Bei dem Brand waren 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Foto: SDMG/Kohls

Auf dem Gelände einer Recyclingfirma im Plochinger Hafen ist in der Nacht zum Mittwoch ein Brand ausgebrochen. Das Feuer ist vermutlich auf einen falsch entsorgten Lithium-Akku zurückzuführen. Verletzt wurde niemand.

Plochingen - Der Geruch von Qualm hängt schwer in der Luft über dem Plochinger Hafen. Aus einem mächtigen Schrotthaufen steigt eine große Rauchwolke empor. Die Feuerwehr hat einen Kran aufgestellt – auch am Mittwochvormittag, Stunden nachdem der Brand auf dem Gelände der Recyclingfirma Kaatsch gemeldet worden war, dauern die Löscharbeiten an. Bagger hieven Müll beiseite, sodass die Einsatzkräfte an die brennenden Stellen herankommen.

 

In der Nacht zum Mittwoch war das weithin sichtbare Großfeuer in einem offenen Schrottlager ausgebrochen. Um halb vier Uhr habe man ihn über den Brand informiert, berichtet Ralph Wager, Geschäftsführer von Kaatsch, am Morgen. Verletzt wurde seinen Angaben zufolge niemand, auch die Geräte auf dem Gelände hätten keinen Schaden genommen. Wie hoch der entstandene Schaden ist, könne man noch nicht sagen.

Brand war um halb acht unter Kontrolle

Vermutlich sei das Feuer auf die Selbstentzündung eines falsch entsorgten Lithium-Ionen-Akkus zurückzuführen, sagt Wager. Diese befänden sich zum Beispiel in Handys oder Spielzeugen und könnten sich leicht selbst entzünden. Die Feuerwehr will diesen Verdacht zunächst nicht bestätigten. Bei dem Schrotthaufen, der in Brand geraten war, handelte es sich laut Wager um Abfälle aus den Kommunen.

100 Einsatzkräfte waren vor Ort

Der Brand sei wegen der Unmengen an Schrott nicht leicht zu löschen gewesen, sagt Michael Fuchs, der Einsatzleiter der Plochinger Feuerwehr. Gegen 3.15 Uhr sei sein Team alarmiert worden. Um 7.30 Uhr habe man das Feuer unter Kontrolle gehabt. Ungefähr hundert Einsatzkräfte aus Ostfildern, Esslingen, Nürtingen, Plochingen und Deizisau seien vor Ort gewesen. Bei der Löschung habe man auf Wasser aus dem Neckar zurückgegriffen. Am effektivsten sei jedoch die Brandbekämpfung aus der Luft gewesen. Befürchtungen, wonach Schadstoffe in den Neckar gelangt sein könnten, dementierte Fuchs.

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Erst um die Mittagszeit konnten die Löscharbeiten endgültig abgeschlossen werden, teilte Carsten Zander, der Sprecher der Feuerwehren des Landkreises Esslingen, mit. Da die Schrottteile sehr schwer seien, hätten zwei Bagger diese auseinandertragen müssen. Dadurch seien die Löscharbeiten besonders zeitintensiv gewesen. Man habe die Bürger und Bürgerinnen vorsorglich über die Warn-App Nina dazu aufgefordert, die Türen und Fenster geschlossen zu halten. Bei Messungen sei jedoch keine Konzentration von gefährlichen Stoffen in der Luft festgestellt worden, die gesundheitsgefährdend gewesen wäre, sagte Zander.

Der Brand hat auch den Betrieb der Firma Kaatsch beeinflusst. Man habe die Annahme stoppen und Lastwagen umleiten müssen. Mit einem großen finanziellen Verlust rechnet Ralph Wager allerdings nicht. „Das Wichtigste ist, dass keine Person verletzt worden ist und es keine Schäden für die Umwelt gegeben hat“, sagt der Geschäftsführer. Er appelliert an Verbraucher, Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus richtig zu entsorgen. Diese dürften nicht in den Hausmüll geworfen werden. Die unsachgemäße Entsorgung könne sehr gefährlich werden. Das Ganze sei ein großes Thema für die Branche, sagt Wager. In den vergangenen fünf Jahren habe es zunehmend Brände in Schredderanlagen gegeben.

Vorsicht bei der Entsorgung von Lithium

Doch wo sollen Bürger und Bürgerinnen ihren Lithium-Müll entsorgen? Eine Option ist, den Elektromüll in das Geschäft zurückzubringen, in dem das Produkt erworben wurde. Auch bei Wertstoffhöfen oder Schadstoffmobilen können die Batterien und Akkus fachgerecht entsorgt werden. Lithium kann nämlich recycelt werden. Empfohlen wird, die Pole vorher abzukleben. So wird ein Kurzschluss verhindert.

Ob sich in einem Akku oder in einer Batterie Lithium befindet, ist dabei oft gar nicht so klar zu erkennen. Eine einheitliche Kennzeichnung gibt es nicht. Auf einigen Akkus weisen die Beschriftungen Li-metal oder Li-Ion darauf hin. Bei aufladbaren Akkus kann man in der Regel davon ausgehen, dass sie Lithium enthalten. Das chemische Element ist mittlerweile weit verbreitet und befindet sich in vielen Elektrogeräten wie Notebooks, Smartphones, Digitalkameras, Akku-Bohrschraubern oder E-Bikes. Bei der Aufbewahrung dieser Gerätschaften empfiehlt es sich laut Experten, die Pole ebenfalls abzukleben. Falls Beschädigungen auftreten, sollte ein Fachmann zurate gezogen werden. Anzeichen dafür können sein, dass sich der Akku beim Aufladen sehr schnell erwärmt oder das Gehäuse beschädigt ist.