Die Bundespolizei hatte am Hauptbahnhof einen unerwarteten Fahndungserfolg. Foto: dpa

Am Stuttgarter Hauptbahnhof steht ein verlassenes Fahrrad. Eine Streife der Bundespolizei sucht nach dem Besitzer – und der ist nicht gerade erfreut.

Stuttgart - Herrenlose Fahrräder können gestohlen und von den Dieben achtlos zurückgelassen worden sein – meist sind ihre Besitzer aber nicht mehr aufzufinden. Nicht viel Hoffnung hatten daher auch Streifenbeamte des Bundespolizeireviers, als sie am frühen Dienstagmorgen im Stuttgarter Hauptbahnhof ein abgestelltes Fahrrad am Mittelabgang entdeckten. Allerdings gab es dann eine handfeste Überraschung.

„Die Beamten haben im näheren Umfeld gefragt, ob dieses Fahrrad jemand gehört“, sagt Bundespolizeisprecher Dieter Natterer. Und einer meldete sich – ein 36-Jähriger. Damit schien der Fall schnell geklärt. Allerdings mussten die Beamten der Bundespolizei dann feststellen, dass der Name des 36-Jährigen in den polizeilichen Systemen nicht unbekannt war: Der Mann war wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden und hatte seine Geldstrafe noch nicht bezahlt. Deshalb wurde er von der Staatsanwaltschaft Traunstein gesucht.

Der Fahrradbesitzer konnte die geforderte Geldstrafe in Höhe von 1600 Euro nicht begleichen. Daher musste er ersatzweise für 40 Tage ins Gefängnis. Bundespolizisten brachten den 36-Jährigen anschließend in eine Justizvollzugsanstalt. Wo sein Fahrrad in dieser Zeit geparkt wird, ist nicht überliefert.

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