestehe, heißt es dazu aus dem Rathaus – „und die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen auch tagsüber im Minusbereich bleiben“. Trotz Minustemperatur hat sich am Rand des Sees eine Gruppe Sonntagsauflügler an den Stehtischen beim Seehäusle versammelt. Dort bietet das benachbarte Café am Westkastell Glühwein, Kinderpunsch Kaffee und Heiße Schokolade an. Schließlich kann trotz aller wintersportlicher Aktivität auf dem Eis bei minus zwei Grad etwas Warmes nichts schaden. Und wer will kann sich gleich noch mit einem Croissant stärken.“Mama“, schallt es prompt über die Eisfläche, „kannst du uns noch mal Punsch bringen.“

Die Künstler auf den Kufen bieten derweil fast alle Könnerstufen des Gleitens auf Eis. Vom unsicher rutschenden und – was die diversen Umfaller angeht – quasi magisch vom Eis angezogenen Neueinsteiger bis hin zum erfahrenen Kurvendreher, der auch durch gewagte Bremsmanöver mit quergestellten Kufen beeindrucken will. Die Mehrheit allerdings lässt es ruhig und gemütlich angehen und dreht einfach locker gleitend Runden übers Eis. Die Eishockeyfreunde natürlich weniger. „Foul!“ hallt es da über den Feuersee – aber als vergnügt lachender Protest.

Davon, dass der Welzheimer Feuersee auch in den kommenden Tagen voraussichtlich befahrbar bleibt, zeugt am Eingang ein Plakat der Stadt „Eisfläche freigegeben“ steht darauf – „betreten auf eigene Gefahr“. Und der neue Service, der in diesem Jahr nach dem Umbau des Feuerseeareals so richtig wintersportlich zum Tragen kommt, das sind die beiden Flutlichtmasten, die dafür sorgen, dass das Vergnügen des Abends noch bis mindestens 21 Uhr weitergehen kann.

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