Faschingsumzug in Böblingen Die Narren toben sich aus

Von Rebecca Baumann (Text) und Simon Granville (Fotos) 

Beim Rosenmontagsumzug rieselten Konfetti und Schneeflocken auf die Besucher. Mehr als 1000 Hästräger aus 56 Vereinen zogen durch die Stadt.

Böblingen - Mit viel Lärm, stinkendem Qualm und jeder Menge Konfetti haben die Narren am Rosenmontag ihr Unwesen in Böblingen getrieben. So mancher der rund 20 000 Zuschauer fand sich in einer müffelnden, quietschbunten Rauchwolke wieder oder musste weiße Papierschnipsel aus Haaren und Kleidung klauben. Denn auch in diesem Jahr ließen es sich die mehr als 1000 Hästräger aus 56 Vereinen nicht nehmen, mit ihrem Publikum allerhand Schabernack zu treiben. So manches Mädchen landete in einem mit Stroh gefüllten Trog oder verlor seine Schuhe. An eine Flucht vor den böswilligen Hexen war für die meisten von ihnen nicht zu denken, standen die Zuschauer doch dicht an dicht an der Umzugsstrecke, die wie schon im Vorjahr vom Elbenplatz entlang des Seeufers und über die Klaffensteinstraße sowie die Untere Poststraße zurück zum Ausgangspunkt führte. Immerhin bot die Menge dem einen oder anderen wenigstens einen gewissen Schutz vor der bitteren Kälte und dem Schneetreiben.

Bela Stahl, der erste Vorsitzende von Grün-Weiß Böblingen und Organisator des Umzugs, hob besonders die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Ordnungsamt hervor. „Wir haben einen sehr guten gemeinsamen Nenner“, sagte er. Dessen Mitarbeiter hatten noch am Morgen elf Autos, die in den Straßen entlang der Umzugsstrecke parkten, entfernen lassen müssen. Zum Schutz vor Terroranschlägen waren die Zufahrten zu dieser Route mit Bussen und städtischen Fahrzeugen wie Kehrmaschinen versperrt worden.

Neues Zelt im Narrendorf

Premiere feierte im Narrendorf auf dem Elbenplatz ein rundes Zelt, das die Mitglieder von Grün-Weiß in den vergangen zwei Jahren eigenhändig gebaut hatten, berichtete Stahl stolz. Allerdings wurde es erst kurz vor knapp fertig. „Am Freitag mussten wir die Plane für das Dach in Köln abholen“, sagte er, der Versand per Post hätte zu lang gedauert. Gut geschützt vor der Witterung ging darin die Party bis zum Abend weiter.

Lesen Sie jetzt