Im Jugendtreff des CVJM haben Kinder eine Woche lang Gebäude aus Lego gebaut. Am Ende entstand eine ganze Stadt aus bunten Steinen. Foto: Ines Rudel

Beim Ferienprogramm des CVJM in der Pliensauvorstadt bauen Kinder Gebäude aus Lego. Neben einem Hotel, einem Stadttor und einer Kirche, gestaltet jedes Kind sein eigenes Traumhaus.

Esslingen - Ein Geräusch, das wohl die meisten aus ihrer Kindheit kennen: Das Rumpeln in der Legokiste, wenn man vergeblich einen Stein sucht. Diesen bestimmten Ton und bunte Legos gibt es in dieser Woche im Jugendtreff des CVJM in der Esslinger Pliensauvorstadt. Im Rahmen des Ferienprogramms bauen dort 14 Kinder von der zweiten bis zur fünften Klasse eine ganze Stadt aus Lego.

 

Jugendreferent Sascha Viereg, seine Kollegin und sieben Ehrenamtliche helfen in der letzten Sommerferienwoche den Jungen und Mädchen von 7 bis 16 Uhr beim Bauen von Gebäuden. Neben einem Hotel entstehen unter anderem eine Kirche, ein Stadttor und ein Krankenhaus. Damit die jungen Konstrukteure genügend Energie für die Bauprojekte haben, bereitet eine ehrenamtliche Helferin täglich das Mittagessen vor, morgens gibt es Frühstück. Das Team habe sich dazu entschlossen, das Ferienprogramm trotz der Corona-Pandemie anzubieten, allerdings mit einer begrenzten Teilnehmerzahl. „Der Grundgedanke der Legostadt ist, dass wir mit den Kindern gemeinsam eine Stadt erstellen, in der nicht nur einzelne Personen im Mittelpunkt stehen, sondern jeder sich einbringt“, sagt Viereg. „Und man spricht mit diesem Hobby und Trend Lego einfach viele verschiedene Leute an, Mädchen wie Jungen, jung wie alt.“

Der Legoführerschein

2015 haben er und sein Team das Projekt ins Leben gerufen. Sie hätten zunächst viele Steine eingekauft, die Sets und Großprojekte entwickelt und alles sortiert. Ordentlich, nach Farben und Formen geordnet, stehen die Legokisten verteilt im gesamten Jugendtreff. Auf einem Billardtisch reihen sich etliche Behälter mit Einzelteilen und detailreichen Bauelementen wie gelbe Figuren, blaue Mützen und auch ein paar rote Kajaks. In der Mitte des Jugendtreffs stehen mehrere Tische, darauf: Legoplatten mit Straßen, Rasenflächen und Markierungen. Dort wird später die Stadt aufgebaut. Geplant ist die Lego-Metropole bereits. Jedes Gebäude hat seinen eigenen Platz, markiert mit einem Schriftzug.

Bevor die Kinder mit dem Bauen starten, gibt es eine Prüfung zu bestehen: Den Legoführerschein. „Den machen alle Kinder, auch wenn sie im Vorjahr schon dabei waren“, erklärt der Jugendreferent. „Dass alle auf dem gleichen Stand sind, wie man ein Haus baut und welche Regeln es gibt.“ Gibt es Tipps, um ein Legohaus zu bauen? „Man muss die Steine versetzt bauen, dann wird das Ganze auch stabil und so kann man mehrere Etagen bauen“, erklärt Viereg. Wer denkt, das Bauen mit Legos verläuft leise und geordnet an einem Tisch, der irrt. Im Jugendtreff herrscht Trubel. Die Kinder laufen beinahe jede Minute an die Legokisten und suchen die passenden Steine für ihr Haus.

Spiele mit Bewegung

In Kleingruppen, jeweils mit einem Mitarbeiter, werden Großprojekte gebaut. Sind diese fertig, folgen eigene Kreationen. „Für die Traumhäuser bekommt jeder seine eigene kleine Lego-Platte“, sagt Sascha Viereg. „Dort kann jeder sein Haus so kreativ bauen, wie er möchte.“ Zum Ende der Woche gebe es noch die Möglichkeit, Legosets – wie eine kleine Pizzeria – zu bauen. „Damit können die Kinder die restlichen Lücken der Stadt ausfüllen, um das volle Leben in die Stadt einbringen“, so der Jugendreferent, der mit seinem Team bereits zum sechsten Mal die Legostadt organisiert. Zum Abschluss wird die Stadt am Freitag den Familien der Kinder präsentiert. Die Entwicklung der Legostadt auf den großen Tischen können Eltern dann in einem Zeitraffervideo sehen.

Das Projekt findet nicht nur in den Innenräumen des Jugendtreffs statt. Es gibt zudem täglich Spiele mit Bewegung im Hof des Jugendtreffs. „Die Kinder würden gerne durcharbeiten“, so Viereg. Irgendwann gehe aber die Konzentration verloren, darum gibt es bestimmte Bauzeiten: Diese sind täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr. Mittwochs gebe es draußen ein größeres Geländespiel. Immer mit dabei: Kistenweise Legosteine. Die kleinen bunten Steine sind gleichzeitig eine Herausforderung für die Mitarbeiter. Die Vor- und Nachbereitung benötigt Zeit und helfende Hände. „Eine Woche vorher räumen wir den Jugendtreff frei“, sagt Viereg. Nach der Legostadt-Woche müssen die Häuser wieder abgebaut und die Steine in die Kisten sortiert werden.