Der US-Milliardär Jeffrey Epstein ist am Samstag tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Foto: dpa

Die Aufarbeitung des Todes von US-Milliardär Epstein in Haft geht weiter. Durch die Auswertung von Kameraaufzeichnungen rücken nun die Gefängniswärter in den Mittelpunkt.

New York - Die mit der Aufsicht über US-Milliardär Jeffrey Epstein beauftragten Gefängniswärter werden nach Angaben aus Ermittlerkreisen verdächtigt, Unterlagen über die Kontrollgänge gefälscht zu haben. Videos von Überwachungskameras zeigen der anonymen Quelle zufolge, dass die Wärter keinen der in den Dokumenten verzeichneten Kontrollgänge durchgeführt haben.

Laut den Richtlinien hätten die Wärter alle 30 Minuten nach Epstein sehen müssen, was Ermittlern zufolge aber in der Nacht von Epsteins Tod während mehrerer Stunden nicht geschehen war. Beide Wärter wurden beurlaubt, teilte das Justizministerium am Dienstag mit, der Direktor wurde vorübergehend versetzt. Zuvor war bekannt geworden, dass in dem Gefängnis offenbar extreme Überstunden wegen Personalmangels geleistet wurden.

FBI und Justizministerium untersuchen Tod

Sowohl das FBI als auch das Justizministerium untersuchen Epsteins Tod. Der US-Milliardär war am Samstag in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden worden. Das Gefängnis geht von Suizid aus. Epstein wurden sexueller Missbrauch Minderjähriger sowie Zwangsprostitution vorgeworfen. Er wartete im Gefängnis auf den Prozessbeginn.

Der Leiter des Gefängnisses wurde vorübergehend versetzt, die Leitung wurde kommissarisch von dem Direktor einer anderen Einrichtung übernommen. Derartige Maßnahmen sind laut Eric Young, dem Präsidenten einer Gewerkschaft für Mitarbeiter von Justizvollzugsanstalten, normal. Sie würden durchgeführt, „um die Integrität von Ermittlungen zu schützen, bis formell gehandelt wird, sollte das gerechtfertigt sein.“

Die Verwaltung der Bundesgefängnisse sandte eine Gruppe von Psychologen zum dem New Yorker Gefängnis, um die Umstände von Epsteins Tod zu erforschen. Epstein war Ende Juli zunächst als suizidgefährdet eingestuft und deshalb unter besondere Beobachtung gestellt worden. Diese Maßnahme lief jedoch nach nur wenigen Tagen aus.

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