Zu Hause ist es doch am Schönsten: Foto: Getty

Die Münchner Seriensieger reisen immer wieder gerne nach Stuttgart – und möchten nach Möglichkeit auch nächste Saison wiederkommen

Stuttgart - Dass die Münchner immer gerne nach Stuttgart kommen, liegt auf der Hand. Für die weit gereisten Weltstars hat das Auswärtsspiel in der nur gut 200 Kilometer entfernten Neckarmetropole fast schon Heimspielcharakter. Auch sportlich ist der VfB seit geraumer Zeit ein gern gesehener Gegner für den Branchenprimus. 15 Pflichtspielsiege in Folge – eine solche Bilanz hat der FC Bayern gegen keinen anderen Konkurrenten aus der Bundesliga vorzuweisen.

Zu Gast bei Freunden, könnte man sagen. Schließlich waren da ja auch noch die Heimkehrer, für die aber, wie nicht anders zu erwarten war, nur ein Platz auf der Bank in der Mercedes-Benz-Arena blieb. Torhüter Sven Ulreich wollte sich im Anschluss an den 3:1-Auswärtssieg in der Heimat genauso wie der starke Joshua Kimmich lieber nicht äußern („Ich habe doch gar nicht gespielt“), sein früherer Mannschaftskollege Serdar Tasci war dagegen gesprächsbereiter. „Natürlich war es ein besonderes Spiel für mich“, gab der Neu-Bayer zu Protokoll. „Es war schön, wieder in dieses Stadion zurückzukommen.“

VfB Stuttgart - Bundesliga

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Auch wenn für den 28-Jährigen die Bundesliga-Uhr weiter bei bescheidenen 53 Spielminuten stehen bleibt und Tasci das Etikett des teuersten Nebendarstellers beim FC Bayern anhaftet – unglücklich wirkte der Altbacher nicht. Im Gegenteil: „Warum sollte ich etwas bereuen?“, entgegnete er Fragen zu seiner Rolle als Bankangestellter. „Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen“, erklärte der in Winterpause von Spartak Moskau an die Isar gewechselte frühere Nationalspieler.

Meisterschaft zum Greifen nah

Die Saison hält schließlich noch ein paar Spiele parat, vielleicht schlägt Tascis große Stunde ja noch. Bayern-Trainer Pep Guardiola ist prinzipiell ja immer alles zuzutrauen. Am Samstag etwa wirbelte er seine Mannschaft auf der Champions-League-Zwischenstation gegenüber dem 1:0-Hinspielerfolg gegen Benfica Lissabon auf vier Position durcheinander. Heraus kam ein mühevoller 3:1-Sieg, bei dem der VfB dem Triple-Anwärter den Arbeitstag so schwer wie möglich machte. „ Es war wie immer in Stuttgart: Wir gewinnen, doch ein richtiger Durchmarsch ist es nicht. Der VfB hat seine Stärken gezeigt. Wir müssen weiter versuchen, unsere Effizienz zu steigern“, sagte Stürmer Thomas Müller. Sportvorstand Matthias Sammer (noch ein alter Bekannter) attestierte seinem früheren Club gar, „taktisch hervorragend“ gespielt zu haben.

Im Viertelfinalrückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) in Portugals Hauptstadt dürften die Münchner auf einen noch unangenehmeren Gegner treffen als am Samstag in Stuttgart. „Der Sieg war wichtig für den Kopf“, sagte der stark aufspielende Franck Ribéry, der mit seinen Antritten vergessen machte, dass er auch schon 33 Jährchen auf dem Buckel hat.

Glaubt man dem Starensemble von der Isar, allen voran ihrem Coach, dann ist der Triumph in Europas Königsklasse aber nicht mehr als das, was in der Bundesliga für die meisten Gegner Spiele gegen die Bayern sind: ein Bonus. „Unser großes Ziel ist die vierte Meisterschaft in Folge“, wiederholte Guardiola. Drei Siege benötigt seine Mannschaft nach dem 2:2 der Dortmunder auf Schalke aus den restlichen fünf Spielen noch. Dann hätten die Bayern in der Bundesliga Historisches vollbracht.

Auch Serdar Tasci verabschiedete sich mit dem Titelwunsch aus seiner Heimat: „Ich wünsche mir die Meisterschaft und dem VfB die nötigen Punkte für den Klassenverbleib.“ Schließlich möchten die Münchner auch nächstes Jahr wieder bei ihrem Lieblingsgegner antreten.

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