Wenn die Arbeiter in den Urlaub gehen, wird bei der Firma Eisele in Waiblingen Platz für Ferienjobber. Foto: Gottfried Stoppel

Tellerwäscher, Hilfsarbeiter, Promoter: Wer jetzt erst nach einem Ferienjob im Rems-Murr-Kreis sucht, hat auch wenige Wochen vor den Sommerferien noch eine Chance auf einen Zuverdienst – wir erklären, was dabei beachtet werden muss.

Rems-Murr-Kreis - Die letzten Klassenarbeiten und Klausuren sind geschrieben, die Semesterarbeit ist abgegeben, die Ferien nahen – doch der eigene Geldbeutel ist leer. Höchste Zeit also für Schüler und Studenten, sich schnell noch um einen Ferienjob in der Nähe zu kümmern. Die Kreisredaktion hat dafür einige Tipps zusammengestellt.

Wo finde ich jetzt noch einen guten Ferienjob?

Wer im Freundes- oder Bekanntenkreis keinen Erfolg bei der Suche hat, kann es einfach im Internet probieren: „Ferienjob“ und „Rems-Murr-Kreis“ oder den eigenen Wohnort eingeben, und schon spuckt die Suchmaschine erste Ergebnisse aus. Da gibt es zum Beispiel Websites mit dem Namen www.rems-murr-jobs.de, www.jobbydoo.de oder www.schuelerjobs.de.

Auch die herkömmlichen Jobsuchbörsen wie de.indeed.com oder monster.de sind gute Adressen. Wer im Netz ein wenig stöbert, kann durchaus noch etwas finden und sich gleich bewerben.

Wo kann ich mir professionelle Hilfe bei der Vermittlung suchen?

Da kann die Arbeitsagentur weiterhelfen. In Stuttgart bietet die Agentur für Arbeit eine spezielle Ferienjobvermittlung an. Dort werden auch Stellen etwa aus Fellbach geführt. Die Studenten- und Schülervermittlung ist unter 07 11 / 9 20 22 87 oder per Mail unter stuttgart.job-team@arbeitsagentur.de erreichbar.

Gibt es auch spezielle Unterstützung vor Ort?

Im Rems-Murr-Kreis wandten sich die Arbeitgeber in den vergangenen Jahren bei der Besetzung von Ferienjobs immer seltener an die Arbeitsagentur. Daher werden Ferienjobs dort nicht gesondert verschlüsselt, sondern als reguläre befristete Beschäftigungen geführt. Zu finden sind diese unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de. Wer hier den Suchbegriff „Ferienjob“ und den gewünschten Ort eingibt, erhält entsprechende Angebote aus der Umgebung.

Welche Altersgrenzen gibt es?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt genau, was erlaubt ist und was nicht. Arbeiten darf, wer mindestens 13 Jahre alt ist. Allerdings nur mit der Zustimmung der Eltern maximal zwei Stunden am Tag – und das zwischen 8 und 18 Uhr. Die Arbeit muss leicht und geeignet sein, wie Babysitten, Zeitungen austragen oder Nachhilfe geben.

Mit 15 bis 17 Jahren dürfen schulpflichtige Jugendliche in den Ferien maximal vier Wochen oder 20 Arbeitstage pro Kalenderjahr arbeiten. Da sind dann schon acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich drin. Arbeiten dürfen diese Jugendlichen zwischen 6 und 20 Uhr, wobei es etwa in der Gastronomie, der Landwirtschaft oder in Bäckereien und Kliniken Ausnahmen gibt.

Für Schüler ab 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz nicht mehr. Allerdings dürfen Ferienjobs nicht länger als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Jahr dauern. Nur dann handelt es sich auch um eine kurzfristige Beschäftigung, die sozialversicherungsfrei ist.

Was kann ich heutzutage in einem Ferienjob verdienen?

Der Mindestlohn gilt auch für Ferienjobs. Deswegen liegt der Verdienst zwischen 8,84 Euro und 19 Euro pro Stunde. Im Durchschnitt verdient ein Ferienjobber laut Arbeitsagentur zwischen neun und zwölf Euro pro Stunde.

Wie ist die Lage zurzeit auf dem Stellenmarkt für Ferienjobs? Was ist schon weg?

