Der Kirchentag begeistert die Menschen. Foto: Patricia Sigerist

Der Kirchentag ist vorüber. Die Gastgeber haben eine heiße Phase mit viel Arbeit hinter sich. Trotzdem vermissen viele schon die fröhliche Stimmung der vergangenen Tage. Zurück bleibt eine positive Erinnerung.

Fellbach - Schon einen Tag, nachdem die Besucher die Stadt verlassen haben, vermisst Hannelore Kraft, die Frau des Schmidener Quartiermeisters Horst Kraft, „die fröhliche Stimmung des Kirchentags“. Ihr Gatte ist zwar froh, dass er jetzt wieder mehr Zeit für seinen vernachlässigten Garten hat, aber auch er ist traurig, dass die Großveranstaltung vorüber ist. „Ich bin immer noch auf einem hohen Adrenalinlevel und ein bisschen schlaflos, dabei lief alles wunderbar“, sagt Horst Kraft. Schon um 11 Uhr am Sonntag sei das Gustav-Stresemann-Gymnasium wieder im Schulbetriebsmodus gewesen. „Wir hatten ganz viele Helfer, die mit angepackt haben.“

Wegen der Hitze bleiben die Türen der Alten Kelter offen

Jens Mohrmann, der Tourismus-Chef von Fellbach, hätte sich den Kirchentag fünf Grad kälter gewünscht. Weil die Schwabenlandhalle aber komplett klimatisiert ist, war dort die Hitze kein Problem. In der Alten Kelter dagegen mussten zur Abkühlung die Türen geöffnet werden. „Es war auszuhalten“, sagt Mohrmann.

Besonders freute es den Direktor der Schwabenlandhalle, dass fast alle Kirchentagsbesucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen waren: „Damit hatten wir gerechnet und dementsprechend unser Parkkonzept ausgelegt.“ Der Kirchentag sei von den Machern sehr professionell und herzlich vorbereitet worden. „Bei jeder Veranstaltung war unabhängig von der Besucherzahl ein toller Austausch zwischen den Menschen“, sagt Mohrmann.

Besucher loben das Kulturprogramm

Die Kulturamtsleiterin Christa Linsenmaier-Wolf hat den Kirchentag ebenfalls sehr positiv erlebt. „Viele Gäste haben gesagt, dass sie wiederkommen, weil es in Fellbach ein tolles Kulturprogramm gibt.“ Das Stadtmuseum und die Galerie der Stadt hatten wegen des Kirchentags verlängerte Öffnungszeiten. Diese Entscheidung habe sich gelohnt, sagt Christa Linsenmaier-Wolf: „Wir hatten insgesamt 600 Besucher, obwohl kein Museumswetter war.“

Der Erste Polizeihauptkommissar Jan Kempe bewertet den Kirchentag als eine ruhige Veranstaltung. „Es gab nur wenige Vorkommnisse.“ Lediglich am Freitag sei es im Zuge des Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zu einer Ordnungsstörung gekommen. „Aus einem angekündigten Flashmob wurde eine kleine Demonstration politischer Gegner“, sagt Kempe. Die Lage habe sich aber schnell beruhigt, nachdem die Polizei interveniert hat. Der Kirchentag wird dem Kommissar auch wegen der besonderen Schutzvorkehrungen lange in Erinnerung bleiben. „Es waren so viele hochrangige Politiker gleichzeitig in Fellbach. Das hat man nicht alle Tage.“

Besonders beliebt ist das faire vegane Eis

Annegret Frey-Kächler, die Geschäftsführerin des Weltladens, hat schon viele Kirchentage miterlebt. Dieses Mal fehlte ihr aber die Zeit, um die Veranstaltungen zu besuchen. Unter dem Dach der evangelischen Kirchengemeinde Fellbach hat sie mit dem Team des Weltladens, dem CVJM, dem Verein Ndwenga, dem Gospelchor Joy and Light und den Jugendfußballern des SV Fellbach die „Gute Stube“ auf dem Kirchplatz organisiert. Besonders beliebt bei den Gästen sei das faire vegane Eis gewesen, erzählt sie. „Das nehmen wir ins Angebot des Weltladens auf.“

Doch die Geschäfte in der „Guten Stube“ hätten noch besser laufen können, wenn der Weg der Kirchentagsbesucher an dem zentralen Ort vorbeigeführt hätte. Es sei ein bisschen unglücklich gewesen, dass die offizielle Beschilderung die auswärtigen Besucher über die Wilhelmstraße in die Alte Kelter geschickt hat, sagt Kurt Schmauder, der CVJM-Sekretär. „Das gute Essen bei uns hat sich aber ab dem dritten Tag herumgesprochen.“ Etwas kritisch sieht Schmauder indes das kulinarische Angebot der Gastronomen in der Alten Kelter und Schwabenlandhalle. „Ich glaube, sie haben sich nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, welche Massen ein Kirchentag bewegt, und dass es meist junge Leute sind, die nicht so viel Geld haben.“

Die Jugend bringt eine positive Ausstrahlung mit

Da Oberbürgermeister Christoph Palm im Urlaub weilte, hatte Marco Ludwig, sein persönlicher Referent, die Vertretung übernommen – bei der Eröffnung am Abend der Begegnung in Stuttgart und beim Abschlusstreffen der Organisatoren am Sonntag im Kursaal in Bad Cannstatt. „Ich denke, wir haben als Fellbacher unser Bestes gegeben.“ Diese Einschätzung habe auch der Kirchentagspräsident Andreas Barner geteilt. „Er hat mir gesagt, dass er von vielen Leuten gehört hat, dass es in Fellbach schön war.“ Dem sei nichts hinzuzufügen, sagt Ludwig.

Außer vielleicht der Einschätzung des Ersten Bürgermeisters Günter Geyer. „Ich habe vom Kirchentag ein gutes Gefühl für die Zukunft mitgenommen. Vor allem die Jugend hat eine positive Ausstrahlung in die Stadt gebracht.“

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