Umfrage belegt: Absolventen sind mit dem Studium zufrieden und finden schnell eine Stelle.

Stuttgart - Eine Jobgarantie können die Fachhochschulen zwar nicht geben, aber ihre Absolventen haben einer neuen Studie zufolge beste Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt: Rund 80 Prozent suchen nicht länger als drei Monate.

Sie sind eine der Stärken Baden-Württembergs: die Hochschulen für angewandte Wissenschaften, wie die Fachhochschulen offiziell heißen. Sie erheben den Praxisbezug zum Programm. "Wir bilden genau die Fachkräfte aus, die unsere Wirtschaft benötigt", sagte am Dienstag der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Achim Bubenzer.

Belegen lässt sich dies mit einer Befragung von Absolventen der Prüfungsjahre 2005 und 2008 an 18 Fachhochschulen sowie an der Kunstakademie Stuttgart. Rund 22000 von ihnen hat das Statistische Landesamt angeschrieben, 4900 haben geantwortet und so ein verlässliches Bild ihrer beruflichen Situation geliefert.

Danach fanden 71 Prozent der Absolventen schon unmittelbar nach ihrer Prüfung eine Anstellung in der Wirtschaft oder beim Staat. Vier Prozent machten sich selbstständig, weitere vier Prozent absolvierten ein Praktikum, während sich zwölf Prozent einer Promotion, einem weiteren Studium oder der Elternzeit widmeten.

"Lediglich neun Prozent waren im Anschluss an ihr Studium auf Arbeitssuche", sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamts, Carmina Brenner, bei der Vorstellung der Studie. Bubenzer und die Amtschefin im Wissenschaftsministerium, Simone Schwanitz, werteten dies als Beleg für die hervorragende Arbeit der Hochschulen.

Deutliche Unterschiede

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Fachbereichen. Während Naturwissenschaftler und Ingenieure schon direkt nach dem Studium einen Job fanden oder nur wenige Bewerbungen schrieben, sah es für Sprach-, Kultur-, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler nicht so rosig aus: Sie mussten durchschnittlich drei Monate Bewerbungszeit und bis zu 20 Bewerbungsversuche investieren.

Fast drei Viertel der Absolventen hatten sich bereits während des Studiums nach einer Beschäftigung umgesehen. Das gilt nicht für die Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, von der 46 Absolventen geantwortet haben. Danach suchten die meisten von ihnen erst nach ihrem Examen nach einer Stelle und benötigten dafür auch länger als ihre FH-Kollegen. Wie diese zeigen sich aber auch die Akademieabsolventen mit ihrem Studium zufrieden: Im Schnitt sehen rund 90 Prozent aller Befragten ihr Studium im Rückblick positiv.

Liest man die Studie genauer, findet sich allerdings auch Kritik. So möchten 59 Prozent eine bessere Berufsorientierung und Beratung bei der Bewerbung: "Das ist ein Feld, auf dem man den Studenten noch etwas helfen könnte", sagte Brenner. 54 Prozent der Bachelorabsolventen halten außerdem die Konzeption des Studienangebots für verbesserungswürdig.

56 Prozent sind außerdem der Meinung, dass fächerübergreifendes Denken stärker gefördert werden sollte. Weitere 55 Prozent sehen rückblickend Handlungsbedarf beim Praxisbezug und in der Anwendung von Fachwissen. Überwiegend gelobt wurden der Zugang zu EDV-Diensten und zu Praktika sowie die fachliche Betreuung.

Auch nach der Einkommenssituation wurde gefragt: 42 Prozent gaben an, mehr als 40000 Euro brutto im Jahr zu verdienen. 32 Prozent bezifferten ihr Gehalt auf 40000 bis 50000 Euro, während etwa jeder Fünfte (23 Prozent) ein Jahreseinkommen zwischen 50000 und 70000 Euro angab. Dabei lassen sich auch deutliche Unterschiede in den Fächergruppen feststellen: Ingenieure und Naturwissenschaftler verdienen im Schnitt mehr als ihre Kollegen aus dem Sozial- oder Kulturbereich.

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