Viele Stellen sind tatsächlich schon vergeben. Wer in den Sommerferien zum Beispiel bei Stihl in Waiblingen arbeiten möchte, ist definitiv zu spät dran. Die nächste Möglichkeit bietet sich dort vielleicht im Herbst. Oder gar erst im nächsten Jahr: Dann sollte man sich den Zeitraum Mitte März bis Ende April 2019 für die Bewerbung vormerken. Nicht anders ist die Situation bei Kärcher: „Dieses Jahr sind wir schon versorgt“, sagt Steffen Sauer von der Unternehmenskommunikation. Es seien schon sehr früh sehr viele Bewerbungen eingegangen.

Auch bei Schnaithmann Maschinenbau GmbH in Remshalden braucht man sich für die kommenden Sommerferien nicht mehr zu melden. „Wir haben eine Warteliste“, sagt Ausbildungsleiter Horst Klenk. Vergeben werden die begehrten Ferienjobs bevorzugt an Familienangehörige und an jene, die schon bei der Firma gearbeitet haben. Diese Praxis herrscht auch bei der Oskar-Frech-GmbH + Co. KG in Schorndorf-Weiler. „Wir reservieren diese Kurzzeitjobs für Verwandte und Bekannte unserer Betriebsangehörigen“, heißt es dort auf Anfrage.

Wo gibt es dann noch etwas?

Einen typischen Ferienjob in der Produktion gibt es zum Beispiel bei der Firma Eisele im Waiblinger Eisental. Dort werden laut Anzeige Schüler oder Studenten als Urlaubsvertretung in der Montage sowie in der Logistik benötigt. Das Mindestalter ist dabei 16 Jahre. Wer das erste Mal bei Eisele arbeiten möchte, sollte drei Wochen Zeit mitbringen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage unter www.eisele.eu.

Auch die Post in Backnang und Umgebung sucht Verstärkung in der Ferienzeit. Allerdings sollten Interessenten tatsächlich sechs Wochen oder mehr Zeit für eine volle Stelle mit 38,5 Stunden pro Woche haben. Gesucht werden Briefträger oder Paketzusteller, die fit und belastbar sind, sicher mit dem Fahrrad unterwegs oder den Führerschein Klasse B haben.

Gibt es auch etwas ausgefallenere Ferienjobs?

Durchaus. Zum Beispiel bietet ein Erlebnisbauernhof aus Stuttgart über schuelerjobs.de fünf verschiedene Stellen an: Helfen könne man in der Hofgastronomie, aber auch beim Bungee-Trampolin, im Hochseilgarten oder als Betreuer für Kindergeburtstage oder Ferienfreizeiten. Mindestalter ist je nach Job 15 bis 18 Jahre.

Wer nicht nur arbeiten, sondern gleichzeitig reisen und sich für eine besondere Sache einsetzen möchte, kann sich unter anderem bei Amnesty International als Promoter bewerben. Dort werden Studenten gesucht, die während der Semesterferien über Themen wie Folter, Menschenrechte und freie Meinungsäußerung aufklären. Bei Amnesty gibt es laut Anzeige feste Tagessätze, kostenlose Ferienwohnung und freies Leihfahrzeug sowie kostenlose Schulungen und intensives Coaching.

Und wer hilft mir nun bei meiner Bewerbung?

Das übernimmt zum Beispiel die Arbeitsagentur: Jeder, der einen Ferienjob sucht, kann sich bei der Agentur für Arbeit Tipps und Informationen holen. Im Berufsinformationszentrum (BiZ), Mayenner Straße 60 in Waiblingen, gibt es jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 13.15 und 16 Uhr einen kostenlosen Bewerbungsmappencheck. Wer Interesse hat, kann unter 0 71 51 / 9 51 95 56 einen Termin vereinbaren. Am Donnerstag, 12. Juli, gibt es außerdem eine Infoveranstaltung zum Thema „Bewerbung, Telefoninterview und Vorstellungsgespräch“ speziell für Jugendliche. Die zweistündige Veranstaltung beginnt um 15 Uhr und findet ebenfalls im BiZ statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich, interessierte Jugendliche können einfach vorbei kommen.

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