Kaum ein Fleck ist am Fasnetsdienstag narrenfrei, schon gar nicht Stuttgart-Hofen. Im Gegenteil: Hier feiert gleich der ganze Ort.
In Stuttgart-Hofen hat es schon am Mittag fast kein Durchkommen mehr gegeben – außer zu Fuß. Quasi alles war auf den Beinen. Die Hofener hatten traditionsgemäß ihre Garagen geöffnet und boten den Gästen aus nah und fern Speis und Trank an. An den Straßenrändern standen reihenweise Schaulustige aller Generationen und warteten auf den Umzug. Der war mit rund 80 Gruppen und etwa 2000 Teilnehmern beachtlich groß im Vergleich zu dem rund 4000 Einwohner zählenden Ort. Die Fasnetshochburg in Stuttgart zog wieder viele Fans auch aus der Region – vom Schwarzwald bis zur Schweiz – an. Alle feierten gemeinsam. Darüber freute sich auch Sabine Schick-Kurfeß, die Sprecherin des veranstaltenden Vereins, der Scillamännle.
Der Schultes durfte als Narr mitlaufen
Das Herz – der Kelterplatz – bot mit seinem bunten Narrendorf mehr Imbissstände als je zuvor. Mit „Blüh auf!“ und „Narri, Narro!“ wurde der närrische Lindwurm begrüßt, nachdem er die Scillawald- und die Hartwaldstraße durchzogen hatte, traditionell angeführt vom Goaswagen, mit Böllerschüssen und unterstützt von der Schützengesellschaft Freischütz Stuttgart-Mühlhausen und den Scillamännle. Die hatten auch hier bengalisches Feuer mitgebracht.
Im Kreis der Scillamännle unschwer auch durch den Rauch zu erkennen: der Schultes. Nachdem der Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann am Rosenmontag des Amtes enthoben wurde, hatte er jetzt einen neuen Job: Er durfte als Narr mitlaufen – zur Freude der Schaulustigen. Die Besucher jubelten aber auch über die Hexenpyramiden. Unüberhörbar in den Gassen die Guggenmusikgruppen, die den Zuschauern einheizten. Hästräger sorgten mit ihren Späßen mit dem Publikum dafür, dass die Fasnet noch einmal voll erblühte – ein letztes Mal vor Aschermittwoch.