Eine Japanerin im Gewand der Oiran, was wörtlich übersetzt „Blumen-Anführer“ heißt. Heute wird das Wort im Sinne von Kurtisane verwendet. Foto: Hans Sautter

Nah dran an Land und Leuten. Nach 50 Jahren in Japan ist dem Reutlinger Fotografen Hans Sautter gelungen, die Intimität in einem Staat, in dem das Private traditionell eher hintangestellt wird, abzubilden.

Reutlingen - Dies ist kein Reisebuch! Das betont Fotograf Hans Sautter in seinem Vorwort zu „Japan“ mehr als einmal. Der Bildband entstand, so Sautter, „um einen Blick unter die Oberfläche zu werfen und die Kluft zwischen Schein und authentischem Sein zu beleuchten“. Der Fotograf ist 1950 in Reutlingen geboren. Japan war für ihn nie ein Reiseziel. Als er 1972 in das Land kam, sollte dies nur eine Zwischenstation sein auf seinem Weg nach Australien. Daraus wurden fast 50 Jahre, die Sautter nunmehr in Japan verbrachte und die ihn zum Insider werden ließen.

Das Private ist traditionell eher eingeschränkt in Japan

Seine Sammlung an farbstarken Fotografien gibt einen tiefen Einblick in ein Land der Widersprüche: Fassade und Erscheinung, Tradition und Moderne, Natur und Großstadt. 127 Millionen Menschen leben in Japan, 70 Millionen allein in den grellen Metropolen.

Die Landschaft Japans bietet Meer, Berge, Vulkane, aber auch zubetonierte Landschaften. Uniformen und Kostüme bieten eine Verkleidung für jeden Anlass. Und das alles passiert in Perfektion. Wie Sautters Fotos.

Das Private ist traditionell eher eingeschränkt in Japan – umso wertvoller ist die Intimität, die aus Sautters Bildern spricht. Er bietet keine Schnappschüsse, hinter den Fotografien stecken Ideen, Konzepte, langwierige Recherche. Sein Bildband bietet ein Mosaik aus Eindrücken – so unterschiedlich und verschieden wie das Land selbst.

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