Fellbach wählt den neuen OB Gegen 19 Uhr dürfte der Sieger feststehen

Von Dirk Herrmann 

Im Fellbacher Rathaus laufen die Vorbereitungen für die OB-Wahl am Sonntag. Foto: Patricia Sigerist
Im Fellbacher Rathaus laufen die Vorbereitungen für die OB-Wahl am Sonntag. Foto: Patricia Sigerist

Nach einem kurzen, aber intensiven Wahlkampf bestimmen die Fellbacher Bürger am Sonntag den Nachfolger des beliebten Oberbürgermeisters Christoph Palm, der nicht wieder kandidiert.

Fellbach - Was gibt’s Schöneres, als seinen kompletten Jahresurlaub in Fellbach zu verbringen. Getreu dieser Devise haben zumindest die beiden als Hauptfavoriten gehandelten OB-Kandidaten, die aktuelle Göppinger Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull und der Referatsleiter Wirtschaft und Verkehr in Berlin, Carsten Hansen, die heißesten Wochen zwischen Kappelberg und Oeffinger Neckarstrand verbracht. Nach schweißtreibenden Diskussionsrunden in überhitzten Sälen strebt das offensichtliche Duell seinem Höhepunkt entgegen: An diesem Sonntag dürfte gut eine Stunde nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr feststehen, wer das Rennen um die Nachfolge des Amtsinhabers Christoph Palm macht.

Neben Zull und Hansen stehen noch weitere drei Namen auf dem offiziellen Wahlzettel: An erster Stelle jener des in Fellbach aufgewachsenen Pädagogen und Akademieleiters Ulrich Raisch – er hatte zeitgleich mit Gabriele Zull seine Bewerbung abgegeben, landete per Losentscheid dann auf der vorderen Position. Des weiteren treten an Schreinermeister Hans Mack und Taxifahrer Werner-Peter Schifterowitsch, der allerdings bei keiner der öffentlichen Präsentationen in den vergangenen Tagen aufgetaucht war.

Fast 35 000 Bürger sind zu den Wahlurnen gerufen

Entsprechend der Statistik der Wahl-Experten im Rathaus gibt es am Sonntag exakt 34 718 Wahlberechtigte in Fellbach, darunter 5181 Bürger aus der europäischen Union. Insgesamt gibt es 36 Wahllokale – 21 in der Kernstadt, neun in Schmiden und sechs in Oeffingen. Das größte Wahllokal hat 1166 Wahlberechtigte, das kleinste 772 – im Durchschnitt sind es 964 Wahlberechtigte. Davon gehen jene ab, die bereits Briefwahl beantragt haben – Stand Donnerstag dieser Woche sind dies 4247 Personen, weshalb der Durchschnitt somit bei 846 Wahlberechtigten pro Wahllokal liegt.

Für jedes Wahllokal sind zunächst einmal mindestens drei Personen erforderlich – ein Wahlvorstand, ein Schriftführer und ein Beisitzer. „Da in zwei Schichten gearbeitet wird, sind am Wahltag sechs Personen pro Wahllokal im Einsatz“, so die Auskunft der städtischen Pressestelle. „Bei der Auszählung sind alle anwesend.“ Beim Großteil der somit 216 Helfer handelt es sich um erfahrene Akteure. Für alle Wahlhelfer gab es eine Schulung durch das zuständige Hauptamt.

Immer mehr Wahllokale sind barrierefrei

30 der 36 Wahllokale sind barrierefrei. „Die Anzahl der rollstuhlgerechten Wahllokale in Fellbach hat durch Umbaumaßnahmen beziehungsweise Verlegung der Wahlräume stetig zugenommen“, teilt das Pressereferat mit. Aktuell sind sechs Wahllokale noch nicht rollstuhlgerecht ausgestattet – konkret die Alte Schule in Oeffingen mit zwei Wahllokalen, die Volkshochschule Fellbach mit ebenfalls zwei Wahllokalen, der Kindergarten Neue Straße sowie die Silcherschule.

Die Wahlbeteiligung bei Oberbürgermeisterwahlen kann in der Regel nicht mit jener bei Bundestags- oder Landtagswahlen mithalten. Vor 16 Jahren, als im Duell zwischen der damaligen Fellbacher Sozialbürgermeisterin Barbara Bosch und Christoph Palm um die Nachfolge von Friedrich-Wilhelm Kiel ein zweiter Wahlgang nötig wurde, lag die Wahlbeteiligung bei 54,2 Prozent. Vor acht Jahren, als Palm sich dem Herausforderer Oliver Mietzsch stellen musste, gingen 44,9 Prozent der potenziellen Wähler an die Urnen.

Und diesmal? „Der Wert von 2008 lag damals ziemlich nah am Durchschnitt von Oberbürgermeisterwahlen im Land“, so die Analyse der städtischen Beobachter. Nach einer Umfrage des Städtetags Baden-Württemberg aus dem Jahr 2007 unter den Großen Kreisstädten lag die durchschnittliche Wahlbeteiligung bei 45,9 Prozent. „Wir hoffen auf eine gute Wahlbeteiligung“, so das Statement des Rathaus-Sprechers.

Ob am frühen Sonntagabend die Bewerberin oder einer ihrer vier Konkurrenten die Arme zur Jubelpose in die Höhe reißen darf, ist offen. Erforderlich für den Erfolg im ersten Wahlgang sind nämlich mehr als 50 Prozent (also 50 Prozent plus eine Stimme) der abgegebenen gültigen Stimmen. Ansonsten folgt der zweite Wahlgang zwei Wochen später, am Sonntag, 2. Oktober. Dann reicht für den Sieg die einfache Mehrheit der Stimmen.

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